In Wien gibt es am meisten Lohn: So viel verdient man in Vorarlberg

Markt / 20.07.2026 • 17:40 Uhr
Die Antrittspensionen im ASVG-Bereich gehen aufgrund der Pensionsreformen noch schneller zurück als jene der Beamten.  Foto: APA
Bei Lohn und Gehalt gibt es zwischen den Bundesländern deutliche Unterschiede. APA

Löhne und Gehälter sind in Österreich unterschiedlich hoch: Dass man in Wien am meisten verdient, liegt am “Hauptstadtbonus”. Auf den Rängen dahinter hat sich die Platzierung geändert.

Wien, Schwarzach Lohn und Gehalt sind zwei verschiedene Dinge – Lohn gibt es z. B. für tatsächlich geleistete Arbeitsstunden und er kann monatlich variieren. Ein fester, gleichbleibender Monatsbetrag ist hingegen ein Gehalt. Sei’s drum: Den unselbstständig beschäftigten Menschen ist wichtig, dass Lohn und Gehalt möglichst hoch sind, schließlich – und so argumentieren die Arbeitnehmervertreter – ist auch das Leben teurer geworden. Um die Löhne und Gehälter zu vergleichen, bieten sich verschiedene statistische Auswertungen an, die aber leicht divergieren. Unselbstständig beschäftigt waren im Jahr 2025 übrigens laut Statistik Austria 3.964.995 Personen, in Vorarlberg waren es 172.500 Personen.

Auf dem Siegertreppchen

Laut einer Auswertung des Hauptverbandes der Sozialversicherungen, dem die ÖGK, die Pensionsversicherungsanstalt, die Sozialversicherungsanstalt der Selbstständigen, die Versicherungsanstalt öffentlich Bediensteter, Eisenbahnen und Bergbau sowie die AUVA angehören, und die kürzlich von der Tiroler Tageszeitung veröffentlicht wurde, stiegen die Gehälter im vergangenen Jahr um durchschnittlich 4,3 Prozent. Als sogenanntes Medianeinkommen – d. h., die Hälfte der Einkommen liegt darunter, die Hälfte darüber – errechnen die Sozialversicherer 43.812 Euro brutto, inkl. Urlaubs- und Weihnachtsgeld, das macht 3651 Euro brutto. Laut einer Erhebung von Kununu, der Online-Plattform für Arbeitgeberbewertungen und Gehaltsvergleiche, bei der eine umfassende Analyse von über 91.000 Gehaltsangaben aus Österreich erfolgte, ergab sich 2025 ein durchschnittliches Bruttogehalt von 51.185 Euro – das macht 14 Mal 3656 Euro.

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In beiden Fällen bleibt die Reihenfolge im Bundesländervergleich auf den ersten drei Plätzen gleich: Am meisten verdient man in der Bundeshauptstadt Wien (Kununu 3806 Euro, SV 3785), Vorarlberg ist inzwischen auf Platz 2 (Kununu 3767, SV 3772) und der langjährige Spitzenreiter im Gehaltsvergleich, das Bundesland Oberösterreich, auf Platz 3 (Kununu 3676 Euro; SV 3770). Am letzten Platz befindet sich bei der Job-Site Kununu das südlichste Bundesland. In Kärnten ergibt die Umfrage ein monatliches Medianeinkommen von 3396 bei der Kununu-Analyse. Laut Sozialversicherern ist das Burgenland Schlusslicht mit 3226 Euro. Auf dem vorletzten Platz findet sich in beiden Gehaltschecks unser Nachbarbundesland Tirol (Kununu 3435 Euro, SV 3441). Das macht einen satten Unterschied vor und hinter dem Arlberg von 332 Euro laut Kununu-Analyse bzw. 344 Euro bei den Zahlen der Sozialversicherer.

Breitere Branchenaufstellung

Richtig ist, wie beide Auswertungen hervorheben, dass Wien zwar das höchste Medianeinkommen hat, aber auch die höchsten Wohn- und Lebenskosten. Und auch Vorarlberg ist durch seine Grenzlage, aber auch durch den Tourismus, teurer als andere Bundesländer. Was die Tiroler nicht unbedingt zufriedenstellt: Denn auch Vorarlbergs Nachbar zählt nicht unbedingt zu den Regionen mit dem optimalen Lohn-/Lebenskosten-Verhältnis, wie Arbeitnehmervertreter betonen. Arbeitsmarkt-Fachleute erklären den vorletzten Platz von Tirol im Gehaltsvergleich mit dem hohen Anteil an Arbeitsplätzen im Tourismus, die oft nicht ganzjährig ausgeübt werden können. In Vorarlberg sind die Arbeitsplätze außerdem ausgeglichener als beim Nachbarn über die verschiedenen Branchen verteilt.