Aus der Traum – jetzt auch Obrist-Engineering pleite

Nun musste auch Obrist Engineering in Lustenau Konkurs anmelden. Ende September betonte der Firmenchef, dass diese Firma wirtschaftlich stabil und langfristig liquide sei.
Lustenau, Feldkirch Zum Schluss war es ein verzweifelter Kampf, der nicht zu gewinnen war. Da nützten auch die Klagsandrohungen der Geschäftsführung an die Mitarbeiter nichts mehr. Denn bereits am Freitag wurden sie über das bevorstehende Ende des noch aktiven Unternehmens unterrichtet, wie mehrere Mitarbeiter den VN bestätigten. Diesmal nahm Firmengründer, -chef und -mastermind Frank Obrist auch nicht mehr den Dienst einer PR-Agentur in Anspruch, die bei den ersten beiden Konkursen noch engagiert wurde, um der Öffentlichkeit die Sicht des Hightech-Unternehmens auf den wirtschaftlichen Misserfolg zu vermitteln. Es hat nichts mehr genutzt.

Während die beiden Firmen Obrist Powertrain GmbH und Obrist Technologies GmbH umgehend geschlossen wurden, hoffte das Unternehmen, die Obrist Engineering GmbH in Lustenau, seit 1996 die Urzelle der Obrist-Firmen, zu retten. Das Unternehmen in Lustenau entwickelte und lizenzierte Technologien, Komponenten und Systeme für das Thermomanagement von Klimaanlagen und Wärmepumpen. Mit dem Gang zum Landesgericht Feldkirch am Mittwoch ist auch die Hoffnung der 25 Dienstnehmer, dass dieser Bereich weitergeführt werden könnte, gegen null gesunken.
25 Mitarbeiter betroffen
Die Höhe der Verbindlichkeiten beträgt derzeit nach Angaben des Unternehmens rund 1,9 Millionen Euro, welche nahezu zur Gänze Kreditverbindlichkeiten seien. Der Gläubigerschutzverband kleidet die Tatsache, dass damit wohl die große Vision des Ingenieurs und Innovators Frank Obrist enden wird, in karge Worte: “Die Ursachen der Insolvenz liegen einerseits in der Verflechtung mit den ebenfalls in Insolvenz verfallenen Obrist Powertrain GmbH und Obrist Technologies GmbH, den zwischen diesen Gesellschaften bestehenden wechselseitigen Forderungen beziehungsweise Verbindlichkeiten und andererseits primär in dem Umstand, dass die finanzierende Hausbank die (Kontokorrent-)Kreditlinie der Schuldnerin über den 15.10.2026 hinaus nicht verlängert habe. Die Schuldnerin ist somit zahlungsunfähig. Eine Fortführung und/oder Sanierung des Unternehmens werde derzeit noch vertieft geprüft.”

Laut Unternehmen hieß es Ende September, dass ein großer Teil der 31,8-Millionen-Euro-Verbindlichkeiten auf interne beziehungsweise besicherte Positionen entfalle. Dazu zählen Intercompany-Kredite, Gesellschafterdarlehen, Bürgschaften und Immobilien. Doch schon damals wurde die Fortführung der betroffenen Unternehmen ausgeschlossen. Für die Obrist Engineering sah Frank Obrist damals noch Chancen: Die Firma sei wirtschaftlich stabil und langfristig liquide. “Alle aktuellen Planungen zu Aufwänden, Kosten, Finanzen weisen auf eine positive Entwicklung hin. Vor diesem Hintergrund sind wir auch bestrebt, das Maximum an Know-how für die Obrist Engineering zu erhalten und vor allem Mitarbeitende beziehungsweise Schlüsselpersonal aus den anderen Gesellschaften zu übernehmen”, bekräftigt Obrist. Das ist jetzt auch Makulatur. Zum Masseverwalter wurde Anwalt Andreas Droop, Bregenz, bestellt. Die Prüfungs- und Berichtstagsatzung findet am 18.1.2027 am LG Feldkirch statt.