Von 5 auf 1000: Firma fühlt sich in Vorarlberg am richtigen Platz

In seiner Branche gehört das Unternehmen zu den größten: In Vorarlberg hat die Tiroler Firma zwei Niederlassungen und investiert in die Zukunft.
Kufstein, Dornbirn, Nenzing 1976 war ein gutes Jahr für den Autohersteller BMW. Mit der 6er-Reihe und dem 5er wurden neue Modelle auf den Markt gebracht, die sich zu Bestsellern entwickelten, auf der Straße experimentierten die Münchner bereits mit dem Wasserstoffantrieb. Und der Autohersteller konnte einen neuen Händler begrüßen, dem die Modell- und Technologieoffensive sicher den Start erleichtert hat. Der neue Händler war Fritz Unterberger in Kufstein – er zeigte nicht nur außergewöhnliches Engagement als neuer Händler, er und seine Frau Helga setzten auch gleich ein Ausrufezeichen und eröffneten den ersten Neuwagen-Schauraum in Tirol. Mut zu Neuem, gepaart mit Verlässlichkeit und Nachhaltigkeit, sind Eigenschaften, die sie ihren Söhnen Gerald, Dieter, Fritz jun. und Florian weitergaben, die heute die Geschicke in den zur Unternehmensgruppe gewachsenen Unterberger-Firmen lenken.

Das Tiroler Autohaus, das seinen ersten Schritt über Bundeslandgrenzen nach Vorarlberg setzte, gehört heute zu den größten Autohändlern Österreichs und Süddeutschlands – gestartet mit fünf Mitarbeitern, beschäftigt die Firmengruppe heute über 1000 Menschen. “Vorarlberg war für uns ein großer Schritt, auch von der Distanz”, so Dieter Unterberger, Geschäftsführer der Automobilsparte. Inzwischen 28 Automobil- und Motorradstandorte werden aktuell von Unterberger betrieben, am weitesten entfernt vom Stammsitz ist derzeit der Standort im baden-württembergischen Pfullendorf. An 19 Standorten werden Fahrzeuge der BMW Group angeboten, an sechs weiteren Autowelt-Standorten sind verschiedene Marken erhältlich, dazu kommt Jensen Classics für Oldtimer, außerdem hat Unterberger noch zwei Karosseriezentren.
Entscheidungen vor Ort
Zum Erfolg trage bei, dass die Standorte sehr selbstständig agieren. “Die Betriebe werden nicht zentral geführt. Uns ist wichtig, dass Entscheidungen vor Ort getroffen werden.” Die Expansion werde indes nicht um jeden Preis vorangetrieben, “sondern nur, wenn es Sinn macht”, so Dieter Unterberger zur Strategie des Familienunternehmens. Auf der grünen Wiese wolle die Firma aber heutzutage keinen Betrieb mehr aufstellen, betont Unterberger bezüglich eines Range-Rover-Standortes in Vorarlberg.
Die Standorte Dornbirn und Nenzing gehören zu den Vorreiter-Betrieben in der Gruppe. Die Schauräume der Vorarlberger Betriebe wurden mit Millionenaufwand im Rahmen des “Retail.Next.”-Konzepts von BMW zu formidablen “Wohnzimmern” umgebaut. Auch in die Infrastruktur investiere man regelmäßig hohe Summen. Und investiert wird auch in Belegschaft und Ausbildung. “Wir sind stolz, dass wir sehr viele langjährige Mitarbeiter haben, die durchschnittliche Betriebszugehörigkeit beträgt 20 Jahre”, betont er im Gespräch. Wert gelegt werde auf die Ausbildung: In Summe bildet Unterberger derzeit 170 Lehrlinge aus.
Erfolgsmodell Familienunternehmen
Vorarlberg sei für ihn wie für das Unternehmen, das seinen Sitz nach wie vor in Kufstein hat, ein Standort nach Wunsch. Denn im Land gebe es eine gesunde Standortstruktur und “auch die großen Firmen sind hier familiengeführt”. Das Unternehmen, das heuer sein 50-jähriges Jubiläum feiert, ist vom Modell “Familie” überzeugt, das zeige sich auch daran, dass man mit den Partnern langjährig zusammenarbeite.

Weitere Aktivitäten setzt die Unterberger Gruppe im Immobilienbereich, wo die Tiroler auch mit dem Vorarlberger Projektentwickler Zima zusammenarbeiten. Über 1000 Wohnungen wurden seit 1981 gebaut. Die Fachmarktzentren, die Unterberger selbst oder zusammen mit Partnern errichtet hat, haben über 150.000 Quadratmeter Gewerbe- und Handelsflächen. Abgerundet wird das Unternehmensportfolio durch Beteiligungen in verschiedenen Branchen.