Vorarlberger Limo ist Geschichte – jetzt kommt Trixi

Generationen von Vorarlbergern sind mit dieser Limonade aufgewachsen. Das Rezept bleibt, aber der Softdrink hört jetzt auf einen anderen Namen und ist in ganz Österreich erhältlich.
Bludenz Im nächsten Jahr hätte die Marke einen runden Geburtstag gefeiert, doch daraus wird jetzt nichts mehr. 99 Jahre lang war sie für viele Generationen das Getränk, an das man sich aus seiner Kindheit erinnert. Die ersten Flaschen von Diezano wurden noch in Hörbranz, konkret in Bad Diezlings, einem Heilbad und Gasthaus im gleichnamigen Ortsteil, von Johann Füssinger mit Zitronen- und Orangengeschmack abgefüllt – nach und nach gab es weitere Geschmacksrichtungen; ein Hit bei den Kindern war etwa die Diezano Himbeer. Ab 1979 wurde in Dornbirn abgefüllt, zuletzt in Bludenz – die Marke gehört zur Brauerei Fohrenburg.
Limonadetradition für Österreich
Nun verschwindet Vorarlbergs erste Limonadenmarke endgültig vom Markt, wie die Führungsspitze des Bludenzer Getränkeproduzenten mit Fohrenburg-Sprecher Wolfgang Sila, Braumeister Matthias Gangl und Vertriebschef Jürgen Baldauf im Gespräch mit den VN informiert. Sie berichten aber auch darüber, wie es mit der Limonade weitergeht. Denn jetzt kommt Trixi. So heißt die neue Limo, die weiterhin in Bludenz produziert und mit dem bewährten Wasser aus dem Silvretta-Arlberg-Massiv – der Diezano-Quelle – hergestellt werde. Trixi sei aber keine kurzfristige Antwort auf einen Trend, “sondern baut auf der langen Limonadentradition in Bludenz auf”, sagt Braumeister Gangl. Auch der neue Auftritt stammt aus Vorarlberg, sagt Wolfgang Sila. Die Dornbirner Agentur Baschnegger Ammann Partner hatte die Idee und setzte sie auch um.

Das Sortiment ist mit der neuen Marke deutlich gewachsen und umfasst sieben Sorten: Cola, Cola-Mix, Orange, Zitrone, Kräuter, Himbeere und ganz neu: Cola Zero. Ergänzt werde das Angebot durch “Quelle prickelnd” aus der bisherigen Diezano-Quelle. Die Erfrischungsgetränke werden nicht im Handel angeboten, erklärt Jürgen Baldauf. In verschiedenen Gebinden – 0,33 Liter-Flaschen, die in Bludenz produziert werden, Literware, die in Göss abgefüllt wird, und Container für den Zapfhahn – wird Trixi in der Gastronomie erhältlich sein, sagt Vertriebschef Baldauf. In der Gastronomie ist Trixi angekommen, Diezano allenfalls noch gelegentlich erhältlich. An ein Ausrollen in den Lebensmittelhandel sei derzeit nicht gedacht.
Wertschöpfung im Land
Die Produktion der Limonade, die nicht nur mit einem Retro-Namen, sondern auch je nach Sorte mit einer eigenen farblich abgestimmten Trixi-Frau am Etikett (männliche Etiketten gibt es keine) ausgestattet ist, hat für den Standort Bludenz große Bedeutung. “Das hilft, die Auslastung der Brauerei hoch zu halten”, erklärt Sila. Das sichere die rund 100 Arbeitsplätze und leiste einen guten Beitrag zur regionalen Wertschöpfung. Außerdem habe man in den letzten Jahren beträchtlich in die Produktion investiert, was ebenfalls Vorarlberger Betrieben zugutekomme.

Die Entwicklung in der Brauereiwirtschaft zeigt sich auch im Angebot der Bludenzer. Allein 2025 ist der Gesamtausstoß der österreichischen Brauereien um 7,1 Prozent zurückgegangen. Fohrenburger reagiert darauf mit verschiedenen Bieren und dem bekannten Radler sowie mit der neuen Trixi-Limonade. Auch alkoholfreies Bier, das heute deutlich besser schmeckt als noch vor einigen Jahren, wird angeboten. “In Summe ist das aber immer noch kein großes Segment mit gerade mal vier Prozent Marktanteil”, informiert Braumeister Gangl, der heuer mit dem Fohrenburger Jubiläum Gold beim European Beer Star 2025 punkten konnte: “Doch der Marktanteil des alkoholfreien Biers steigt.” Biermischgetränke – also “Radler” – legen hingegen weiter zu – auch im Osten Österreichs, in Deutschland sowieso. Dort aber noch gerne in der süßen Variante.