Haben wir! Diese Firma hält mit 200.000 lagernden Artikeln die Wirtschaft in Schwung

Markt / 29.07.2026 • 11:17 Uhr
Haben wir! Diese Firma hält mit 200.000 lagernden Artikeln die Wirtschaft in Schwung
Rund 55 Millionen Euro investiert das Wolfurter Unternehmen in das Logistikzentrum in Nordrhein-Westfalen, das 2027 in Vollbetrieb gehen wird. FA

Der Vorarlberger Händler konnte seinen Marktanteil trotz schwieriger wirtschaftlicher Lage im ersten Halbjahr ausbauen. In Deutschland zählt die Firma inzwischen zu den größten der Branche.

Wolfurt Wenn die produzierende Wirtschaft in der Krise ist, dann spüren das auch Zulieferer. Das Wolfurter Unternehmen Haberkorn, der größte technische Händler Österreichs und inzwischen auch in Deutschland in der Spitzengruppe des der Branche angekommen, wie Vorstandsvorsitzender Gerald Fitz und Oskar Rauch, Mitglied der Geschäftsleitung, im Gespräch mit den VN informieren. Aber auch sonst ist man mit der Entwicklung zufrieden. “Wir konnten den Gesamtumsatz der Haberkorn Holding AG im ersten Halbjahr 2026 im Vergleich zum Vorjahr um 2,6 Prozent steigern und, besonders erfreulich, auch unseren Marktanteil in Deutschland”, so Fitz.

Erfolgsfaktor Systemlösungen

Für dieses Wachstum und die solide finanzielle Basis des im Jahr 1932 von Leopold und Frieda Haberkorn in Bregenz als Seilerei gegründeten Unternehmens ist nicht nur die breite Aufstellung der Handelsfirma ausschlaggebend, sondern auch die Services, die Haberkorn seinen Kunden bietet, führt Rauch aus. Denn Haberkorn hat sich darauf spezialisiert, den Kunden Systemlösungen anzubieten. “Das heißt, wir entlasten die Firmen und kümmern uns darum, dass sie sich nicht mehr um Instandhaltungssortimente, Werkzeuge, Bestandteile von Produkten wie Anlagen kümmern müssen”, erklärt Fitz das Angebot, das an allen Standorten des Unternehmens, das inzwischen zehn Länder mit insgesamt 30 Standorten umfasst, ausgerollt wurde und auch damit punktet, dass die oft international tätigen Firmen diese Services länderübergreifend zur Verfügung haben. “Wir sind damit tief in den Prozessen der Unternehmen verankert”, schildert Rauch die Vorteile des Systems, das ständig weiter ausgebaut und auch durch den Einsatz von künstlicher Intelligenz (KI) aktualisiert werde. Dass es funktioniert, sei aber vor allem auf die Mitarbeiter zurückzuführen, die lange im Unternehmen sind und für die Kunden vertraute und verlässliche Partner sind, erklärt Fitz.

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Gerald Fitz, Vorstandsvorsitzender der Haberkorn Holding, ist mit der Entwicklung zufrieden. Wichtiger Beitrag dafür ist die gute finanzielle Basis des Familienunternehmens. FA

Das Servicemodell geht so weit, dass Haberkorn auch Produkte liefert, die nicht im eigenen Sortiment sind, was allerdings bei über 200.000 verschiedenen Produkten, die lagernd sind, gar nicht so oft passiert. “Wenn sie nicht in unserem Sortiment sind, dann besorgen wir sie auf jeden Fall”, erklärt Gerald Fitz. Der Krise, die mehrere Branchen seit Jahren in Atem hält, trotzt Haberkorn durch die breite Aufstellung. So sind jetzt praktisch alle großen Pharmaunternehmen in Deutschland auf der Kundenliste, auch die Aufträge aus der Luft- und Raumfahrtindustrie haben stark zugenommen, so Oskar Rauch.

Größte Einzelinvestition

Die starke Dynamik am deutschen Markt begründet auch das größte Einzelprojekt in der Firmengeschichte. In Recklinghausen entsteht ein mehrgeschossiges Logistikzentrum mit rund 13.000 Quadratmetern zusätzlicher Fläche. Der Vollbetrieb ist für Ende 2027 geplant. Insgesamt investiert Haberkorn rund 55 Millionen Euro. In Deutschland werden bereits jetzt 35 Prozent des Umsatzes von Haberkorn erwirtschaftet, der im ersten Halbjahr mit 406,6 Millionen Euro klar über dem Vergleichszeitraum des Vorjahres liegt. In Deutschland hat Haberkorn nach mehreren Akquisitionen eine starke Marktposition und beschäftigt rund 820 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter. Insgesamt arbeiten bei Haberkorn 2400 Menschen, 473 in Vorarlberg. Österreich ist nach wie vor der Hauptmarkt mit einem Anteil von 45 Prozent am Gesamtumsatz, 15 Prozent tragen die Standorte in Zentral- und Osteuropa bei und fünf Prozent die Schweiz – auch dort sorgt die Pharmaindustrie für eine gute Auftragslage.