Stabile Bilanz: Licht im Tunnel, Schatten am Bau für Bregenzer Firmengruppe

Markt / 16.10.2026 • 12:18 Uhr
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Dieses Bahnwerk ist das erste im Partnerschaftsmodell Schiene realisierte Projekt der Deutschen Bahn und steht kurz vor der Fertigstellung. FA/DB

International tätige Bregenzer Firmengruppe legt Bilanz: Umsatz minimal gestiegen dank breiter Aufstellung. Besonders die Bahnsparte sorgte für kräftiges Wachstum.

Bregenz Die letzten Jahre haben die Bauwirtschaft nicht nur in Vorarlberg auf eine große Belastungsprobe gestellt. Besser schlugen sich jene Unternehmen, die auf mehreren Beinen stehen. Das tut die Bregenzer Rhomberg Gruppe und kann deshalb auch im 140. Jahr ihres Bestehens in diesem Marktumfeld an ihre positive Entwicklung anknüpfen. Zum Bilanzstichtag 31. März 2026 erreichte die Gesamtleistung der Rhomberg Gruppe 1,42 Milliarden Euro und lag damit leicht über dem Vorjahreswert von 1,4 Milliarden Euro. Die Beschäftigtenzahl stieg von zuletzt rund 4000 Beschäftigten leicht auf gut 4100 Beschäftigte.

Zweistelliges Plus auf Schiene

Vor allem das Bahninfrastruktur-Unternehmen Rhomberg Sersa Rail Group (RSRG), an welcher der Schweizer Unternehmer Konrad Schnyder zu 50 Prozent beteiligt ist, konnte ihren Wachstumskurs fortsetzen. “Für uns liegt die große Herausforderung derzeit weniger in der Auftragslage als in der Gewinnung qualifizierter Fachkräfte”, betont Hubert Rhomberg, Geschäftsführer der Rhomberg Gruppe. Die Betriebsleistung stieg auf 898 Millionen Euro und lag damit zehn Prozent über dem Vorjahr (2024/25: 816 Millionen Euro). Hier greifen vor allem die vielen Infrastruktur-Milliarden unseres Nachbarlandes Deutschland, die im Bahnbereich und z. B. im Umfeld des Megaprojektes “Stuttgart 21” für Aufträge und Auslastung sorgen.

Millioneninvestition im RhombergSersa

Aber nicht nur dort: Um der hohen internationalen Nachfrage auch in Zukunft als leistungsfähiger Komplettanbieter gerecht zu werden, entwickelt die RSRG ihre Standorte konsequent weiter. Mit Investitionen von rund 60 Millionen Euro entstehen in Wels, Spremberg (Deutschland) und Landquart (Schweiz) unter anderem neue Gleishallen für die Instandhaltung, zusätzliche Flächen für Fertigung und Lager sowie Büro- und Mehrzweckgebäude. Zudem ist die Gruppe Ende des vergangenen Jahres über die Beteiligung an der Emeran Braun GmbH & Co. KG weiter gewachsen. “Besonders stolz ist man beim Bahnbau-Spezialisten darauf, als einziges Unternehmen in allen Allianzprojekten der Deutschen Bahn mit an Bord zu sein.”

Stabile Bilanz: Licht im Tunnel, Schatten am Bau für Bregenzer Firmengruppe
Rhomberg-Geschäftsführer Hubert Rhomberg (li.) und Ernst Thurnher: “Hohe Baukosten, das hohe Zinsniveau und die unsichere Weltwirtschaft prägen das volatile Marktumfeld.” FA

Wo Sonne ist, ist aber auch in der Rhomberg-Gruppe Schatten: Am Bau zeigt sich, wie nicht anders zu erwarten, ein anderes Bild: Die Betriebsleistung von Rhomberg Bau sank um knapp elf Prozent von 584 Millionen Euro auf 521 Millionen Euro. Ernst Thurnher, Geschäftsführer der Rhomberg Gruppe, geht davon aus, dass die Lage im Bau nicht wirklich besser wird: “Hohe Baukosten, das hohe Zinsniveau und die unsichere Weltwirtschaft prägen das volatile Marktumfeld. Das trifft insbesondere auch unseren eigenfinanzierten Wohnbau.”

Partner der Gemeinnützigen

Besser als im privaten Wohnbau läuft es für das Unternehmen mit Hauptsitz in Bregenz im gemeinnützigen Wohnbau. “Als einziges Bauunternehmen arbeiten wir mit allen fünf in Vorarlberg aktiven gemeinnützigen Wohnbauträgern zusammen, um leistbaren Wohnraum zu schaffen”, so Thurnher. Die Expertise sei auch über die Landesgrenzen hinaus gefragt: In Salzburg-Liefering erfolgte im vergangenen November der Baustart für das neue Südtiroler Quartier der BUWOG mit insgesamt zehn Gewerbeeinheiten und rund 400 Wohnungen.

Stabile Bilanz: Licht im Tunnel, Schatten am Bau für Bregenzer Firmengruppe
In Wolfurt wurde das neue IT- und Logistikzentrum für Gebrüder Weiss fertiggestellt. Goldbeck Rhomberg plant gleich in der Nachbarschaft den Bau des eigenen Firmensitzes.VN

Goldbeck Rhomberg behauptet sich auch jetzt erfolgreich am Markt. Die realisierte Fläche des Komplettanbieters für serielles und elementiertes Bauen blieb auch im vergangenen Jahr konstant. In Wolfurt wurde einerseits das neue IT- und Logistikzentrum für Gebrüder Weiss fertiggestellt, zum anderen erfolgte der Zuschlag für die Erweiterung des Doppelmayr-Standorts im Areal Hohe Brücke. Mit dem Data Center CH One in der Schweiz realisiert Goldbeck Rhomberg zudem ein Projekt in einem wachstumsstarken Segment.