Diese Firma hat weniger Umsatz, aber im ersten Halbjahr auch den Verlust halbiert

Markt / 19.08.2026 • 16:09 Uhr
Diese Firma hat weniger Umsatz, aber im ersten Halbjahr auch den Verlust halbiert
Die Textilien des Unternehmens werden weltweit angeboten, doch in den letzten Jahren harzte der Verkauf.FA/Darko Todorovic

Angeschlagener Vorarlberger Textilkonzern veröffentlicht Halbjahreszahlen. Einsparungen und Umstrukturierung halfen, das EBIT-Minus zu halbieren.

Bregenz In der Bregenzer “Noch-Zentrale” des Unterwäscheherstellers Wolford, der bekanntlich bis 2027 geräumt werden muss, ist man um eine halbwegs gute Stimmung nach vielen wirtschaftlichen Tiefschlägen bemüht. Das zeigt die für börsennotierte Unternehmen verpflichtende Veröffentlichung der Zahlen für das erste Halbjahr 2026. “Die erste Jahreshälfte zeigt die kontinuierlichen Fortschritte bei der Restrukturierung von Wolford”, heißt es in dem Bericht.
Während der Umsatz mit 31 Mill. Euro gegenüber 33 Millionen Euro im ersten Halbjahr des Geschäftsjahres 2025 nahe dem Niveau des Vorjahres blieb, so das Management, habe der Konzern heuer eine deutlich verbesserte Ertragsentwicklung.

Diese Firma hat weniger Umsatz, aber im ersten Halbjahr auch den Verlust halbiert
Sitzt im Wolford-Management: COO Ralf Polito FA/Wolford Eterna

Die wesentliche Verbesserung des EBIT, also des Gewinns vor Steuern, von -22,8 Millionen Euro im ersten Halbjahr des Geschäftsjahres 2025 auf -10,2 Mio. im ersten Halbjahr des Geschäftsjahres 2026 verdeutliche die positiven Auswirkungen der umgesetzten Maßnahmen und bestätige, dass das Bregenzer Unternehmen, das in Vorarlberg noch knapp 150 Mitarbeiter beschäftigt, “trotz eines weiterhin herausfordernden Marktumfelds Schritte in die richtige Richtung unternimmt”. In den vergangenen Jahren wurden wesentliche Bereiche nach Mailand ausgelagert, eine Produktion gibt es außerdem im slowenischen Murska Sobota, dort sollen nach den zuletzt veröffentlichten Mitarbeiterzahlen knapp über 200 Personen beschäftigt sein.

Abhängigkeit von Aktionären

Das Management überwache weiterhin eng die Liquidität, die operative Entwicklung und den Finanzierungsbedarf, heißt es in der Ad-hoc-Mitteilung des Textilherstellers. Die Beurteilung der Fähigkeit des Unternehmens zur Fortführung der Unternehmenstätigkeit (Going Concern) berücksichtige die fortbestehende Abhängigkeit des Konzerns von der Aktionärsunterstützung sowie von anderen Finanzierungsquellen, während das Restrukturierungsprogramm fortgesetzt werde und solange eine nachhaltige Profitabilität noch nicht erreicht wurde, informiert Wolford. Die Mehrheit am Unternehmen hält der chinesische Fosun-Konzern mit 74,7 Prozent, zweitgrößter Aktionär ist der deutsche Investor und Internet-Pionier Ralph Bartel, weniger als ein Prozent hält die Wolford AG selbst, der kleine Rest befindet sich in Streubesitz.