Zum richtigen Zeitpunkt: Vorarlberger Eisproduzentin expandiert über den Arlberg

Markt / 07.08.2026 • 15:10 Uhr
Zum richtigen Zeitpunkt: Vorarlberger Eisproduzentin expandiert über den Arlberg
Katarina Rankovic hat die Eisdiele Kolibri 2014 übernommen – seither ist ihr “Eisimperium” ständig gewachsen. Es gibt die Artikel nicht nur in Vorarlberg, sondern österreichweit.VN/Stiplovsek

Das Rezept macht den Unterschied. Vorarlberger Eisproduzentin punktet mit handwerklich hergestelltem Gelato. Jetzt hat sie den ersten Standort in Tirol eröffnet.

Schwarzach Als Peter Schmidhofer im Jahr 1990 seinen ersten Eissalon eröffnete, konnte er nicht ahnen, dass seinem “kleinen Vogel” Kolibri ganz große Flügel wachsen. Seine Idee war so einfach wie überzeugend – das beste handwerklich gemachte Eis anzubieten. Bis 2014 konnte man seine Kreationen zuerst in Götzis, dann in Bregenz und später in Wolfurt genießen, inzwischen ist das Kolibri-Eis fast flächendeckend in Vorarlberg in aller Munde – und nicht nur hier.

2014 übergab Schmidhofer seine Eisdiele an Katarina Rankovic, die bis heute nach den Rezepten von Schmidhofer produziert, wie sie im VN-Gespräch sagt. “Die Grundrezepte sind von Peter” – auf dieser Basis hat sie inzwischen ein kleines Eisimperium gebaut. Produziert wird seit 2023 in der Schwarzacher Manufaktur inzwischen in einer ganz anderen Dimension als 2014, doch mit Zahlen hält sich Rankovic zurück. Es gibt im Land acht Standorte, die vom Unternehmen selbst betrieben werden. Das Eisplatzl in Schruns führt Josef Weiß, Franchise-Betriebe gibt es außerdem in Unteruhldingen am Bodensee, in Singen am Hohentwiel und in Budapest. Auch zahlreiche Gastronomiebetriebe setzen auf Kolibri.

Premiere in Tirol

Und nun gibt es auch die erste Eisdiele in Tirol. Im Innsbrucker Kaufhaus Tyrol eröffnete Kolibri einen Shop. Während Rankovic vorderhand keine Expansion nach Ostösterreich plant, könne sie sich gut vorstellen, weitere Shops im Nachbarbundesland zu eröffnen. “Die ersten Wochen waren sehr gut”, bilanziert sie. Dass es Potenzial in weiteren Städten gibt, glaubt sie schon, doch konkrete Pläne gebe es vorläufig noch nicht.

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Der neue Standort im bekannten Kaufhaus Tyrol in Innsbruck zieht seit der Eröffnung im Juli die Genießer im Nachbarbundesland an. Fa

Die gab es für die engagierte Unternehmerin auch beim bisherigen Wachstum nicht unbedingt, wie sie verrät. “Wir haben das bisher Schritt für Schritt gemacht”, sagt sie, eben das, was sich für die Firma anbot. Genützt habe dabei sowohl die Firmenphilosophie, die auf Handwerk, Regionalität und Kreativität setzt, als auch die Bereitschaft, Gelegenheiten wahrzunehmen, die sich bieten. “Es fühlt sich nicht wie Arbeit an”, sagt sie trotz des rasanten Wachstums. Vielleicht liegt es auch daran, dass sie mit ihrem Team – inzwischen hat Kolibri 80 Mitarbeiter – nach wie vor gerne Eis isst – “löffelweise” und gerne neue Eissorten erfindet. Bis zu 500 verschiedene Variationen, immer basierend auf den Basisrezepten, werden Jahr für Jahr probiert. “Die Kunden mögen gerne neue Sorten”, weiß sie aus Erfahrung. Was dann im Sortiment bleibt, entscheidet der Verkauf.

Zum richtigen Zeitpunkt: Vorarlberger Eisproduzentin expandiert über den Arlberg
In den Eissalons und für die Gastronomie wird das frisch gerührte Eis in Wannen gefüllt – im Lebensmittelhandel findet man es bei “Spar Premium” und der Eigenmarke. VN Stiplovesk

Für Kolibri entschieden hat sich auch Österreichs größter Lebensmittelhändler. Spar setzt für die Premium-Linie österreichweit auf die Produkte aus Schwarzach. Acht verschiedene Sorten (außer Vanille und Pistazie) werden in der Manufaktur produziert. “Jedes zehnte Spar-Eis kommt aus Vorarlberg”, freut sich denn auch das Handelsunternehmen. In den Eistruhen findet man außerdem die eigenen “Kolibri”-Eisbecher. Produziert wird auch für Landwirte, die dafür ihre eigene Milch und je nach Sorte eigenes Obst verwenden, informiert Rankovic, die als weiteres Standbein auch das Eis-Catering bei Veranstaltungen im DACH-Raum anbietet und immer öfter Firmen beliefert, die ihren Mitarbeitern guttun wollen.

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Kolibri schmeckt international: Bei den Olympischen Spielen in Paris genauso wie in Cortina wurde im Austria-Haus das Vorarlberger Eis serviert.ÖOC

Teilnehmen werde man auch weiterhin an internationalen und nationalen Wettbewerben. “Heuer haben wir das Goldene Stanitzel gewonnen”, ist Rankovic stolz auf den Hauptpreis beim wichtigsten Branchenvergleich Österreichs. Gold und Spitzenplätze heimste die Vorarlberger Marke in den vergangenen Jahren auch bei der Gelato World Tour und den Gelato World Masters ein, um nur einige zu nennen.