Die Musik ist seine Mission – Maestro Riccardo Muti ist 80

Menschen / 27.07.2021 • 22:39 Uhr / 2 Minuten Lesezeit
Als Dirigent arbeite man nicht für den Erfolg, sagt Muti. „Man macht es, weil man weiß, der Beruf ist eine Mission.“ apa
Als Dirigent arbeite man nicht für den Erfolg, sagt Muti. „Man macht es, weil man weiß, der Beruf ist eine Mission.“ apa

rom Kurz vor seinem runden Geburtstag hat Stardirigent Riccardo Muti die Schwermut gepackt. „Ich bin des Lebens müde“, sagte der Italiener, der heute 80 Jahre alt wird, kürzlich in einem Interview. Die Prinzipien der Kultur, mit denen er aufgewachsen sei, sieht Muti in der heutigen Welt auf den Kopf gestellt und klagte über eine sich einschleichende Bequemlichkeit im Dirigentenberuf. Anfänger hätten heutzutage oft kein langes und ernsthaftes Studium absolviert. Er selbst studierte am traditionsreichen Konservatorium San Pietro e Majella in Neapel Klavier, am Konservatorium in Mailand kamen später Dirigieren und Komposition dazu. Sein umfangreiches Wissen bringt Muti an der nach ihm benannten Riccardo Muti Italian Opera Academy dem Dirigenten-Nachwuchs näher.

„Stille“ bei Beerdigung

Kaum zu glauben, dass es in seiner Kindheit Zweifel am musikalischen Talent des späteren Stardirigenten gab. „Der kleine Riccardo ist nicht geschaffen für die Musik“, habe sein Vater gesagt, als Muti mit Gesangsübungen haderte. Über eine Geige als Weihnachtsgeschenk habe er als Junge sogar geweint – aber schließlich fand er doch noch seine Liebe zur Musik. Für seine Beerdigung wünsche sich der Maestro „absolute Stille“ und bloß keinen Applaus, wie er betont. „Wenn jemand applaudiert, schwöre ich, dass ich zurückkomme, um ihn nachts in den intimsten Momenten zu stören.“