„Freude, aber keinen Spaß gemacht“

Der Hörbranzer Lukas Vogl illustrierte ein Buch, das über Gerfängnis-Insassen handelt.
Hörbranz, Alland Als Lukas Vogl das Manuskript von Christine Hubka las, war für ihn klar: „Das muss gemacht werden! Denn es ist ein wichtiges Thema, dem viel zu wenig Beachtung geschenkt wird.“ Gemeint war damit, dass der 34-jährige Hörbranzer, der nun im niederrösterreichischen Alland lebt, die Illustrationen für das Buch „Mein Papa ist kein Mörder“ in Form einer Graphic Novel gestaltet. Das Thema ist durchaus ernst, zeitweilig sogar bedrückend. Denn es geht darum, wie Familien damit klarkommen, wenn nahe Angehörige im Gefängnis sitzen. Der Kern des Buches handelt von einem Familienvater, der als Busfahrer aus Unachtsamkeit ein Kind überfährt und deshalb hinter Gitter muss. Plötzlich ändert sich sein ganzes Leben und auch das seiner Familie. Was heißt Gefängnis überhaupt? Und was passiert denn dort den ganzen Tag?

Die Autorin, die unter anderem evangelische Theologie studierte, hat viele Jahre lang in der Gefängnisseelsorge gearbeitet und daher zahlreiche Einblicke in das Leben innerhalb einer solchen Sondersituation bekommen. Daraus hat sie ein erzählendes Sachbuch gemacht, das vor allem die Betroffenheit der Angehörigen zeigt.

„Man will nicht tauschen“
Für Lukas Vogl war der Reiz groß, das nicht einfache Thema bildlich umzusetzen. „Es hat mir Freude, aber keinen Spaß gemacht. Man versetzt sich in die Situationen und will eigentlich mit keiner Person darin tauschen.“ Um sich auf in die Thematik hineinleben zu können, schaute er sich unter anderem die Dokumentation „Willkommen im Gefängnis“ an, hörte zudem spezielle Podcasts. So gelang es dem studierten Game-Designer sich in die Realitäten zu versetzen. So sehr, dass er auf eine Person in der Geschichte nicht nur einmal wütend wurde, während er sie zeichnete. Die Autorin ließ ihn beim Illustrieren völlig freie Hand. Nur zwei Punkte waren ihr wichtig. „Dass im Gefängnis alle an Gewicht zunehmen und dass der als Mörder abgestempelte Vater in einer Szene mit einem riesigen Messer in der Küche arbeitet.“

Über ein Jahr verteilt, war der Vorarlberger geschätzte 450 Stunden an der Umsetzung dran. Überschlagsmäßig kamen um die 180 Illustrationen und über tausend Ebenen zusammen. „Die Handlung spielt über einen längeren Zeitraum und dies in wenigen kurzen Abschnitten zu erzählen, wird dem Ganzen nicht gerecht. Auch um die körperliche und seelische Entwicklung der Kinder und deren Eltern ausreichend abzubilden, waren viele Bilder notwendig“, begründet er den großen Aufwand. Mit seinen Zeichnungen schafft es Vogl, Gefühle von Trauer, Einsamkeit, Verwirrung, aber auch Hoffnung in beeindruckender Weise einzufangen und es jungen Lesern zugänglich zu machen. Anfang Oktober wurde das beim Tyrolia-Verlag erschienene Buch in Wien offiziell präsentiert.

Weitere Bücher in petto
Wenn der Vater eines Sohnes beruflich wieder einmal in Vorarlberg zu tun haben wird, ist noch ungewiss. Spätestens bei der nächsten VN-Veranstaltung „Buch am Bach“ im Juli 2025, wird der Dixi-Kinderliteraturpreisträger (in der Kategorie Illustration) in Götzis Workshops abhalten. Und Ende nächsten Jahres soll auch sein Autoren-Erstlingswerk „Der Wanderwal“ erscheinen. Bis dahin bleibt aber auch sonst noch viel zu tun.

Das nächste Auftragswerk– ein Museumsführer zur Innsbrucker Hofkirche – erscheint bereits im Herbst. „Zusätzlich arbeite ich derzeit an einem ganz tollen Kinder-/Bilderbuch. Mit meinen Lieblingsprotagonisten, Tieren, die Unruhe stiften“, verrät er. Im Entstehen ist auch ein Kinderkletterbuch als Comic. Für ihn eine Herzensangelegenheit ist er doch selbst nebenbei Kletterlehrer. CRO
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Zur Person
Geboren am 22. August 1990
Wohnort Alland, Hörbranz
Familie in Partnerschaft mit Elisa-Sophie Winkler, Sohn Robin
Beruf Concept Artist, 3-D-Modeller und Illustrator, Kletterlehrer für Kinder und Erwachsene
Ausbildung Studium in Kunstgeschichte, Quantum College mit dem Diploma of Entertainment and Animation
Preise und Auszeichnungen DIXI-Kinderliteraturpreis, VN-Ehrung: 50 Köpfe von morgen
Blick in das Buch „Mein Papa ist kein Mörder“, für das Lukas Vogl die Illustrationen gestaltet hat



