Blum wächst und warnt vor Wettbewerbsnachteilen

Beschlägehersteller steigert Umsatz auf knapp 2,5 Milliarden Euro. Philipp und Martin Blum sind zufrieden, kritisieren aber hohe Kosten und zunehmende Regulierung in Europa.
Höchst Der Vorarlberger Beschlägehersteller Blum schließt das Wirtschaftsjahr 2025/2026 per 30. Juni 2026 mit einem Umsatz von rund 2,495 Milliarden Euro ab. Im Vergleich zum Vorjahr entspricht das einem Wachstum von 2,4 Prozent.
Trotz eines weiterhin anspruchsvollen Umfelds sieht sich das Unternehmen gut aufgestellt, betonen die Geschäftsführer Martin und Philipp Blum. “Geopolitische Spannungen, steigender Wettbewerb und unterschiedliche Entwicklungen in den Märkten gehören mittlerweile zu unserer Realität.” Insgesamt sei man zufrieden, wenn auch nicht euphorisch.
Aufgrund Ihrer Datenschutzeinstellungen wird an dieser Stelle kein Inhalt von Sonstige angezeigt.
Höhere Kosten
Denn die Umsatzentwicklung allein sage wenig darüber aus, was am Ende tatsächlich hängen bleibe. Seit der Corona-Pandemie sei das Unternehmen mit deutlich höheren Energie-, Rohstoff- und Lohnkosten konfrontiert. Als Beispiel nennt Blum die Arbeitskosten: Österreich liege inzwischen über Ländern wie Deutschland, Frankreich oder Italien. Um international wettbewerbsfähig zu bleiben, brauche es daher wieder bessere Rahmenbedingungen.

Die einzelnen Märkte, in denen Blum weltweit aktiv ist, entwickeln sich unterschiedlich positiv. In den USA, dem größten Einzelmarkt, habe man ein gutes, stabiles Jahr verzeichnet. Auch in West- und Osteuropa lief das Geschäft gut. In China hingegen gebe es aktuell viele leer stehende Wohnungen und entsprechend kaum Neubauprojekte.

USA größter Einzelmarkt
Der Umsatz verteilte sich im abgeschlossenen Wirtschaftsjahr zu 46 Prozent auf die EU, zu 15 Prozent auf die USA und zu 39 Prozent auf die übrigen Märkte. Produziert wird in Österreich, Polen, den USA und China. Künftig soll die Zusammenarbeit innerhalb dieses Produktionsnetzwerks weiter ausgebaut werden. Die Werke sollen flexibler eingesetzt werden und nicht mehr ausschließlich für ihre jeweiligen lokalen Märkte produzieren.

168 Millionen Euro investierte Blum im vergangenen Geschäftsjahr in Produktionsanlagen, Gebäude, Digitalisierung, Forschung und Entwicklung sowie in die Ausbildung. 120 Millionen Euro davon flossen in den Standort Vorarlberg. Zudem nahm das Unternehmen ein neues Logistikzentrum in Malaysia in Betrieb.

Bürokratische Belastungen
Kritisch sieht die Unternehmensführung weiterhin die zunehmenden regulatorischen Anforderungen und die hohe bürokratische Belastung in Europa. Viele gesellschaftliche Ziele seien nachvollziehbar. Zusätzliche Vorgaben dürften aber nicht dazu führen, dass europäische Unternehmen im internationalen Wettbewerb ins Hintertreffen geraten. Die Grundidee der Europäischen Union sei positiv, sie drohe sich jedoch zunehmend “zu Tode zu regulieren”.

Umfeld bleibt herausfordernd
Für das laufende Geschäftsjahr erwartet das Unternehmen weiterhin ein herausforderndes Marktumfeld. Dennoch blickt Blum mit Zuversicht nach vorne. “Die Herausforderungen werden nicht kleiner, aber wir sind überzeugt, dass wir gut gerüstet sind, um auch künftig erfolgreich zu sein.”