Kraftwerkspläne: Rondo Ganahl nimmt von S.O.S. Walgau keine Petition entgegen

Der Papiererzeuger plant ein Müllverbrennungskraftwerk in Frastanz. Dem Widerstand durch S.O.S. Walgau spricht man jedoch die notwendige Seriosität ab.
Frastanz Die Rondo Ganahl AG kündigt an, die angekündigte Petition des Vereins S.O.S. Walgau gegen das geplante Kraftwerk im Rahmen der “Energieautonomie Frastanz” bei einer Demonstration nicht entgegennehmen zu wollen. Das Unternehmen begründet diesen Schritt in einem offenen Brief damit, dass es den Verein derzeit nicht als seriösen Gesprächspartner sehe.
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Rondo stört sich am Kommunikationsstil
Der Verein hat für den 21. September eine Demonstration in Nenzing angekündigt und die Eigentümerfamilie des Papierwerks zur Entgegennahme der online gesammelten 3100 Unterschriften gegen das thermische Kraftwerk eingeladen. Rondo Ganahl plant das erste Reststoffkraftwerk Vorarlbergs zur Energieerzeugung für den Eigenbedarf. Als Brennstoff sollen zum einen aufbereitete Industrie- und Gewerbeabfälle aus dem eigenen Betrieb und aus Vorarlberg eingesetzt werden sowie bei Bedarf Faserschwämme aus eigener Produktion oder Holz. Nach den nun vorliegenden Unterlagen wäre die Verbrennung von bis zu 122.000 Reststoffen im Jahr erlaubt.

Rondo wirft S.O.S. Walgau vor, mit “Fehlinformationen”, emotionalisierenden Darstellungen und Angstbildern gegen das Projekt zu arbeiten. Der Papiererzeuger kritisiert die gewählte Sprache und die aus ihrer Wahrnehmung überzogenen KI-Visualisierungen.
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Man wolle ausdrücklich nicht die Unterzeichner der Petition oder die kritische Bevölkerung kritisieren, aber unter den derzeitigen Umständen werde es keinen Dialog mit S.O.S. Walgau geben, erklären die Projektleiter Andreas Neuper und Benjamin Jentzsch: “Wer Verantwortung gegenüber der Bevölkerung übernimmt, sollte informieren statt polarisieren.” Zugleich betont Rondo, den Dialog mit der Bevölkerung über Informationsveranstaltungen, Werksbesichtigungen, die Projektwebsite und persönliche Gespräche fortsetzen zu wollen.
Widerspruch von S.O.S. Walgau
“Unsere Aufklärungsarbeit ist ein Teil der öffentlichen Diskussion”, betont Obfrau Theresa Grabher. Die Öffentlichkeitsarbeit des Vereins möge polarisierend sein, nichtsdestotrotz habe Rondo Ganahl die betroffene Bevölkerung des Walgaus nur spärlich und unvollständig informiert. Aus Sicht des Vereins ist auch die Kommunikation vonseiten des Betreibers geschönt und damit ähnlich einseitig. S.O.S. Walgau sei durchaus am Dialog mit Rondo Ganahl interessiert, sofern dieser nicht hinter verschlossenen Türen stattfindet, sondern mit der breiten Bevölkerung.
Umweltverträglichkeitsprüfung
Das Unternehmen verweist auf die laufende Umweltverträglichkeitsprüfung. Fachgutachten und behördliche Prüfungen sollen dabei die Auswirkungen auf Mensch, Natur und Umwelt bewerten.

Auch S.O.S. Walgau beteiligt sich an der Umweltverträglichkeitsprüfung: Laut Eigendarstellung habe man 14 voneinander unabhängige Gutachten und eine ergänzende Stellungnahme fristgerecht eingereicht. Behandelt werden Fragen der Wasserqualität bis zur Verkehrsbelastung. Die Initiative ist überzeugt, dass die Kraftwerkspläne rein dem privaten Interesse an einem neuen Geschäftsmodell dienen und nicht im Sinne der Allgemeinheit und der Umwelt sind.
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Auch abseits der Bürgerinitiative hat das Projekt mit Gegenwind zu kämpfen: Am 16. April sprach sich auch die Gemeindevertretung aufgrund erheblicher Bedenken im Rahmen des UVP-Verfahrens gegen das Projekt aus. Und auch das Bundesverwaltungsgericht entschied, dass die Vorprüfung, ob eine UVP notwendig sei, durch das Land nicht in ausreichendem Maße stattfand.