Der Bischof, ein Christbaum und 2,8 Millionen Meter Faden

Hämmerle & Vogel hat eine Weihnachtsbriefmarke gestaltet. Bei der Präsentation betonte Benno Elbs die besondere Symbolik.
Dornbirn Eine Briefmarke entsteht nicht über Nacht. Bis die Österreichische Post ein neues Motiv herausgibt, sind zahlreiche Abstimmungen nötig. Auch die Sammler sollen schließlich Gefallen daran finden. Deshalb fragt die Post vorab beim Briefmarkenverein St. Gabriel nach, ob eine Marke interessant sein könnte, erklärt Patricia Liebermann, die bei der Post den Bereich Philatelie leitet.

100.000 Stück produziert
Bei der neuen Weihnachtsbriefmarke, die von der Lustenauer Stickerei Hämmerle & Vogel in einer Auflage von 100.000 Stück produziert wurde, fiel die Antwort positiv aus. Sie ist ab sofort in allen Postämtern erhältlich und hat einen Nennwert von 4,65 Euro.

Am Donnerstagabend wurde sie in der inatura in Dornbirn im Rahmen eines Erstverwendungstags offiziell präsentiert. Damit erfolgt traditionell der Startschuss, ab dem eine neu herausgegebene Briefmarke erstmals als gültiges Postwertzeichen zum Frankieren verwendet werden darf.

Zeichen für Wettbewerbsfähigkeit
Für Wirtschaftslandesrat Marco Tittler war es eine Premiere, bei einer Briefmarkenpräsentation dabei zu sein. “Hämmerle & Vogel macht beispielhaft vor, wie man sich auf Innovation besinnt und damit die Wettbewerbsfähigkeit des Standorts Vorarlberg sichert.”

Bischof Benno Elbs wiederum hat gemeinsam mit Firmenchef Markus Hämmerle bereits mehrere Briefmarken, etwa für den Vatikan, vorgestellt. Der Christbaum, der die neue Marke ziert, hat für ihn eine besondere Symbolik. “Er ist ein Zeichen für Hoffnung und ein Ausdruck der frohen Momente sowie ein Ort der Begegnung. Schön, dass all dies den Menschen durch diese Briefmarke geschenkt wird.” Er selbst verschenkt jedes Jahr zu Weihnachten frankierte Briefe an die Gefangenen der Justizanstalt Feldkirch. “Die Briefmarke ist für Menschen, die isoliert sind, ein wertvoller Brückenbauer.”

Für den guten Zweck
Am Abend wurde die Marke auch im XXL-Format präsentiert. Diese Exemplare werden vom Rotary Club Vorarlberg für den guten Zweck verkauft. Mit dem Erlös der Spendenaktion wird das Projekt Leuchtturm der Dornbirner Jugendwerkstätten unterstützt.

Reise begann vor 20 Jahren
Für Markus Hämmerle, dessen Unternehmen vor allem im Bereich Lingerie und Damenoberbekleidung tätig ist, sind die Briefmarken ein wertvolles Nischenprodukt. “Wir haben uns gefragt, wofür wir unsere Stickereien noch einsetzen könnten. So sind wir vor 20 Jahren auf die Post zugegangen und damit begann unsere Reise mit einer Edelweiß-Briefmarke.” Für den Christbaum, der übrigens auch als Baumschmuck verwendet werden kann, wurden 2,8 Millionen Meter Faden verstickt – rund 28 Meter pro Briefmarke.