Vollautomat statt Kapsel: Jura hat die “Umsteiger” im Visier

Markt / 17.09.2026 • 14:30 Uhr
Vollautomat statt Kapsel: Jura hat die "Umsteiger" im Visier
Andreas Hechenblaikner, Annette Göbel und Matthias Konzett in der Jura-Österreich-Zentrale in Röthis.VN

8000 Kaffeemaschinen werden jedes Jahr in Röthis serviciert. Umsatz hat sich in zehn Jahren verdoppelt.

Röthis Kaffeezubereitungsmethoden gibt es viele. Jura hat sich ganz den Vollautomaten verschrieben, die per Knopfdruck unterschiedliche Kaffeevarianten zubereiten. Mit Kaffeequalität und der Vielfalt an Möglichkeiten sollen zunehmend auch “Umsteiger” erreicht werden – also jene, die bisher auf Kapsel- oder Filterkaffeemaschinen setzen. “Hier sehen wir Potenzial”, sagt Matthias Konzett, der bei Jura Österreich gerade die Geschäftsführung von Andreas Hechenblaikner übernommen hat.

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Jeder Vollautomat aus ganz Österreich landet in der Werkstatt in Röthis. Hier wird nicht nur der Primärfehler behoben, sondern jedes Teil der Maschine angeschaut.vn/steurer

Das Unternehmen, das aktuell auf einen Jahresumsatz von rund 30 Millionen Euro kommt, konnte diesen in den vergangenen zehn Jahren verdoppeln. “Das liegt an der Preisentwicklung, aber auch an den gestiegenen Stückzahlen”, so Konzett.

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Die gläserne Service-Fabrik ist für alle Reparaturservices verantwortlich.vn/steurer

8000 Maschinen im Service

Röthis ist der Sitz der Österreich-Zentrale. Deshalb kommen auch Vollautomaten aus ganz Österreich hierher zur Reparatur. 8000 Kaffeemaschinen werden dort pro Jahr überholt, serviciert oder repariert. 4500 Ersatzteile liegen dafür bereit. Spätestens nach 48 Stunden soll das Gerät wieder beim Kunden sein. “Wir bieten eine Servicebereitschaft von 20 Jahren an”, betont Konzett.

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Der Standort Röthis ist zugleich der Österreich-Sitz von Jura.VN

In Röthis sind neben der Werkstätte auch alle aktuellen Jura-Geräte zu sehen. Neben der Kaffeequalität spielt dabei das Design eine zunehmend wichtige Rolle. “Lange war Weiß die Trendfarbe, nun sind es eher Grau- oder Schlammtöne. Das hängt stark von den Küchenherstellern ab”, erklärt Hechenblaikner. Auch die Größe ist entscheidend. Ein aktuelles Modell ist beispielsweise nur 19 Zentimeter breit. Damit wolle man Kunden ansprechen, für die ein Vollautomat bisher aus Platzgründen nicht infrage kam.

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Rechts die schmalste Jura-Kaffeemaschine, die es aktuell gibt.vn/steurer

Von Milch bis Cold Brew

Auch beim Kaffee selbst gibt es immer wieder neue Vorlieben. Milchmischgetränke seien bereits seit Längerem ein großes Thema, aktuell beobachte man etwa eine stärkere Nachfrage nach kalt gebrühtem Kaffee.

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Bevor die Kaffeemaschine in die Werkstatt kommt, wird eine Fehleranalyse durchgeführt.VN

Beim Verkauf setzt Jura auf den Fachhandel. “Die Menschen informieren sich zwar im Vorfeld im Internet, kaufen aber gerne stationär”, sagt Annette Göbel, die gerade zur Prokuristin bestellt wurde. Auch der entsprechende Service sei dabei ein wichtiges Verkaufsargument.

75 Prozent der Jura-Kunden sind Privatpersonen, 25 Prozent sind Betriebe. Der Privathaushalt sei das Kerngeschäft, allerdings sehe man auch im Office-Bereich noch Potenzial. “Menschen wollen auch im Büro einen guten Kaffee trinken. Wir bieten hier Maschinen mit einer Kapazität zwischen 50 und 300 Tassen pro Tag sowie die Abrechnungssysteme dazu.”

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Im Bereich Reparaturservice sitzt beim Team jeder Handgriff.VN/Steurer

Start mit Bügeleisen

Seit 1991 konzentriert sich Jura ausschließlich auf Kaffeevollautomaten. Das war nicht immer so: Das 1931 gegründete Schweizer Unternehmen hatte ursprünglich Heizgeräte und Bügeleisen im Sortiment. “Diese waren gerade in Hotels sehr beliebt”, erinnert sich Hechenblaikner, der noch bis Jahresende das Team beratend begleitet und dann in Pension geht.

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Milchmischgetränke auf Knopfdruck sind für viele Kunden ein wichtiges Kaufargument.VN/Steurer

Die Nachfolgelösung bezeichnet er als “Idealfall”. Konzett sei optimal in die neue Rolle hineingewachsen. “Er kennt die Werte und die Prozesse im Unternehmen. Es ist also ein Privileg, mit ihm und Annette Göbel zwei Talente im eigenen Haus zu haben.”