SOS Walgau macht Rondo-Kraftwerk und das CO₂ vor UVP-Verhandlung zum Thema

Markt / 13.09.2026 • 08:00 Uhr
SOS Walgau macht Rondo-Kraftwerk und das CO₂ vor UVP-Verhandlung zum Thema
Der Industriebetrieb in Frastanz will von fossilen Brennstoffen unabhängiger werden, Anrainer fürchten eine unverhältnismäßige Umweltbelastung.Rondo Ganahl

Die öffentliche Verhandlung des UVP-Verfahrens zum Reststoffkraftwerk der Rondo Ganahl AG ist für Ende September angesetzt. Dabei spielt auch die Frage der CO₂-Emissionen eine Rolle.

Frastanz Am 22. September beginnt um 9 Uhr die öffentliche UVP-Verhandlung zum Kraftwerksprojekt des Papierunternehmens Rondo Ganahl AG im Ramschwagsaal in Nenzing. Geplant ist ein Reststoffkraftwerk, das sowohl Wärme als auch Elektrizität bereitstellen soll. Damit will Rondo Ganahl nicht nur seine Abhängigkeit von Erdgas reduzieren, sondern bietet auch die Bereitstellung von Fernwärme für Feldkirch und das Walgau an.

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Demo vor dem UVP-Verfahren

Doch es gibt auch anhaltenden Widerstand. Die Bürgerinitiative S.O.S. Walgau ruft am Abend vor dem UVP-Verfahren zur Großdemonstration auf. Diese ist für den 21. September ab 18 Uhr angesetzt, ebenfalls beim Ramschwagsaal. Sie rechnet in der Einladung zur Demonstration vor, dass die Müllverbrennungsanlage bei Vollauslastung beinahe fünfmal mehr CO₂ pro Jahr erzeugen werde, als es die privaten Haushalte im Walgau täten. Dies sei eine unzumutbare Mehrbelastung der Bevölkerung.

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Situation in Österreich und Vorarlberg

Laut dem Klimaschutzbericht 2026 wurden 2024 in Österreich 66 Millionen Tonnen CO₂-Äquivalent Treibhausgase emittiert, zu über 80 Prozent war dies CO₂. Energie und Industrie waren für 21 Mio. Tonnen verantwortlich, 21 Prozent weniger als noch 1990. 3,4 Mio. Tonnen waren dabei die öffentliche Strom- und Wärmeproduktion. Eine weitere Mio. Tonne CO₂-Äquivalent stammt aus der Abfallverbrennung – dreimal mehr als 1990, aber 6,5 Prozent weniger als 2023. Derzeit gibt es in Österreich zwölf größere Müllverbrennungsanlagen für Siedlungsabfälle, allein Wien Energie unterhält drei solcher Kraftwerke. Hinzu kommen 49 überwiegend industrielle Verbrennungskraftwerke, die Müll als Regel- oder Zusatzbrennstoff verwenden.

2024 wurden insgesamt 4,1 Millionen Tonnen “thermisch behandelt”, sprich zur Energie- und Wärmeerzeugung verbrannt, erklärt das Umweltbundesamt. Seit 2016 sei der Wert leicht rückläufig. Diese kompensieren meist fossile Brennstoffe, so wie im Falle von Rondo Ganahl Erdgas: “Einer Zunahme der Emissionen im Abfallsektor stehen tendenziell Emissionsminderungen im Energiesektor gegenüber”, erklärt das Umweltbundesamt daher.

SOS Walgau macht Rondo-Kraftwerk und das CO₂ vor UVP-Verhandlung zum Thema
Die Müllverbrennungsanlage in Buchs. Hier landet auch der Vorarlberger Restmüll, der nicht anders verwertet werden kann.Archiv VN

Jene Teile des sortierten Vorarlberger Abfalls, die keiner anderen Verwertung zugeführt werden können, werden derzeit in der Kehrrichtverbrennungsanlage in Buchs verbrannt, etwa 10 km Luftlinie südwestlich von Feldkirch. 2023 waren dies etwa 72 kg pro Vorarlberger.

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Rondo Ganahl sieht CO₂-Ersparnis

Auch Rondo Ganahl will den Blick auf das Thema CO₂ weiter fassen. Derzeit wird die notwendige Prozesswärme zur Papieraufbereitung aus der Verbrennung von Erdgas gewonnen, dies macht sieben Prozent des gesamten Vorarlberger Gasverbrauchs aus. Da man durch das Reststoffkraftwerk 90 Prozent des Erdgases ersetzen würde, wären dies 20.000 Tonnen CO₂ an Ersparnis. Da die Reststoffe bereits jetzt in Buchs verbrannt werden, handle es sich um unvermeidbare Emissionen. Durch die Rauchgasfilterung zwischen Kraftwerk und Kamin werde die Luftqualität an sich sogar verbessert: Die Abgase seien vergleichbar mit etwa 100 Holzheizanlagen oder einem Biomassekraftwerk mit 7 Megawatt Leistung – bei einer Leistung von 140 Gigawattstunden Wärme und 60 Gigawattstunden Strom.

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