Bank und Startup sorgen für “Win-win-win-Situation”

Vorarlberger Bank startet mit Dornbirner Startup einzigartigen Service für Unternehmerkunden. Start ist im September.
Dornbirn Wie kann sich eine Bank von anderen in der Branche unterscheiden? Indem sie ihren Kunden anbietet, was sie anderswo so nicht bekommen. “Wir wandeln uns mit diesem Schritt vom reinen Finanzberater zu einem echten Sparringpartner für unsere Kunden aus der Wirtschaft”, erklärt der Vorstandsvorsitzende der Dornbirner Sparkasse, Harald Giesinger, im Gespräch mit den VN. Das Geldinstitut erweitert sein Beratungsangebot auf Basis einer Partnerschaft mit dem Dornbirner Startup Metriqa und dem von dem jungen Unternehmen entwickelten Analyse-Tool, das ab September den Kunden zur Verfügung steht. “Dazu gibt es auch noch eine Veranstaltung für unsere Kunden aus der Wirtschaft”, informiert Vorstand Martin Jäger.

Dieses neue Angebot ermöglicht vor allem kleinen und mittleren Unternehmen, sich mit der Branche insgesamt zu vergleichen, beim Blick über den Tellerrand auch Best-Practice-Beispiele, die in anderen Regionen und Ländern einen entscheidenden Wettbewerbsvorteil bieten, kennenzulernen und wichtige Benchmarks zur Hand zu haben, erklären Noa und Clemens Fröwis. Sie haben das digitale Werkzeug entwickelt, das bereits kurz nach Präsentation und ersten Gehversuchen mit Partnern aus Vorarlberg über die Landesgrenzen hinaus für großes Interesse sorgt. Unterstrichen wird das durch das Engagement der FFG (Forschungsförderungsgesellschaft) und des aws (Austria Wirtschaftsservice), die im Allgemeinen Startups nur sehr selektiv fördern. Anders bei Metriqa, das zu den vielversprechendsten Tech-Startups Österreichs zählt. Das große Interesse wird auch durch die Zahl der Mitarbeitenden dokumentiert. “Wir haben zu viert begonnen und sind jetzt schon zehn Personen. Und wir haben eine Niederlassung in Wien”, so Noa Fröwis.
Klare Sicht statt Nebel
Metriqa hilft Unternehmen oder auch Organisationen, ein Beispiel dafür ist der Dornbirn Tourismus, bildlich gesagt, statt im Nebel zu stochern, ein klares Bild zu bekommen. Metriqa erstellt datenbasierte Analysen, welche die Grundlage für die Geschäftstätigkeit sein können. “Natürlich vorausgesetzt, sie wollen das”, so Giesinger. Natürlich sei das für alle Firmenkunden interessant und stehe ihnen zur Verfügung – das gelte auch für deren Online-Auftritte etwa bei der Mitarbeiterwerbung, erklärt Noa Fröwis. Besonders KMU profitieren von diesen Daten, so Vorstand Jäger, denn “kleine Unternehmen haben oft nicht die Ressourcen, um sich intensiv mit diesen Themen zu beschäftigen”.
“Für die Firmen ist das extrem unkompliziert”, informiert Clemens Fröwis. Man verarbeite ausschließlich öffentlich verfügbare Daten. “Es fließen keine Bank-, Konto- oder Kundendaten der Sparkasse in die Plattform”, versichert er. Die Verarbeitung erfolge DSGVO-konform, gehostet werde in der EU. Clemens Fröwis: “Die Zusammenarbeit mit der Dornbirner Sparkasse erfüllt zudem die Anforderungen für digitale Resilienz im Finanzsektor. Datenschutz und Compliance sind bei uns nicht Beiwerk, sondern Grundvoraussetzung für die Arbeit mit Banken.”
Laufende Aktualisierung
Die Beratung auf Grundlage der von Metriqa aus- und aufgewerteten Daten ist übrigens keine einmalige Sache, sondern werde laufend auf den neuesten Stand gebracht, erklärt Noa Fröwis. Und die Sparkasse-Dornbirn-Vorstände Giesinger und Jäger wollen mit der Zusammenarbeit gleich mehrere Aspekte hervorheben. “Es ist positiv, dass digitale Innovation nicht nur in den USA und China stattfindet, sondern auch hier bei uns in Dornbirn.” Neben dem Mehrwert für die Geschäftskunden freue man sich auch, dass man eine Firma wie Metriqa zu den Sparkasse-Kunden zählen könne. Eine “Win-win-win-Situation”, sind sich Banker und App-Entwickler einig.