Vorarlberger Firma verkauft Schloss in Baden-Württemberg

In Vorarlberg stehen zwei Schlösser zum Verkauf, doch das gestaltet sich schwierig. Ein Vorarlberger Projektentwickler hat nun mit seinem Partner ein Schloss an die Stadt Singen verkauft.
Singen, Dornbirn Das 1809/1810 erbaute Singener Schloss zählt zu den geschichts- und identitätsstiftenden Orten der Stadt Singen am Hohentwiel. Über Generationen war es Wohnsitz der gräflichen Familie Vetter, seit 1951 beherbergt es das Archäologische Hegau-Museum. Nun werden die an das Schloss und den Schlosspark angrenzenden Grundstücke entwickelt – dort soll das Schlossquartier Singen entstehen. Im Zuge der Projektentwicklung haben nun die gräfliche Familie Vetter von der Lilie und die Dornbirner Unternehmensgruppe Prisma Schloss und Park an die Stadt Singen verkauft.
“Offener Ort für Bürger”
Das Singener Schloss samt Schlosspark befindet sich seit wenigen Tagen im Eigentum der Stadt und bleibe damit dauerhaft ein offener Ort für die Bürgerinnen und Bürger, freuen sich Georg Graf Vetter von der Lilie, Prisma-Finanzvorstand Raimund Klausner und der Singener Oberbürgermeister Bernd Häusler, der damit einen Beschluss des Gemeinderats umgesetzt hat.
Überlegungen zur weiteren Nutzung des Gebäudes kann die Stadt nach dem Ankauf jetzt konkretisieren. “Es freut mich, dass die Stadt Singen das historische Schlossgebäude und den Schlosspark erwerben konnte”, sagt Oberbürgermeister Häusler. Und er erklärt auch, wie sich die Stadt das in Zeiten klammer Kassen leisten kann. Der Preis von 3,1 Millionen Euro kostet die Stadt 1,8 Millionen Euro, 1,3 Millionen steuert das Land bei: “Der Kauf war nur dank der hohen Städtebauförderung des Landes Baden-Württemberg möglich. Durch die Fördermittel sind auch die notwendigen Investitionen im Singener Schloss möglich.” Die Schlossquartier Singen GmbH & Co. KG konzentriert sich nun auf die weitere Entwicklung der noch unbebauten Grundstücke. Grundlage dafür bildet das Stadtentwicklungskonzept Singen 2030, in dem die Stadt gemeinsam mit Bürgern, Verwaltung und Politik Leitsätze formuliert hat.

Die Erwartungen an das gesamte Schlossquartier sind hoch – es soll die vielfältigen Funktionen Singens als Bildungs-, Einkaufs-, Kultur- und grüne Stadt miteinander verbinden. Angedacht sei eine Mischung aus Wohnen und Gewerbe. In direkter Nachbarschaft zum Schloss und seinem Park soll ein zukunftsfähiger Ort entstehen, der die Geschichte des Ortes aufnimmt und Stadt und Natur miteinander verbindet, erklärt Prisma-Vorstand Bernhard Ölz.