Fall Maxwell erhöht Druck auf Prinz Andrew in Missbrauchsskandal

Menschen / 02.01.2022 • 21:48 Uhr / 3 Minuten Lesezeit
Prinz Andrew weist die Vorwürfe vehement zurück.AP
Prinz Andrew weist die Vorwürfe vehement zurück.AP

Royal-Experten sehen den Prinzen als Verlierer, auch wenn das Gericht ihm recht geben sollte.

New York, London Das neue Jahr begann einsam für Prinz Andrew. Der zweitälteste Sohn der Queen bleibt seit Jahren der Öffentlichkeit fern. Und bald könnte es noch einsamer werden um Andrew. Denn in diesem Jahr droht ihm ein Schadenersatzprozess in New York: Die US-Amerikanerin Virginia Giuffre beschuldigt Andrew, sie vor 20 Jahren als 17-Jährige sexuell missbraucht zu haben. Die Vorwürfe sind Teil des Missbrauchsskandals um den US-Unternehmer Jeffrey Epstein und dessen Ex-Partnerin Ghislaine Maxwell.

Abmachung wird veröffentlicht

Wie das neue Jahr für Andrew laufen könnte, entscheidet sich schon jetzt. Am heutigen Montag soll eine Abmachung zwischen Epstein und Giuffre von 2009 veröffentlicht werden, in der die heute 38-Jährige gegen eine Zahlung auf juristische Schritte gegen den Unternehmer sowie seine Freunde und Bekannte verzichtet haben soll.

Andrew weist die Vorwürfe strikt zurück. Doch der Fall hat seiner Reputation bereits enorm geschadet. Royals-Experten sehen ihn als Verlierer, selbst wenn das Gericht ihm recht geben sollte. Sollte das Gericht gegen ihn entscheiden, dürfte ihm auch sein königlicher Titel Herzog von York entzogen werden, spekulieren britische Medien. Tatsächlich sieht es für Andrew nicht gut aus: Denn seine einstige Freundschaft mit dem mittlerweile verstorbenen Epstein sowie dessen Helferin Maxwell, die wegen Menschenhandels mit Minderjährigen zu Missbrauchszwecken schuldig gesprochen wurde, ist bekannt. Andrews Position habe sich wegen des Falls Maxwell weiter verschlechtert, seine Chancen seien schlecht, kommentierte die Zeitung „The Times“. Andrew würde wohl nicht persönlich erscheinen, dennoch könnte ein Prozess im Herbst 2022 in New York beginnen, falls Richter Lewis Kaplan das Verfahren nicht doch noch stoppt.

Genau das ist das Ziel von Andrews Anwälten. Mit zwei Anträgen zweifeln sie die Zuständigkeit des Gerichts an. Klägerin Giuffre sei gar nicht wie angegeben im US-Staat Colorado wohnhaft, betonen sie, sondern lebe in Australien. Zudem hätten die angeblichen Taten nicht in New York stattgefunden. Aus ihrer Sicht steht Wort gegen Wort. Ghislaine Maxwell schwieg im Prozess und konnte deshalb auch nicht zu Andrew befragt werden.

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