Vor 25 Jahren erschütterte Diana die Monarchie

Menschen / 19.11.2020 • 21:42 Uhr / 4 Minuten Lesezeit
Prinzessin Diana gab vor 25 Jahren ein Interview, das weltweit für Aufsehen sorgte. dpa
Prinzessin Diana gab vor 25 Jahren ein Interview, das weltweit für Aufsehen sorgte. dpa

Am 20. November 1995 strahlte die BBC ein Interview aus, in dem Prinzessin Diana über die Untreue ihres Mannes sprach.

London Mit einem einzigen Interview hat Prinzessin Diana vor 25 Jahren die britische Monarchie in ihren Grundfesten erschüttert. Mehr als 200 Millionen Menschen verfolgten weltweit am Fernseher, wie Diana über die emotionale Kälte am Hofe und die Untreue ihres Gatten Prinz Charles plauderte. Schlimmer noch: Sie sagte, dass Thronfolger Charles wohl nicht für den „Top-Job“ – also König zu sein – geeignet sei. Besser wäre es, wenn Sohn William später direkt Elizabeth II. auf den Thron folge. Drei Jahre lang lebte Diana damals schon von ihrem Mann getrennt, der eine lange Affäre mit Camilla Parker Bowles hatte.

Offene Worte

Ungewöhnlich offen waren Dianas Worte. „Ich möchte Königin im Herzen der Menschen sein. Aber ich sehe mich nicht als Königin dieses Landes.“ Doch sie teilte auch heftig aus: „Ich glaube nicht, dass viele Leute mich als Königin wünschen. Ich meine vor allem das Establishment, in das ich hineingeheiratet habe. Für die bin ich ein Versager.“ Vorwürfe, sie wolle die Monarchie zerstören, wies sie zurück. Die 34-Jährige gab auch zu, selbst eine Affäre gehabt zu haben: Sie hatte Trost bei Reitlehrer James Hewitt gesucht und wurde letztlich durch seine Indiskretionen enttäuscht. Auch von Selbstverletzungen – Schnitte in Arme und Beine – und Bulimie berichtete sie.

Das Interview hatte Folgen. Nur einen Monat später wurde bekannt, dass die Queen sich für eine rasche Scheidung des Paares aussprach. Charles war einverstanden und ließ über seinen Sprecher erklären: „Der Prinz hat nicht die Absicht, wieder zu heiraten.“ Empört war die Monarchin Berichten zufolge vor allem darüber, dass ihre Schwiegertochter die Eignung von Charles für den Thron anzweifelte. Dianas heimlich arrangierter Fernsehauftritt wurde als Vertrauensbruch gegenüber dem Königshaus gewertet. Die Royals verloren nach dem Interview drastisch an Ansehen, wie Umfragen ergaben. Dass Diana für das Wohl ihrer „Boys“ Harry und William, damals elf und 13 Jahre alt, kämpfte und „nicht leise verschwinden“ wollte, ließ sie in der Gunst der Briten steigen.

Keine zwei Jahre nach dem spektakulären Interview verunglückte Prinzessin Diana – von Paparazzi verfolgt – tödlich bei einem Autounfall mit ihrem Geliebten Dodi Al-Fayed in einem Pariser Tunnel.

Untersuchung angekündigt

Dianas Bruder, Charles Spencer, wirft dem Journalisten Martin Bashir vor, sich das Interview mit seiner Schwester damals mit unlauteren Methoden – etwa gefälschten Kontoauszügen – verschafft zu haben. Diese sollten demnach den Eindruck erwecken, Menschen wären dafür bezahlt worden, Informationen über Diana preiszugeben. Man nehme die Vorwürfe „sehr ernst“, sagte BBC-Chef Tim Davie und kündigte eine unabhängige Untersuchung an. Geleitet werden soll sie von Lord Dyson, einem ehemaligen Richter am Obersten Gerichtshof. Prinz William (38) bezeichnete die angekündigte Untersuchung als „Schritt in die richtige Richtung“.

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