Eine Genossenschaft für “die schönste Sackgasse der Welt”

Markt / 10.08.2026 • 16:49 Uhr
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Verantwortung für die Talschaft und ihre Entwicklung hat sich die Walser Holding auf die Fahnen geschrieben – von der Bank- bis zur Bergbahn-Infrastruktur und soziale Belange. FA/KT

Die Walser Raiffeisen Holding ist Geschichte. Nicht nur der Name wurde geändert, die Holding hat sich unter neuem Namen auch neu aufgestellt.

Riezlern 1250 Mitglieder zählt die Walser Holding derzeit – und wer im Kleinwalsertal wohnt bzw. arbeitet, kann Mitglied dieser genossenschaftlich organisierten Holding werden, die in der Vorarlberger Enklave eine ganz wichtige Rolle einnimmt. Die Genossenschaft gibt es, seit es Raiffeisen im Kleinwalsertal gibt, nur hat sich etwas entscheidend geändert. “Bisher musste man ein Konto bei der Raiffeisenbank haben”, erklärt Andreas Gapp, Vorstandsvorsitzender der Holding, “nun haben wir nicht einfach den Namen geändert, sondern dokumentieren damit unsere Verantwortung für das Tal.” Und das ist nicht alles.

Eine Genossenschaft für "die schönste Sackgasse der Welt"
Andreas Gapp, Vorstandsvorsitzender der Walser Holding, betont die Verantwortung für die nachhaltige Entwicklung des Kleinwalsertals.Fa

“Unsere Wurzeln liegen in der Walser Raiffeisen Bank und der Alpen Privatbank. Diese Herkunft prägt uns bis heute und darauf sind wir stolz. Gleichzeitig haben sich die Aufgaben in den vergangenen Jahrzehnten grundlegend weiterentwickelt. Was ursprünglich als Bank-Holding entstand, ist heute eine Beteiligungsgesellschaft, die Verantwortung für die nachhaltige Entwicklung des Kleinwalsertals hat – von Tourismus und Infrastruktur bis hin zu Mobilität, Energie und regionaler Wertschöpfung.”

Verantwortung für die Region

Man sei in der Walser Holdung nicht nur wirtschaftlich, sonder auch gesellschaftspolitisch aktiv, etwa als wichtiger Teil des Sozialwerks Kleinwalsertal, das hilfsbedürftige Personen unterstützt, aber auch mit den Kleinwalsertaler Dialogen, die sich aktuellen Themen in allen relevanten Bereichen widmen, oder beim Projekt “Kleinwalsertaler Zeitzeugen”.

Die Basis für die Genossenschaft in der laut Tourismuswerbung “schönsten Sackgasse der Welt” bleiben aber die wirtschaftlichen Aktivitäten. Das zeigt das Beteiligungsportfolio der Holding. “Bei allen unseren Beteiligungen haben wir Partner”, so Gapp zur Geschäftsphilosophie, die auf genossenschaftlichen Ideen beruht. Die Walser Holding hält Beteiligungen natürlich an der Alpen Privatbank AG mit Sitz in Innsbruck (70 Prozent), einer der erfolgreichsten Banken im gesamten Alpenraum in dieser Sparte, und der Walser Raiffeisen Bank AG (49,99 Prozent). Sie ist an der Kleinwalsertaler Bergbahn AG, zu der die Fellhornbahn GmbH und die Skiliftgesellschaft links der Breitach GmbH & Co. KG gehören (78 Prozent), genauso beteiligt wie an den diversen Ifen Hotel Kleinwalsertal Gesellschaften zusammen mit der DSR Holding GmbH, der Traube Riezlern Errichtungs- und Betriebsgesellschaft (50 Prozent) und der RVA Regionalverkehr Allgäu GmbH (30 Prozent).

Genossenschafter entscheiden

Die Walser Holding, deren oberstes Gremium die Generalversammlung ist, ist außerdem an der Allgäu Airport GmbH & Co. KG beteiligt, am Bioenergie Heizwerk Kleinwalsertal eGen., am Kleinwalsertal Tourismus eGen., am Tourismus-Mitarbeiter-Haus Kleinwalsertal eGen., der Raiffeisen Landesbank Vorarlberg mit Revisionsverband und Caruso Carsharing eGen. Kurzum – in allen für eine Kommune und in diesem Fall für die gesamte Talschaft und grenzüberschreitend für die Tourismusregion wichtigen Infrastrukturen. Über die verschiedenen Gesellschaften ist die Walser Holding auch einer der größten Investoren im Kleinwalsertal.

Eine Genossenschaft für "die schönste Sackgasse der Welt"
Das ikonische Ifen Hotel gehört ebenfalls zum Portfolio der Holding – betrieben wird es zusammen mit der DSR Holding.FA

“Sie ist heute eine Beteiligungsgesellschaft, die Verantwortung für die nachhaltige Entwicklung des Kleinwalsertals hat – von Tourismus und Infrastruktur bis hin zu Mobilität, Energie und regionaler Wertschöpfung”, so Gapp. Und ein Instrument, mit dem die Bevölkerung oder jene Walser, die Mitglied der Genossenschaft sind, aktiv mitbestimmen, wie sich das Tal entwickelt. Die Mitgliedschaft kostet einmalig 52 Euro, verbunden ist diese mit einer Haftung in der 20-fachen Höhe der Einlage.