Nach PHP-Lücke: Experten mahnen weiter zu Vorsicht

Zahlreiche Server wurden auch in Vorarlberg nach Bekanntwerden der PHP-Lücke vom Netz genommen. Fachleute raten vor allem KMU, sich professionelle Unterstützung zu holen.
Schwarzach Zahlreiche Firmen und Institutionen haben in Vorarlberg nach der Entdeckung der PHP-Sicherheitslücke, bei der Angreifer sobald ein Server kompromittiert ist, alle darauf gespeicherten Daten ausspionieren können, ihre Internet-Angebote vom Netz genommen. Betroffen waren nach eigenen Angaben auch rund zehn Server der Landesregierung, die jetzt wieder am Netz sind. In Österreich sind allerdings bisher keine erfolgreichen Angriffe bekannt.
Trotz der schnellen Reaktion der Administratoren warnen Fachleute jedoch davor, bereits Entwarnung zu geben. Die Sicherheitslücke wurde von Behörden als außerordentlicher Notfall eingestuft. Laut Daten des international tätigen Cybersicherheitsunternehmens Cloudflare begannen automatisierte Angriffsversuche bereits zehn Stunden vor der offiziellen Bekanntgabe der Schwachstelle. Die Zahl der Attacken stieg in der Folge rasant an und erreichte innerhalb kurzer Zeit Millionenhöhe.
Nach der Entdeckung der kritischen PHP-Sicherheitslücke reiche das bloße Einspielen von Software-Updates nach Einschätzung von Sicherheitsexperten bei weitem nicht aus. Thomas Boele, Sicherheitsexperte beim Softwareunternehmen Check Point, warnte auf Anfrage der Deutschen Presse Agentur (DPA) davor, sich in falscher Sicherheit zu wiegen. Er forderte Systembetreiber eindringlich auf, über die reine Patch-Installation hinaus aktiv zu werden.
Auch die Bundessparte Information und Consulting der Wirtschaftskammer Österreich (WKO) gibt noch keine Entwarnung: Ein möglicher finanzieller Schaden für heimische Unternehmen ist für Branchensprecher Markus Roth, derzeit noch nicht abschätzbar. Vor allem an mittlere und kleinere Unternehmen, die keinen eigenen IT-Security im Haus hätten, appellierte er gegenüber der Austria Presse Agentur (APA), sich professionelle Unterstützung zu holen. Denn ob Daten abgesaugt wurden oder nicht, könne nur Fachpersonal feststellen, so Roth. Laut dem Experten sei es durchaus möglich, dass Hacker sich Zugriff verschafft haben, man die Auswirkungen aber erst später merke. “Ein Hacker lässt sich Zeit”, erklärt Roth. “Denn wenn er gleich loslegt, holt er ja nicht den maximalen Schaden heraus.” Zu denSofortmaßnahmen gehöre auf jeden Fall eine rückwirkende Prüfung der Logdaten bis zum 17. Oktober 2026.