Satellitenbilder gegen Fake News: “KI kann Dynamiken in Daten sichtbar machen”

Menschen / 13.03.2026 • 05:00 Uhr
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Barbara Metzler analysiert bei BBC Verify Satellitenbilder aus Krisengebieten.Fotos: Handout

Köpfe von morgen 2026: Barbara Metzler (30) aus Lochau arbeitet heute in London für die BBC – dort analysiert sie mithilfe von Künstlicher Intelligenz Satellitenbilder aus Krisengebieten und hilft, Fakten von Falschmeldungen zu trennen.

London Mit Satellitenbildern gegen Fake News: Barbara Metzler aus Lochau arbeitet dort, wo Technologie und Journalismus aufeinandertreffen. Die 30-Jährige analysiert bei BBC Verify in London Bilder aus dem All und hilft damit, Konflikte, Umweltkatastrophen oder militärische Bewegungen faktenbasiert einzuordnen.

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In ihrer Forschung zeigt die 30-Jährige unter anderem, wie Satelliten- und Straßenbilder soziale Ungleichheit sichtbar machen.
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In London wertet die gebürtige Lochauerin Aufnahmen aus dem All faktenbasiert aus.
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Ihr Ziel: geprüfte Informationen als Grundlage für Vertrauen und demokratische Entscheidungen.

Der Weg dorthin begann nach der Matura in Bregenz. Metzler wollte “unbedingt ins Ausland” und ging nach London. Dort studierte sie Physik und englische Literatur – eine ungewöhnliche Kombination. Ein Programmierkurs wurde zum Wendepunkt. “Ich habe schnell gemerkt, wie kreativ Programmieren ist.” Sie spezialisierte sich auf Machine Learning, absolvierte einen Master in “Machine Learning for Health” und promovierte am renommierten Imperial College. In ihrer Forschung zeigte sie, wie sich anhand von Straßen- und Satellitenbildern soziale Ungleichheiten erkennen lassen: Grünflächen, Bebauungsdichte oder Infrastruktur geben Hinweise auf Lebensqualität.

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Ihr ungewöhnlicher Weg führte von Bregenz über ein Physik- und Literaturstudium bis ans Imperial College London.

Heute setzt sie dieses Wissen tagesaktuell ein. Ob Gaza, Ukraine oder Naturkatastrophen in der Karibik: “Mithilfe von KI-Tools können riesige Datenmengen ausgewertet, Zerstörungen dokumentiert oder Aufnahmen verifiziert werden”, gibt sie einen Einblick in ihre Arbeit. Die Chancen seien enorm, betont die gebürtige Lochauerin im Gespräch mit den VN: Recherchen würden effizienter, Zusammenhänge sichtbarer. Zugleich warnt sie vor Risiken. KI könne auch manipulieren und Desinformation beschleunigen. “Die endgültige Einschätzung liegt immer beim Menschen.”

Ihr Ziel: geprüfte Informationen als Grundlage für Vertrauen und demokratische Entscheidungen möglichst vielen zugänglich zu machen.

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VN