Pool investiert drei Millionen Euro in die Zukunft

Familienunternehmen baut Naturstein- und Keramikwerkstatt aus. Neue Technik eröffnet neue Möglichkeiten.
Götzis Trends sind auch bei Fliesen und Naturstein allgegenwärtig. Fliesen werden großformatiger, bei Küchenarbeitsplatten kommen neue Materialien zum Einsatz. Gefragt sind individuelle Lösungen, die sowohl optisch als auch technisch überzeugen.

Bei Pool mit Standorten in Götzis, Nenzing und Hohenems versucht man, diese unterschiedlichen Kundenwünsche bestmöglich abzudecken. Das Familienunternehmen in fünfter Generation beschäftigt 125 Mitarbeiter und bietet ein breites Leistungsspektrum in den Bereichen Fliesen, Naturstein und Ofenbau.

Großinvestition in Werkstatt
Dafür wurde zuletzt auch kräftig investiert. Drei Millionen Euro flossen in Götzis in eine neue Naturstein- und Keramikwerkstatt. Sowohl das Gebäude als auch die technische Ausstattung eröffnen neue Möglichkeiten. Eine vollautomatische CNC-Fräse fertigt beispielsweise maßgeschneiderte Küchenarbeitsplatten oder Waschtische.

Groß ist auch die Auswahl an Materialien. Marmor, Quarzit und Granit etwa stehen in zahlreichen Farben und Schattierungen zur Verfügung. “Im Schnitt hat ein Kunde in 15 Minuten den passenden Stein gefunden”, sagt Stefan Rein. Dazu trage auch die übersichtliche Präsentation bei. Verbessert wurden zudem die Zu- und Abfahrt für Lkw sowie die Energieeffizienz. Durch die Erweiterung der Photovoltaikanlage erreicht Pool mittlerweile eine Gesamtleistung von 270 Kilowattpeak.


Bearbeitung und Montage
Mit der Investition könne das Unternehmen eine in Österreich einzigartige Kombination anbieten, betont Werner Beck. “Wir können Fliesen und Waschtische aus demselben Material anbieten, Naturstein und Keramik bearbeiten und die fertigen Produkte auch auf der Baustelle montieren.” Gerade das Zusammenspiel von Bearbeitung und Montage mache das Angebot besonders.

Ein weiterer Geschäftsbereich ist der Ofenbau. Auch hier verändern sich die Ansprüche. “Öfen sind mittlerweile wie ein Möbelstück”, sagt Matthias Bell. Neben Holz-, Pellets- und Gaskaminen beobachtet das Unternehmen aber auch eine Rückkehr des Holzherds. “Das wird wieder ein Thema, auch wegen der Energieautarkie.”

Tourismus investitionsfreudig
Zu den Pool-Kunden zählen Privatpersonen ebenso wie Bauträger und Hotels. Während der Neubau weiterhin stagniere, sei die Investitionstätigkeit im Tourismus sehr hoch. Auch der Sanierungsbereich gewinne an Bedeutung. Im Geschäftsjahr 2025 erzielte Pool einen Umsatz von 23 Millionen Euro.

Ausgebaut wurde zuletzt auch der Servicebereich, etwa mit Kleinreparaturen wie Verfugungen. Denn die Bereitschaft, Arbeiten selbst zu erledigen, nehme ab. Hinzu komme, dass in Mietwohnungen häufig die Hausverwaltung solche Tätigkeiten organisiere. Für Pool bedeutet das, das Angebot laufend an veränderte Bedürfnisse anzupassen.

20 Jugendliche in Ausbildung
Auch in der Lehrlingsausbildung engagiert sich das Unternehmen seit vielen Jahren. Derzeit befinden sich 14 Jugendliche in Ausbildung, sechs weitere stehen kurz vor der Lehrabschlussprüfung. “Wir haben einen hauptberuflichen Ausbilder. Das war für uns ein Quantensprung”, sagt Alexander Bell.

Überhaupt sieht Bell im technischen Fortschritt einen entscheidenden Faktor für die Zukunft der Branche. Wie lässt sich der Arbeitsplatz gestalten? Welche technischen Hilfsmittel erleichtern den Mitarbeitern die Arbeit? Solche Fragen seien wesentlich, um Fachkräfte zu gewinnen und zu halten. “Wir probieren vieles aus, um die Arbeiten einfacher zu machen.” Auch Roboter habe man bereits getestet.

Ein Beruf, der bleibt
Dennoch ist Bell überzeugt, dass der Beruf des Fliesenlegers auch in 20 Jahren noch Zukunft hat. Die Millioneninvestition sei daher auch ein klares Bekenntnis zum eigenen Unternehmen und zum Standort. “Auch wenn es derzeit viele Unsicherheiten gibt, bleiben wir optimistisch.”