Neun Vorarlberger auf der Suche nach Europas Stärke

Markt / 11.09.2026 • 10:03 Uhr
Neun Vorarlberger auf der Suche nach Europas Stärke
Die neun Vorarlbergerinnen und Vorarlberger fahren mit vielen Eindrücken nach Hause. cav

Stipendiaten erlebten in Alpbach Demokratie auch abseits der Seminarräume.

Alpbach “Wie gewinnt Europa?” lautet die Leitfrage des diesjährigen Forums Alpbach. Eine einfache Frage ist das nicht. Denn wenn jemand gewinnt, muss dann nicht auch jemand verlieren? Und worin besteht dieser Sieg überhaupt? Mit diesen Fragen im Gepäck machten sich neun junge Vorarlbergerinnen und Vorarlberger auf die Suche nach Antworten.

Eine Platte, die rutscht

In Alpbach treffen sie auf Politiker wie EU-Kommissar Magnus Brunner, Außenministerin Beate Meinl-Reisinger oder Familienministerin Eva-Maria Holzleitner. Sie nehmen sich Zeit für Gespräche, beantworten Fragen und diskutieren mit den jungen Teilnehmern. Doch manche der Eindrücke entstehen abseits der Seminarräume.

Neun Vorarlberger auf der Suche nach Europas Stärke
Kamingespräch mit EU-Kommissar Magnus Brunner. CAV

Eine Platte, die rutscht

Mit der Wildbach- und Lawinenverbauung geht es ins Tuxertal zu einer Erdplatte, die sich seit Jahren bewegt. Oben am Hang ist der Abriss zu sehen. Die Platte befindet sich in einem sogenannten latenten Grenzgleichgewicht: Sie hält – aber nicht selbstverständlich. Direkt unterhalb verläuft die L6, die wichtige Verkehrsverbindung des hinteren Tuxertals. Die Wildbach- und Lawinenverbauung versucht, die Bewegung zu bremsen. Das braucht Kontrolle und viele kleine Korrekturen.

Neun Vorarlberger auf der Suche nach Europas Stärke
Diskussion mit Außenministerin Beate Meinl-Reisinger. cav

Die Erdplatte wird dabei für die Teilnehmer zum Anlass, über die Stabilität demokratischer Systeme nachzudenken. Denn auch Demokratie ist nicht selbstverständlich. Vertrauen kann verloren gehen, rechtsstaatliche Regeln können infrage gestellt werden, der gesellschaftliche Zusammenhalt kann bröckeln. Vieles davon geschieht nicht plötzlich, sondern in kleinen Verschiebungen.

Beobachten und pflegen

Gerade deshalb bleibt nach den Tagen in Alpbach bei den Vorarlbergern vor allem die Erkenntnis, dass Demokratie und Europa keine Selbstverständlichkeit sind. Eine eindeutige Antwort auf die Frage, wie Europa gewinnt, lässt sich deshalb auch nach Tagen voller Diskussionen für sie nicht auf einen Satz herunterbrechen. Deutlich wird aber, dass die großen Herausforderungen kaum allein zu bewältigen sind. So wie die Erdplatte im Tuxertal nicht sich selbst überlassen werden kann, muss Demokratie gepflegt und immer wieder nachjustiert werden.