797 neue Unternehmen in sechs Monaten

In Vorarlberg bleibt das Gründungsgeschehen trotz leichten Rückgangs weiterhin auf hohem Niveau.
Feldkirch Das Gründungsgeschehen in Vorarlberg bleibt auf hohem Niveau. Im ersten Halbjahr 2026 wurden insgesamt 797 Unternehmen neu gegründet. Zum Vergleich: Im ersten Halbjahr 2025 wurden 809 Unternehmen gegründet. Österreichweit stieg die Zahl der Neugründungen im selben Zeitraum um 4,5 Prozent auf 21.718 Unternehmen.
Die Entscheidung für die Selbstständigkeit wird auch 2026 vor allem aus Überzeugung getroffen. Zu den wichtigsten Motiven zählen der Wunsch nach mehr Flexibilität in der Zeit- und Lebensgestaltung, die Möglichkeit, die eigene Chefin oder der eigene Chef zu sein, sowie der Wunsch nach mehr Eigenverantwortung.
Der Frauenanteil unter den Neugründungen lag im ersten Halbjahr bei 42,5 Prozent. Das Durchschnittsalter der Gründerinnen und Gründer betrug 36,6 Jahre.
Gewerbe und Handwerk bleibt die stärkste Sparte
Die meisten Unternehmensgründungen entfielen mit 37,8 Prozent erneut auf die Sparte Gewerbe und Handwerk. Es folgen Information und Consulting (23,4 Prozent) sowie der Handel (22,9 Prozent). Besonders dynamisch entwickelten sich laut Wirtschaftskammer die Bereiche Information und Consulting sowie Transport und Verkehr.

Mehr als 360 Personen nahmen im ersten Halbjahr eine persönliche Gründungsberatung der Wirtschaftskammer Vorarlberg in Anspruch. Wie die Gründer Eneriko Jurkovic und Michael Lux berichten, hätten sie insbesondere bei der Wahl der passenden Gesellschaftsform von der Beratung profitiert. “Die rechtlichen und steuerlichen Implikationen wurden uns verständlich erläutert. Dadurch konnten wir eine fundierte Entscheidung treffen.”
Als größte Herausforderungen für Gründerinnen und Gründer gelten weiterhin Bürokratie, aufwendige Behördenverfahren, steuerliche und sozialversicherungsrechtliche Vorgaben sowie der Zugang zu Finanzierungen. Die Wirtschaftskammer fordert deshalb unter anderem einen digitalen One-Stop-Shop für Unternehmensgründungen, einen Beteiligungsfreibetrag zur Mobilisierung privaten Kapitals sowie eine freiwillige Arbeitslosenversicherung für Selbstständige.