Bald 7,40 Euro extra: Post sieht Folgen neuer Paketgebühren

Markt / 30.07.2026 • 11:00 Uhr
Bald 7,40 Euro extra: Post sieht Folgen neuer Paketgebühren
Post-Vorstand Peter Umundum sieht derzeit Veränderungen im Paketgeschäft.

Seit Juli gilt EU-Zoll für Pakete. Ab Herbst folgen weitere Abgaben. Aber China-Händler reagieren bereits.

Schwarzach Wer ein Paket aus einem Drittstaat wie China, der Schweiz, Großbritannien oder den USA bestellt, muss seit Juli tiefer in die Tasche greifen. Seither erhebt die EU auf Kleinsendungen mit einem Warenwert von weniger als 150 Euro einen Pauschalzoll von drei Euro.

Die Abgabe wird dabei nicht pro Paket, sondern je Warengruppe verrechnet. Wer etwa ein T-Shirt und eine Handyhülle bestellt, zahlt insgesamt sechs Euro. Ab November kommt eine weitere EU-Gebühr hinzu: Für jedes im Internet bestellte und in die EU eingeführte Produkt werden zusätzlich zwei Euro Bearbeitungsgebühr fällig.

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Dritte Besteuerung

Unabhängig davon führt Österreich mit 1. Oktober eine nationale Paketabgabe für große Onlinehändler mit einem Jahresumsatz von mehr als 100 Millionen Euro ein. Sie beträgt inklusive Umsatzsteuer 2,40 Euro pro Paket. Zusammengefasst bedeutet das für Kunden: Wer ab November Waren eines großen Händlers aus einem Drittstaat bestellt, muss somit mit zusätzlichen Abgaben von mindestens 7,40 Euro rechnen.

Österreichische Post
Peter Umundum, Generaldirektor-Stellvertreter und Vorstand für Paket & Logistik. post

Für die Österreichische Post sind die neuen Gebühren bereits spürbar. Peter Umundum, Generaldirektor-Stellvertreter und Vorstand für Paket & Logistik, berichtet von ersten Auswirkungen des EU-Zolls auf das Paketgeschäft.

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Mit Juli ging die Paketmenge aus Drittstaaten deutlich zurück.vmh

Acht Prozent aus China

Das China-Geschäft sei in Österreich zwar nicht dominierend. Pakete aus China machten hierzulande rund acht Prozent des gesamten Paketvolumens aus. Dennoch habe man die Auswirkungen der neuen Regelung unmittelbar bemerkt. “Wir hatten im Juni ein extremes Wachstum und kamen im ersten Halbjahr insgesamt auf ein Plus von acht Prozent. Nach der ersten Juli-Woche sind die China-Mengen dann um 40 bis 50 Prozent eingebrochen”, sagt Umundum über den Vorzieheffekt.

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Im Vorjahr stellte die Post in Österreich insgesamt 232 Millionen Pakete zu – rechnerisch mehr als 25 Sendungen pro Einwohner. Für das zweite Halbjahr 2026 rechnet das Unternehmen allerdings aufgrund der steuerlichen Themen mit einem Rückgang der Paketmengen.

Chinesen reagieren

Die chinesischen Händler würden sich jedoch auf die neuen Zollbestimmungen einstellen beziehungsweise versuchen, diese zu umgehen. Große Anbieter verschicken ihre Waren zunehmend über Logistik- und Versandzentren in Osteuropa. Dort werden die Sendungen verzollt und anschließend innerhalb der EU weitertransportiert. “Dieser Trend wird sich fortsetzen”, ist Umundum überzeugt.

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Pakete aus China machen rund acht Prozent der gesamten Paketmenge aus.vmh

Parallel dazu baut die Österreichische Post ihre Aktivitäten im Onlinehandel weiter aus. Erst kürzlich hat sie die Mehrheit am bulgarischen E-Commerce-Dienstleister euShipments übernommen. Das Unternehmen bindet Klein- und Mittelbetriebe über eine Schnittstelle an zahlreiche E-Commerce-Plattformen an.

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Denn trotz der neuen Gebühren sieht Umundum keinen grundlegenden Wandel im Onlinehandel. “Die Waren finden immer ihren Weg. Man kann nicht gegen den Fortschritt argumentieren. Somit wird sich der Onlinehandel weiterentwickeln, inklusive Höhen und Tiefen”, sagt der Post-Vorstand.

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“Man kann nicht gegen den Fortschritt argumentieren”, sagt der Post-Vorstand.vmh

Briefgeschäft schrumpft

Deutlich schwieriger bleibt die Entwicklung im Briefgeschäft. Der Rückgang falle insgesamt stärker aus als erwartet. Künftig rechnet die Post mit einem jährlichen Minus von acht bis neun Prozent beim Briefvolumen. Gleichzeitig erwarteten viele Kunden weiterhin eine tägliche Zustellung. Beschwerden gebe es zwar punktuell, in Vorarlberg sei aktuell jedoch keine auffällige Häufung festzustellen.