Dieses Getränk sorgt seit 15 Jahren für ein Prickeln bei den Festspielbesuchern

Markt / 21.08.2026 • 11:57 Uhr
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Genug Sekt für jede Gelegenheit. Der größte österreichische Schaumweinhersteller hat in den neuen Produktionsstandort einen mittleren zweistelligen Millionenbetrag investiert. Fa/Darabos

Besonders in der Festspielsaison greifen die Vorarlberger gerne zu einem Glas Sekt. Doch es muss nicht mehr unbedingt alkoholisch sein – auch der Branchenführer präsentiert Alternativen.

Bregenz, Wien Das Österreichische Sektkomitee hat keine leichte Aufgabe – und das, obwohl die Konsumenten in Vorarlberg gerne zu “Sprudel” greifen. Doch für die Sommerparty wird gerne zu Produkten gegriffen, die nicht aus Österreich stammen. Seit Jahren im Trend ist Prosecco, dem – hört man die Käufer – Alltagstauglichkeit unterstellt wird. Wenn es darum geht, ein besonderes Ereignis zu feiern, kommt Sekt eher zum Zug – Österreichs Sprudler müssen sich in diesem Fall aber auch mit Champagner messen.

Marktführer bei Sekt und Spirituosen

Der größte österreichische Schaumweinproduzent stellt sich dem Wettbewerb, wie Florian Czink, seit Oktober 2025 Vorstandsvorsitzender der Schlumberger Gruppe, betont. Die Schlumberger GmbH, Eigentümerin ist die Marussia Beverage AG, bietet übrigens ein weit größeres Portfolio an als “nur” die bekannten Schaumweine. Das beginnt bei den Sparkling-Marken Hochriegl und Goldeck, umfasst aber auch die bekannten Mozart-Liköre und seit Kurzem den Salzburger Punschhersteller Treml, um nur einige zu nennen. Mit der Top Spirit GmbH ist die Unternehmensgruppe außerdem Marktführer im Vertrieb von Spirituosen.

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Schlumberger-CEO Florian Czink kämpft für die Branche. Die Regierung plant hohe Steuern für Alkohol. “30 Prozent sind ein Wahnsinn”. Fa/Almasan

Vorarlberg ist für den Getränkespezialisten ein traditionell starker Markt. “Besonders in den Tourismusregionen haben wir langjährige Partnerschaften”, so Czink. Mit Markus Walch habe man einen starken und gut vernetzten Repräsentanten im Land. Und weil die Bregenzer Festspiele auch viele “Premium-Gäste” anzögen und wie Schlumberger ein exklusives Image hätten, sei man seit 15 Jahren voller Stolz Schaumwein-Partner. “Es gibt nirgends hochwertigere Gäste – und Deutschland ist unser Hauptmarkt außerhalb Österreichs”, so Czink. Um die Sekte von Schlumberger bei der Zielgruppe zu platzieren, unterstützt die Sektmarke auch die Festivals in Salzburg und Mörbisch. In Vorarlberg fließt der Schlumberger aus der Grünen-Veltliner-Traube ins Glas.

Bewusstsein schaffen

Doch die österreichische Herkunft ist beim Sekt eben ein zweischneidiges Schwert. Beim Wein setze die Kundschaft in Österreich eindeutig auf Rot-Weiß-Rot, so der Firmenchef, beim perlenden Wein sei das aber völlig anders – Prosecco, Cava, Crémant landen im Einkaufskorb der Österreicher. Es sei Ziel von Schlumberger und den anderen Mitgliedern des Sektkomitees, hier das Bewusstsein für heimische Sprudler zu stärken. Zum Ringen um die Sektkunden generell komme jetzt der Trend zu alkoholfreien Perlweinen. Während der Markt für Sekt wie für Spirituosen jeweils um vier Prozent nachgegeben hat, gewinnt das Segment “0,0 Promille” stark an Marktanteilen. Daran komme Schlumberger nicht vorbei, allerdings habe man kein Produkt auf den Markt bringen wollen, das nicht den hohen Qualitätsansprüchen des Hauses entspreche, so Czink. “Wir haben lange daran getüftelt, jetzt kommt ein ausgereiftes Produkt auf den Markt”, verspricht er. Zumal die Kellereichefin und Önologin Aurore Jeudy, die ihr Handwerk in der Champagne gelernt und perfektioniert hat, für das neue Produkt verantwortlich sei. Im Herbst feiert der Null-Promille-Sekt Premiere.

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Im “House of Sparkling” werden alle Produkte von Schlumberger hergestellt. Auch für Kunden wird in Müllendorf abgefüllt.FA/Darabos

Der österreichische Sektprimus, gegründet 1842 von Robert Schlumberger, hat im vergangenen Herbst im Burgenland die neue Produktionsstätte – “House of Sparkling” eröffnet. Dort werden jährlich rund drei Millionen Liter Sekt der drei Marken Schlumberger, Hochriegl und Goldeck produziert. Die Kapazität sei so hoch, dass man auch als Abfüller für andere Weinproduzenten agieren könne – jedoch erst ab 50.000 Flaschen, informiert der Firmenchef. Beschäftigt werden bei der Schlumberger-Gruppe rund 150 Mitarbeitende, der Jahresumsatz liegt bei knapp unter 100 Millionen Euro.