“Es war beruhigend zu wissen: Es geht nicht nur mir so”

Markt / 09.07.2026 • 14:53 Uhr
"Es war beruhigend zu wissen: Es geht nicht nur mir so"
Pia Fetz und Selina Fink vor dem Hotel Hirschen in Schwarzenberg. Dort trafen sie sich die vergangenen Monate auch zu den Vier-Augen-Gesprächen.VN

Sieben Monate lang tauschten sich Pia Fetz und Selina Fink über Herausforderungen im Unternehmeralltag aus.

Schwarzenberg “Beim ersten Treffen haben wir gleich auch sehr heikle Themen besprochen”, erzählen Pia Fetz (34) und Selina Fink (29). Die beiden Unternehmerinnen waren Teil des Mentoring-Programms der Jungen Wirtschaft Vorarlberg (JWV). Dabei bildeten zwölf erfahrene Führungspersönlichkeiten und zwölf junge Nachwuchskräfte über sieben Monate hinweg jeweils ein Zweierteam. In monatlichen Vier-Augen-Gesprächen ging es darum, sich auszutauschen und an der beruflichen wie persönlichen Weiterentwicklung zu arbeiten.

"Es war beruhigend zu wissen: Es geht nicht nur mir so"
Für Selina Fink und Pia Fetz war der Austausch eine große Bereicherung.VN

Sofort zugesagt

Mentee Selina Fink von der Dornbirner Digitalagentur Webtourismus erinnert sich noch gut an den Bewerbungsprozess und das erste Kennenlernen. “Ich musste einen Fragebogen ausfüllen, in dem es darum ging, welche Themen mich beschäftigen und was meine Ziele sind.” Pia Fetz vom Hotel Hirschen in Schwarzenberg wurde angefragt, ob sie sich vorstellen könne, als Mentorin mitzumachen. “Ich habe sofort zugesagt, weil ich mir in meinen unternehmerischen Anfängen selbst jemanden gewünscht hätte, der mir Feedback gibt und dem ich Fragen stellen kann.”

"Es war beruhigend zu wissen: Es geht nicht nur mir so"
Selina Fink und Pia Fetz lernten sich im Dezember in der Postgarage Dornbirn beim offiziellen Startschuss für das Mentoring-Programm kennen. jwv/Bröll

In den vergangenen Monaten trafen sich die beiden regelmäßig zu Einzelgesprächen. Gesprächsstoff ging ihnen dabei nie aus, aus den anvisierten eineinhalb Stunden wurden oft vier. “Ich war bei Webtourismus als Geschäftsführerin neu eingestiegen und hatte einige Herausforderungen, etwa in der Kommunikation mit Mitarbeitenden, Geschäftsführung und Geschäftspartnern. Es ging auch darum, unterschiedliche Welten, die aufeinandertreffen, bestmöglich zusammenzuführen, um gemeinsam in eine Richtung zu gehen. Da war es wahnsinnig hilfreich, mich mit einer externen Person austauschen zu können”, sagt Selina Fink.

"Es war beruhigend zu wissen: Es geht nicht nur mir so"
Beide wollen auch nach Abschluss des Programms weiterhin in Kontakt bleiben. VN

Ehrliche und offene Gespräche

Pia Fetz half dabei, die Themen zu strukturieren, und brachte ihre eigenen Erfahrungen ein. “Wir waren von Anfang an ehrlich und offen miteinander. Das ist nicht immer angenehm, aber sonst hätte keine Veränderung stattfinden können. Ich habe auch unangenehme Fragen gestellt.” Und obwohl beide aus unterschiedlichen Branchen kommen und einen ganz anderen Arbeitsalltag haben, wurde ihnen schnell klar, dass sie am Ende vor ähnlichen Herausforderungen stehen. “Das war beruhigend zu wissen, es geht nicht nur mir so.”

"Es war beruhigend zu wissen: Es geht nicht nur mir so"
Pia Fetz und Selina Fink mit JWV-Geschäftsführerin Marie-Christine Häfele.VN

Für Selina Fink hat sich in den vergangenen Monaten einiges verändert. “Pia hat mir viele Tipps gegeben, wie ich mit bestimmten Situationen umgehen kann, und mir geholfen, den Blickwinkel zu ändern. Die Themen, die mich beschäftigen, bleiben, aber ich habe eine neue Perspektive darauf. Es fühlt sich ruhiger an und ich bin mehr im Unternehmeralltag angekommen. Ich habe an Sicherheit gewonnen und einen klareren, strukturierteren Fahrplan.” Genau das sei auch die größte Veränderung, die Pia Fetz bei ihrer Mentee beobachtet.

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Zwölf Duos haben im Dezember 2025 die gemeinsame Mentoring-Reise gestartet. jwv/Bröll

Beide sind sich einig, dass das Mentoring-Programm eine enorme Bereicherung war. Deshalb wollen sie sich auch weiterhin treffen. “Es ist schön, dass wir in Kontakt bleiben. Ich fiebere ja auch mit, wie es bei Selina weitergeht”, betont Pia Fetz.

Zuhören und sortieren

Dass aus dem Mentoring-Programm oft nachhaltige Verbindungen entstehen, beobachtet auch JWV-Geschäftsführerin Marie-Christine Häfele. Deshalb sei in naher Zukunft eine Neuauflage mit neuen Teams geplant. Der gemeinsame Ratschlag von Mentorin und Mentee: “Es gibt keinen Fahrplan. Wichtig ist, Themen offen anzusprechen, zuzuhören und gemeinsam zu sortieren.”