Charles setzte eigene Akzente

Menschen / 26.12.2022 • 22:13 Uhr / 4 Minuten Lesezeit
König Charles‘ erste Ansprache aus der St. Georgs-Kapelle in Windsor. Ap
König Charles‘ erste Ansprache aus der St. Georgs-Kapelle in Windsor. Ap

Erstes Weihnachtsfest ohne Queen – Royals demonstrierten auf Sandringham Geschlossenheit.

London Wenige Monate nach dem Tod von Queen Elizabeth II. hat ihr Sohn Charles in seiner ersten Weihnachtsansprache als König deutliche eigene Akzente gesetzt. Mit klaren Worten wandte er sich als Oberhaupt der Church of England an das britische Volk – “unabhängig davon, welchen Glauben Sie haben oder ob Sie überhaupt gläubig sind”.

König Charles III. und seine Frau Camilla (75) feierten nach zweijähriger Pandemie-Pause gemeinsam mit Kindern und Enkeln auf dem royalen Landsitz im ostenglischen Sandringham – gleichzeitig war es das erste Weihnachten ohne die Queen. Zahlreiche Schaulustige warteten am ersten Weihnachtstag am Wegesrand, um einen Blick auf die Royals beim traditionellen Gottesdienstbesuch zu erhaschen.

Mit Charles (74) an der Spitze zeigte sich die Familie nahe ihrer Residenz. Bei recht milden Temperaturen trug Prinz Louis (4), der jüngste Sohn von Thronfolger Prinz William und Prinzessin Kate, kurze Hosen und wurde zum Liebling der Kameras.

Aus Palast geworfen

Unter den Besuchern waren auch beide Brüder von Charles, also auch der in einen Skandal um sexuellen Missbrauch verwickelte Prinz Andrew. Er erschien mit seinen Töchtern, den Prinzessinnen Beatrice und Eugenie, und deren Ehemännern. Wie die Zeitung “Sun” jüngst berichtete, hat Andrew in der Royal Family einen zunehmend schwierigen Stand. Charles habe den 62-Jährigen aus dem Buckingham-Palast geworfen, schrieb das Blatt. Andrew dürfe dort kein Büro mehr nutzen und dürfe das Stadtschloss auch nicht mehr als Korrespondenzadresse nutzen. “Jegliche Anwesenheit im Palast ist offiziell beendet”, zitierte die Zeitung eine Quelle.

Neben dem Gottesdienstbesuch stand an den Feiertagen ein Festschmaus und Charles’ erste Ansprache auf dem Programm. Ins Zentrum seiner ersten Botschaft stellte er die systemrelevanten Arbeitskräfte, die gerade in Krisenzeiten “selbstlosen Einsatz” für die Gesellschaft leisteten. Explizit dankte der Monarch Mitarbeitern im Gesundheits- und Sozialwesen sowie Lehrern und allen Beschäftigten im Öffentlichen Dienst.

Anders als seine Mutter, die sich zuletzt sitzend von einem festlich dekorierten Tisch aus an ihr Volk wandte, sprach Charles im Stehen aus der St. Georgs-Kapelle in Windsor, wo die Queen begraben liegt.

Zuvor hatte bereits seine Schwiegertochter Kate der Königin ein Weihnachtssingen in der Londoner Westminster Abbey gewidmet, das sie organisiert hatte und das am Heiligen Abend im Fernsehen ausgestrahlt wurde. Dabei würdigte sie das “unglaubliche Vermächtnis” der Queen, das “viele von uns zutiefst inspiriert” habe. Kates und Williams Kinder Prinz George (9) und Prinzessin Charlotte (7) sangen laut mit.

Gemeinsames Auftreten

Britische Medien betonten vor allem das demonstrativ gemeinsame Auftreten der Royals. Damit hätten sie ein Zeichen der Geschlossenheit gegen die Vorwürfe von Williams jüngerem Bruder Harry und dessen Ehefrau Herzogin Meghan in der mehrteiligen Netflix-Doku “Harry and Meghan” gesetzt. Die Fronten zwischen Harry und Meghan, die mit ihren Kindern Archie und Lilibet in Kalifornien leben, und der Familie in England gelten als verhärtet. In seiner ersten Ansprache als König hatte Charles zwar seine Liebe zu den beiden bekundet. Doch eine Einladung, Weihnachten gemeinsam in England zu feiern, habe Harry abgelehnt.

König Charles mit seiner Familie beim traditionellen Gottesdienstbesuch in Sandringham. reuters
König Charles mit seiner Familie beim traditionellen Gottesdienstbesuch in Sandringham. reuters
Schaulustige wollten in Sandringham einen Blick auf die Royals erhaschen. AP
Schaulustige wollten in Sandringham einen Blick auf die Royals erhaschen. AP

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