Schluss mit Party, Protz und Affären

Menschen / 02.01.2020 • 21:50 Uhr / 3 Minuten Lesezeit

Im belgischen
Königshaus ist
Ruhe eingezogen.

Brüssel Ein König, dem eine uneheliche Tochter nachgesagt wird, eine Königin, die als „Party-Prinzessin“ galt, ein Königsbruder, den die Belgier als „Prinz Vollgas“ kennen. All diese Protagonisten sind mittlerweile aus dem Rampenlicht verschwunden. Im Palast ist inzwischen Bodenständigkeit eingezogen. Dabei ist es noch gar nicht lange her, dass Belgien anderen Königshäusern Europas in Sachen Skandal-Faktor kaum nachstand.

Seit 2013 sind König Philippe (59) und Königin Mathilde (46) die Monarchen des Landes. Mit ihnen kehrte im Schloss Laeken im Norden Brüssels Ruhe ein. Als Philippes Vater, König Albert II., und seine Frau Paola noch im Mittelpunkt standen, war das anders. Die italienischstämmige Paola galt in den wilden 60ern als „Party-Prinzessin“. Fotos von Albert in Begleitung junger Damen tauchten auf – bald darauf war Paola in Begleitung anderer Männer zu sehen. Ihr wurde eine Affäre mit dem Sänger Adamo nachgesagt. Zum Königspaar wurden Albert und Paola 1993 – doch die Gerüchte hielten an. 1999 spekulierte ein Biograf über ein uneheliches Kind Alberts. Noch heute streitet die 1968 geborene Künstlerin Delphine Boel vor der belgischen Justiz darum, offiziell als Alberts leibliche Tochter anerkannt zu werden. Die Öffentlichkeit verfolgt das Schauspiel gebannt. Das gilt auch für die Vergangenheit des Prinzen Laurent (56), den Bruder des heutigen Königs. Mal musste „Prinz Vollgas“ wegen überhöhter Geschwindigkeit seinen Führerschein abgeben, mal sorgt er mit einem Auftritt im Bademantel für öffentlichen Spott.

Von einem öffentlichen Auftritt im Bademantel König Philippes ist indes nichts bekannt. Stattdessen veröffentlichte der Palast zum 20. Hochzeitstag kürzlich Fotos von Philippe und Mathilde zusammen mit zwei Hunden. Wohldosiert lassen die Monarchen ihr Volk am Leben der königlichen Familie teilhaben. Meist sind es jedoch Fotos aus dem beruflichen Alltag, die auf Twitter oder Instagram gepostet werden. Von Skandalen hat man schon lange nichts mehr gehört.