Ermittlungen eingestellt

Menschen / 03.03.2022 • 21:57 Uhr
König Felipe VI. hat sich mehrfach von seinem Vater distanziert. AFP
König Felipe VI. hat sich mehrfach von seinem Vater distanziert. AFP

Der spanische Ex-König Juan Carlos stand unter Korruptions- und Geldwäscheverdacht.

Madrid Die spanische Justiz hat die Einstellung aller Ermittlungsverfahren gegen den ehemaligen König Juan Carlos I. verkündet – und damit einer Rückkehr des früheren Staatsoberhaupts nach Spanien den Weg geebnet. Fallengelassen wurden die drei Ermittlungsverfahren gegen den 84-jährigen Ex-Monarchen nach Angaben der Staatsanwaltschaft unter anderem aus „Mangel an Beweisen, Verjährung sowie aufgrund der Unantastbarkeit“, die Juan Carlos als Staatsoberhaupt genossen habe.

Der Anwalt von Juan Carlos, Javier Sánchez-Junco, bestätigte die Einstellung der Ermittlungen gegen seinen Mandanten. Die Staatsanwaltschaft habe „in keinem der Fälle“ „Fehlverhalten“ ausgemacht, das „König Juan Carlos zugeschrieben werden könnte“.

Dubiose Geldschenke

Die spanische Staatsanwaltschaft hatte seit 2020 drei Ermittlungen gegen Juan Carlos eingeleitet. Dabei ging es unter anderem um dubiose Geldgeschenke in Millionenhöhe aus Saudi-Arabien und um Vorwürfe der Geldwäsche. Im Zentrum der Verdächtigungen stand eine Summe von 100 Millionen Dollar (65 Millionen Euro), die der damalige saudi-arabische König Abdullah im Jahr 2008 auf ein Schweizer Bankkonto eingezahlt hatte, auf das auch Juan Carlos Zugriff hatte.

Mangel an Beweisen

Die Ermittler hätten keine direkte oder indirekte Verbindung zwischen der Zahlung und der Auftragsvergabe für den Bau einer Hochgeschwindigkeitsbahnstrecke zwischen Mekka und Medina in Saudi-Arabien an ein spanisches Konsortium feststellen können, hieß es nun in der Erklärung der Staatsanwaltschaft. Bereits im Dezember hatte die Schweizer Justiz Ermittlungen zu den mysteriösen Guthaben von Juan Carlos aus Mangel an Beweisen eingestellt.

Juan Carlos lebt seit August 2020 fern von Frau Sofía (83) und dem Rest der Familie im Exil in Abu Dhabi. Seinem Sohn, Spaniens König Felipe VI., schrieb er damals in einem Brief, er habe die Entscheidung für seine plötzliche Ausreise vor dem Hintergrund der „Auswirkungen, die gewisse Ereignisse der vergangenen Zeit in meinem Privatleben auslösen“ getroffen. Er hoffe, dass sein Gang ins Exil es Felipe ermöglichen werde, sein Amt mit der nötigen „Ruhe“ auszuführen. Seitdem zeigt sich Juan Carlos in der Öffentlichkeit kaum.Felipe distanzierte sich seither mehrfach von seinem Vater. Unter anderem entzog er Juan Carlos im vergangenen Jahr den für Ex-Monarchen üblichen Zuschlag von 200.000 Euro aus dem Königshaus. Zur Lage des Ex-Monarchen in Abu Dhabi gibt das Königshaus in Madrid keine Stellungnahmen ab.

Juan Carlos lebt seit August 2020 im Exil in Abu Dhabi. Jetzt könnte der 84-Jährige nach Spanien zurückkehren. Reuters
Juan Carlos lebt seit August 2020 im Exil in Abu Dhabi. Jetzt könnte der 84-Jährige nach Spanien zurückkehren. Reuters