Schwere Vorwürfe gegen steirischen Burgherrn

Emanuel von und zu Liechtenstein soll einen der größten Bären Europas in Rumänien erlegt haben.
Graz Prinz Emanuel von und zu Liechtenstein wird mit schweren Vorwürfen konfrontiert. Der Besitzer der Riegersburg in der Steiermark soll im März bei einer Bärenjagd in den rumänischen Karpaten einen der größten Braunbären Europas erschossen haben, wie der Verein gegen Tierfabriken (VGT) und verschiedene Medien berichteten. Nun werde in Rumänien ermittelt. Unklar sei, ob es ein Versehen oder Absicht war und ob der als Arzt tätige Burgherr möglicherweise gar nicht wusste, dass er das falsche Tier erlegte. Denn das Tier soll gar nicht das Ziel der Jagd gewesen sein. Bären sind in Rumänien ebenso wie in Österreich geschützt, doch als Grundlage für die Jagd soll eine Sondergenehmigung herangezogen worden sein. Solche werden dann ausgestellt, wenn die Tiere Probleme machen, Schäden anrichten oder Menschen in Gefahr bringen.
Im rumänischen Ort Ojdula in der Region Siebenbürgen soll es so eine Bärin geben, die im vergangenen Sommer angeblich bei einer Farm schweren Schaden angerichtet haben soll. Für diese Bärin soll Emanuel von und zu Liechtenstein die Genehmigung zum Abschuss gehabt haben. Tatsächlich erschoss er aber einen tief in den Wäldern lebenden Bären, der nie in die Nähe einer menschlichen Siedlung gekommen war. Der 17 Jahre alte Bär wurde viele Jahre lang von einem örtlichen Ranger der rumänischen Naturschutzorganisation „Agent Green“ beobachtet, hieß Arthur und war beliebt im ganzen Land. Die Tötung fand im Natura 2000-Schutzgebiet Oituz-Ojdula statt.
Vorwurf der Trophäen-Jagd
Die Tierschützer wittern hinter dem Abschuss eine Trophäen-Jagd. Der Burgherr selbst war für eine Stellungnahme zu den Vorwürfen nicht erreichbar. Das Umweltministerium in Rumänien soll Ermittlungen eingeleitet haben. Mehrere Fragen stehen im Raum. Unklar sei, wie der Jäger aus der Steiermark zu der Genehmigung kam und warum er eine junge Bärin nicht von einem stattlichen Bär unterscheiden konnte.

