Grünes Licht für Red Bull und Rauch in Brandenburg

Markt / 21.09.2026 • 16:35 Uhr
Grünes Licht für Red Bull und Rauch in Brandenburg
Die Stadtverordnetenversammlung hat in ihrer Sitzung für einen neuen Bebauungsplan gestimmt. Produziert werden sollen die Dosen für den Energy-Drink.FA/Ball

Nach formellem Stopp für die Dosenproduktion für das deutsche Rauch-/Red-Bull-Werk Baruth kann jetzt weiter gebaut werden.

Baruth, Rankweil, Ludesch Nach einem juristischen Stopp hat der Ausbau des Werkes Baruth der Getränkekonzerne Red Bull und Rauch eine entscheidende Hürde für die Realisierung des Dosenwerks, das der Verpackungskonzern Ball, der z. B. auch in Ludesch ein Inhouse-Produktionswerk für die Red-Bull-Dosen betreibt, an diesem Standort errichten will, genommen. Dem ist ein Baustopp vorausgegangen, der vom Oberverwaltungsgericht Berlin-Brandenburg aus formellen Gründen verhängt wurde. Gegenstand des Verfahrens waren Vorgaben zur Lärmbegrenzung.

Zwölf zu zwei Stimmen

Nun hat die Stadtverordnetenversammlung von Baruth im deutschen Bundesland Brandenburg für einen neuen Bebauungsplan gestimmt. Das Votum fiel mit zwölf Ja-Stimmen bei zwei Gegenstimmen und einer Enthaltung deutlich aus, berichtete die Berliner Zeitung “Tagesspiegel”.

Künftig sollen die Red-Bull-Dosen direkt in Baruth neben der Abfüllung hergestellt werden, erklärt Projektkoordinator Björn Hofbauer: “Das Ziel ist es, den Standort neben der bestehenden Getränkeproduktion um ein Dosenwerk, ein Logistikzentrum und eine neue kommunale Kläranlage zu erweitern. Das reduziert Lkw-Transporte und optimiert den Wasserverbrauch.” Ohne die Inhouse-Produktion mussten und müssen die Dosen aus anderen Werken des Verpackungsspezialisten Ball zugeliefert werden. Für die Erweiterung sollen 17 Hektar Kiefernwald in unmittelbarer Nähe der bestehenden Produktionshallen gerodet werden. Doch auch wenn der Baustopp aufgrund eines formalen Fehlers wegen des Lärms erfolgte, sind es die Wasserressourcen, die ein Netzwerk von Umweltgruppen befürchtet.

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Vor drei Jahren wurde der Getränkeabfüller Urstromquelle, der vor der Schließung stand, von den österreichischen Unternehmen übernommen. DPA

“Wir nehmen das Thema Wasser sehr ernst”, betont Hofbauer in einem Gespräch mit dem regionalen Rundfunk Berlin-Brandenburg (rbb): “Das genehmigte Kontingent liegt bei circa 6500 Kubikmetern Wasser pro Tag. Wir werden 5500 bis 6000 Kubikmeter pro Tag nutzen. Das wird durch die Stadt und das Landesumweltamt streng überwacht.” Der Energy-Drink-Konzern und der Produzent mit Sitz in Rankweil können eine Menge von rund 2,35 Millionen Kubikmetern Grundwasser pro Jahr entnehmen, wie vertraglich mit der Stadt geregelt wurde. Der Produzent versichert, dass kein zusätzliches Wasser benötigt werde.

Mitarbeiterzahl fast verdoppelt

Red Bull und der Fruchtsafthersteller Rauch hatten den auf der Kippe stehenden Getränkeabfüller Urstromquelle im Jahr 2023 gekauft. Die Zahl der Mitarbeiter soll im neuen Werk von derzeit rund 300 Mitarbeitern nach der Erweiterung auf bis zu 600 Personen wachsen. Bereits jetzt können in Baruth über 400.000 Dosen und mehr als 100.000 PET-Flaschen pro Stunde abgefüllt werden. Durch die Investitionen soll das nach den Plänen gesteigert werden. Laut Unternehmen sollen künftig rund 3,3 Milliarden Dosen pro Jahr für die Energydrinks im neuen Ball-Werk produziert werden. 

Nach der Entscheidung in der Stadtverordnetenversammlung heißt es jetzt noch, auf die Genehmigung durch die Behörden zu warten, bis der Bebauungsplan in Kraft treten kann. Wenn es schnell geht, dann könnten die Rodungen bereits in wenigen Wochen beginnen. Denn größere Fällungen werden auch aus Gründen des Artenschutzes in Brandenburg meist zwischen Anfang Oktober und Ende Februar durchgeführt.