Turbulentes Jahr für britische Royals

Menschen / 26.12.2019 • 21:48 Uhr / 4 Minuten Lesezeit
Prinz Andrew hat bis auf Weiteres seine öffentlichen Ämter niedergelegt. RTS, AFP
Prinz Andrew hat bis auf Weiteres seine öffentlichen Ämter niedergelegt. RTS, AFP

Queen Elizabeth II. sprach in ihrer Weihnachtsansprache von einem „holprigen“ Jahr.

sandringham Ein „holpriges“ Jahr, ein fehlendes Bild von Prinz Harry und der Aufruf an ihre Landsleute, die Spaltung zu überwinden: In ihrer Weihnachtsansprache ist die britische Königin Elizabeth II. ungewöhnlich persönlich geworden. Neben Aussagen, die auf familiäre Probleme der Royals anspielten, ging sie in ihrer Rede auf die Herausforderungen ein, denen Großbritannien nach dem Brexit entgegenblickt.

Für weiteres Aufsehen sorgte ein Weihnachtsgottesdienst ohne Prinz Philip, dafür mit dem skandalumwitterten Sohn Prinz Andrew. In ihrer am Mittwoch im Fernsehen übertragenen Weihnachtsansprache blickte Elizabeth auf ein „ziemlich holpriges“ Jahr 2019 zurück, „in dem kleine Schritte eine Welt voller Unterschiede machen können“. Das Leben von Jesus zeige, wie wichtig Versöhnung sei, sagte die Queen, die ein leuchtend blaues Kostüm trug. Jesus sei ein Beispiel dafür, dass schon „kleine Schritte im Glauben und in der Hoffnung lang anhaltende Differenzen und tief sitzende Spaltungen überwinden können“.

Turbulentes 2019

2019 war für die britische Königsfamilie wie für das Vereinigte Königreich insgesamt mehr als turbulent. Einen Skandal löste der zweitälteste Sohn von Elizabeth II., Prinz Andrew, mit einem BBC-Interview aus, in dem er sein Verhältnis zu dem verurteilten US-Sexualstraftäter Jeffrey Epstein verteidigte. Nach massiver Kritik an seinen Äußerungen kündigte der Prinz an, seine öffentlichen Ämter bis auf Weiteres niederzulegen. Auch Eli­zabeths Enkel Prinz Harry und seine Frau Meghan Markle machten 2019 Schlagzeilen. Sie sprachen in einem Interview über die Schattenseiten eines Lebens in der Öffentlichkeit. Zu Weihnachten zog das junge Paar es vor, mit seinem in diesem Jahr geborenen Sohn Archie bei Meghans Mutter in Kanada zu feiern.

Bild fehlte am Tisch

Gerüchten zufolge soll die Monarchin sehr enttäuscht von ihrem Enkel und dessen Frau gewesen sein. Auffällig war daher, dass ein Bild der beiden auf dem Tisch fehlte, an dem die Queen ihre Weihnachtsansprache hielt. Stattdessen waren gerahmte Fotos von Elizabeths Vater, König George VI., ihrem Ehemann Philip, Prinz William und seiner Familie sowie von Thronfolger Prinz Charles und Herzogin Camilla zu sehen. Es sei davon auszugehen, dass über jedes Bild „sorgfältig nachgedacht“ wurde, hieß es in „The Times“.

Auch der Begriff „holprig“ ist nach Einschätzung von Experten das deutlichste Eingeständnis von Problemen, seit Elizabeth das Jahr 1992 als „schreckliches Jahr“ bezeichnet hatte. Damals gingen die Ehen drei ihrer Kinder in die Brüche und Schloss Windsor ging fast gänzlich in Flammen auf.

Nicht nur privat, sondern auch politisch war 2019 herausfordernd: Zwei Mal eröffnete die Monarchin das Parlament – zuletzt in der vergangenen Woche, als sie das Regierungsprogramm des neu gewählten Premierministers Boris Johnson im Unterhaus verlas.

Gute Nachrichten gab es unterdessen von Prinz Philip: Der 98-Jährige war an Heiligabend nach vier Nächten im Krankenhaus entlassen worden. Seine Einlieferung ins Krankenhaus wurde als Vorsichtsmaßnahme bezeichnet.

Herzogin Meghan und Prinz Harry sollen laut Gerüchten die Queen enttäuscht haben.

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Herzogin Kate und Prinz William nahmen zum ersten Mal ihre Kinder zum Weihnachtsgottesdienst mit.

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