“Depot war immer ein angenehmer Mieter mit attraktivem Angebot”

Die Dekoartikel-Kette Depot hat sich lange gegen ihren Untergang gewehrt. Nun hat sie den Kampf verloren und schließt in Österreich alle 24 Standorte, auch jene in Dornbirn und Bürs.
Dornbirn, Bludenz Es war keine große Überraschung, als das Management am Dienstag das Aus für die Dekoartikel-Kette Depot auch in Österreich verkündete. Nach der Insolvenz der Muttergesellschaft in Deutschland schließen auch in Österreich alle Filialen. Eine eigenständige Weiterführung des österreichischen Geschäfts sei nicht möglich, daher werde die Gries Deco Austria GmbH ihren Betrieb zum 31. Jänner 2027 vollständig einstellen und alle 24 Standorte schließen, gab das Unternehmen am Dienstag bekannt. In Vorarlberg gibt es derzeit noch zwei Standorte – einen im Dornbirner Stadtmarkt, einen weiteren im Zimbapark in Bürs. Von den Schließungen sind rund 140 Beschäftigte betroffen, in Dornbirn sind es vier. Informiert über das Ende wurden sie am Dienstagmittag. Einen Sozialplan gibt es nicht, so Firmenchef Christian Gries zur APA, er sei sich aber sicher, dass alle Beschäftigten woanders unterkommen würden.
Abverkauf zu Weihnachten
Bestehende Gutscheine sollen bis spätestens 31. Jänner 2027 eingelöst werden, informiert das Unternehmen. Das Weihnachtsgeschäft will der Dekospezialist noch mitnehmen – es sind umfangreiche Abverkaufsaktionen mit Preisnachlässen geplant. Der Eigentümer und Geschäftsführer des Dornbirner Stadtmarktes, Fabian Fink, bedauert das Ende von Depot. Überrascht war auch er nicht vom Aus des Handelsunternehmens, das ein attraktives Angebot im Stadtmarkt angeboten habe. Gekündigt wurde der Mietvertrag nicht, “er läuft mit Ende des Jahres aus und wurde nicht verlängert”, so Fink auf VN-Anfrage. Depot sei ein angenehmer Mieter, der bis heute alle Mieten anstandslos bezahlt habe. Die rund 500 Quadratmeter, die durch das Ende der Dekoartikel-Kette frei werden, seien noch nicht wiedervermietet, doch es gebe konkrete Gespräche mit Interessenten, welche die attraktive Fläche in der Innenstadt bespielen möchten.
Depot kämpft seit Jahren
Depot kämpft bereits seit Jahren um das Überleben. Die zunehmende Online-Konkurrenz, die Kaufzurückhaltung sowie die Konkurrenz durch Aktionspostenmärkte wie Action oder Tedi konnte die Ladenkette nicht mehr parieren. Bereits 2024 wurde in Deutschland das erste Mal Insolvenz angemeldet. Schon damals wurde das Filialnetz deutlich ausgedünnt, auch in Österreich.