Gans-to-go oder Verzicht auf die Martinigans

Menschen / 26.11.2020 • 21:51 Uhr / 3 Minuten Lesezeit
Bei Martin Wanko kommt nur eine Biogans auf den Teller. Florian Lierzer
Bei Martin Wanko kommt nur eine Biogans auf den Teller. Florian Lierzer

Die VN fragen nach: Ganslessen hat im November Tradition. Wie halten Sie es heuer damit?

Schwarzach Das Ganslessen gehört zum November für viele dazu. Doch mit dem Lockdown mussten die Gasthäuser schließen. Damit jedoch auf die lieb gewordene Tradition nicht verzichtet werden muss, bieten zahlreiche Gastronomen Gans-to-go an. Die VN haben bei Vorarlbergern nachgefragt, ob sie das Angebot nutzen oder heuer auf die Martinigans verzichten.

„Wer so wie ich in der Küche zwei linke Hände hat, muss im aktuellen Lockdown trotzdem nicht auf die Gans verzichten, denn zum Glück bieten viele Restaurants trotz Corona ein Gansl-to-go an, sagte Musiker Markus Wohlfahrt. Doch sei er selbst kein großer Ganslfreund. Umso mehr freut sich der 60-Jährige wieder auf die Zeit, wo er die „grandiose Angebotsvielfalt der international geschätzten Vorarlberger Gastronomie wieder „live“ vor Ort und mit Abstand genießen kann“.

Gans, aber bitte bio

Martin Wanko sieht es schon fast als Pflicht zu Ehren des Namenpatrons, ein Martinigansl zu verspeisen. Er mache das jedes Jahr – und ja, auch heuer. Dieses Jahr „Gans-to-go“, sagt der bekennende Fleischesser. Aber der Schriftsteller und Journalist legt großen Wert darauf, dass es eine österreichische Freiland-Biogans ist. Das kostet mehr, aber sie ist zertifiziert, sagte der 51-Jährige. „Als Autor bin ich auch leidenschaftlicher Koch, aber mir reicht das gefüllte Huhn am 25. Dezember. Aber auch hier bio. Und vielleicht mache ich das in Zukunft überhaupt so, weil so die Kleidung nach dem Essen im Wirtshaus nach 1000 gebratenen Enten riecht“, so Wanko.

„Bin Vegetarierin“

Eva-Maria Düringer von der AK- Vorarberg ist Vegetarierin. „Deshalb habe ich die Gans natürlich lieber lebend, als auf dem Teller meiner Familie“, so die Expertin für Steuerrecht. Wichtig ist der 52-Jährigen aber generell, dass bei ihr zu Hause regionale Nahrungsmittel verwendet werden, egal ob Obst, Gemüse oder Gans.

Für Markus Felbermayer ist „Gans-to-Go“ eine zu unterstützende Initiative für die Gastronomen und die Produzenten. „Die Produzenten haben nur einmal im Jahr die Chance, ihre Gänse zu verkaufen. Die Gastronomen können damit einen kleinen Teil des Umsatzausfalls wettmachen, sagte der Leiter der Montafoner Resonanzen. Der 65-Jährige aus Gaschurn betont, dass er sich schon freut, im nächsten Jahr wieder – in hoffentlich gewohnter Umgebung – eine Gans genießen zu können. VN-swe, MIK

Eva-Maria Düringer ist Vegetarierin und legt Wert auf regionale Produkte. Hartinger
Eva-Maria Düringer ist Vegetarierin und legt Wert auf regionale Produkte. Hartinger
Das traditionelle Ganslessen gehört für viele im November einfach dazu. APA
Das traditionelle Ganslessen gehört für viele im November einfach dazu. APA
Markus Felbermayer unterstützt mit Gans-to-go Gastronomen.  Patrick Säly
Markus Felbermayer unterstützt mit Gans-to-go Gastronomen.  Patrick Säly

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