Pfändungsbescheid bei Kmenta: Die offenen Fragen rund um seine Immo-Firma

Hintergrund: Der am Firmensitz angebrachte Pfändungsbescheid eines umtriebigen Bregenzer Immobilienunternehmers ist nicht die einzige Baustelle der Firma.
Bregenz Da kann man schon mal die Übersicht verlieren: Wenn man als Geschäftsmann laut dem Österreichischen Firmenbuch 39 Funktionen als Gesellschafter, Kommanditist, Geschäftsführer oder Prokurist ausübt, dann kann man schon einmal auf die eine oder andere Rechnung vergessen, außerdem hat man ja ein hohes Risiko. Das wiederum könnte man wissen, wenn man in der Vergangenheit bereits 56 Funktionen ausgeübt hat. Und in weiteren Firmen, in denen der rührige Unternehmer aktiv ist, ist die Ehefrau Gesellschafterin oder Geschäftsführerin. Dazu kommen noch Geschäftsführerfunktionen in Deutschland.

Aber die Geschäfte in Deutschland sind es, die nun in dem Firmenkonstrukt rund um das Bregenzer Immobilienunternehmen Kmenta & Co. zu einer durchaus drastischen Vorgangsweise des Exekutionsverwalters, des Dornbirner Anwalts Florian Mähr, führten, nämlich dem Anschlagen der Kundmachung eines Exekutionstitels in Höhe von 500.000 Euro, welche die deutsche Niederlassung der oberösterreichischen Oberbank (3-Banken-Gruppe) einfordert. Eine durchaus erlaubte Maßnahme, wie ein Feldkircher Rechtsanwalt auf VN-Anfrage bestätigt.
Kein Zugriff mehr
Und es beeinträchtigt die Geschäftstätigkeit des Immobilienunternehmers, denn der Exekutionsverwalter hat bereits die Gesellschaftsteile Kmentas an den Unternehmen Kmenta und Partner GmbH (6 Prozent), Klocker & Wahl Ziviltechniker GmbH (49 Prozent), M2 Holding GmbH (42,5 Prozent) und KBK Immobilien GmbH (38,4 Prozent) gepfändet. Dazu kommen die Kommanditanteile an der KP Works GmbH & Co. BR 11 KG, der KP Works GmbH & Co. HW 40 KG, der 3 Bauherren GmbH & Co. Phi KG sowie an der 3 Bauherren GmbH & Co. Tau KG.
Die Oberbank hat genauso wie die Raiffeisen Landesbank Vorarlberg ein großes Wohnbauprojekt Klosterhof in Kirchheim nahe Stuttgart finanziert, das von der Klosterhof Kirchheim GmbH & Co. KG mit Sitz in Wien betrieben wurde. Die 500.000 Euro Hypothek der Vorarlberger Bank wurde aber bereits 2020 wieder aus dem Grundbuch gelöscht. Die alleinige und erweiterte Prokura bei der insolventen Klosterhof-Gesellschaft hatte Kmenta inne, und zwar von der Gründung des Unternehmens 2017 – damals noch von Trivium – bis zur Bestellung des Masseverwalters im Dezember 2024.
Widerstand bei Projekten
Weitere Projekte in Deutschland sind ebenfalls schwierig. Die Umwandlung der Seniorenresidenz am Schönbühl zur Bodensee Loge sorgte für Schlagzeilen in den lokalen Medien sowie Verunsicherung und Proteste durch die damaligen Bewohner. Bauherr war die Bodensee Wohnservice GmbH, Geschäftsführer Mario Kmenta – heute ist es die Schönbühl Immobilien GmbH & Co. KG, Geschäftsführer ist auch dort Mario Kmenta, eingetragen beim Registergericht Kempten unter der Nummer HRB 11145. Selbst in der bayerischen Landeshauptstadt München wirbelte der umtriebige Immobilienunternehmer ordentlich Staub auf, wie Münchner Medien ausführlich berichteten. In München-Sendling plante die Trivium GmbH bzw. die Trivium GmbH & Co. Ertragswerte D7 KG (laut Firmenbuch ist die Trivium GmbH ebenfalls insolvent. Mit einem Anteil von 21,4047 Prozent ist Kmenta dort Gesellschafter) auf dem Gelände einer ehemaligen Brauerei den Abriss dieses Stadtteil-Wahrzeichens und den Neubau mit Wohnungen, Gewerberäumen und siebengeschossigem Turmbau. Sprecher des Immobilienentwicklers war anlässlich der ersten Medienberichte (u. a. in TZ, Abendzeitung, Fokus, SZ) ebenfalls Mario Kmenta.

Mehrere Anfrageversuche der VN ließ Kmenta ebenso wie sein Anwalt bislang unbeantwortet. Interessant wäre nämlich auch, wie es mit Kmentas Projekten im Land, wie z. B. dem Hotelneubau an der Kreuzung Rheinstraße/Landstraße in Hard, weitergehen soll oder was mit der Villa Schwerzenbach neben dem Vorarlberger Landhaus passiert …