“Ich habe gesehen, dass hier etwas nicht stimmt” – Lea Brauchle ist 13 Jahre alt und Jugendbotschafterin

Menschen / 18.03.2026 • 16:43 Uhr
"Ich habe gesehen, dass hier etwas nicht stimmt" – Lea Brauchle ist 13 Jahre alt und Jugendbotschafterin
Lea Brauchle engagiert sich für Kinderrechte. VN/DJSHOM

Sie ist 13 Jahre alt, geht ins Gymnasium und diskutiert mit Politikern und Politikerinnen über Kinderrechte. Lea Brauchle aus Feldkirch zeigt auf, was sich dringend ändern muss.

Darum geht’s:

  • Lea Brauchle ist Caritas-Jugendbotschafterin für Kinderrechte.
  • Sie engagiert sich für Umwelt, Armut, psychische Gesundheit.
  • Kinderrechte und Nachhaltigkeit sind für ihre wichtig.

FELDKIRCH Lea Brauchle sitzt am Esszimmertisch zwischen Schulbüchern, selbst gebastelter Osterdeko und einem Glas Wasser. Ein ganz normaler Alltag für junge Menschen in Vorarlberg. Doch Lea ist anders – sie spricht im VN-Interview offen über Kinderrechte. Ihre Klarheit überrascht, denn Themen wie Umwelt, Alltag und psychische Gewalt sind für sie als Kinder- und Jugendbotschafterin wichtig.

Begonnen hat alles eher zufällig. “Ich bin über eine Freundin dazugekommen”, erzählt Lea. Deren Cousine hatte die Jugend- und später auch die Kinderbotschaft mitgegründet. Was aus Neugier begonnen hat, wurde schnell zu echtem Engagement. “Ich habe gesehen, dass es unserem Planeten nicht gut geht – vor allem wegen Plastik und Umweltproblemen.” Ein Musicalprojekt der Caritas gab schließlich den letzten Anstoß.

"Ich habe gesehen, dass hier etwas nicht stimmt" – Lea Brauchle ist 13 Jahre alt und Jugendbotschafterin
Lea Brauchle bei der Arbeit zusammen mit Jugendbotschafter Fabian Fuidl. VN/DJSOHM

Heute ist Lea Teil einer Gruppe junger Menschen, die sich regelmäßig in Gemeinschaft zum Austausch treffen. Einmal im Monat werden dort Ideen entwickelt, Projekte geplant und Themen diskutiert. Vom Kinderrechteplatz über Musicals bis hin zu Konferenzen reicht das Spektrum. “Wir waren auch bei der ersten Kinderrechtekonferenz in Österreich”, erzählt sie. Dort trafen die Jugendlichen auf Politiker und Fachleute – und brachten ihre Anliegen direkt ein.

Psychische Gesundheit braucht mehr Raum

Lea selbst sprach über ein Thema, das oft im Verborgenen bleibt: psychische Gesundheit bei Kindern und Jugendlichen. “Da müsste es in den Schulen viel mehr Angebote geben”, sagt sie. Generell sieht sie Handlungsbedarf bei Gewalt, Armut und Umweltfragen – Themen, die auch in Vorarlberg präsent seien.

"Ich habe gesehen, dass hier etwas nicht stimmt" – Lea Brauchle ist 13 Jahre alt und Jugendbotschafterin
Bei der Arbeit in der Gruppe übernimmt Lea gerne Verantwortung. VN/DJSHOM

Dass junge Menschen mitreden dürfen, sei zwar grundsätzlich möglich, aber oft an Altersgrenzen gebunden. “Viele Angebote gibt es erst ab 14 oder 16. Dabei wäre es wichtig, dass man früher anfangen kann”, meint Lea. Gleichzeitig fehle es oft an Information: “Ich habe vorher gar nicht gewusst, dass es so etwas wie Kinderbotschafter gibt.”

Nicht immer stößt ihr Engagement auf Verständnis. Gerade bei Auftritten – etwa im Musical – habe sie erlebt, dass Gleichaltrige das Thema nicht ernst nehmen. “Das war schon frustrierend”, sagt sie. Dennoch überwiegt für sie das Positive.

Mehr Aufmerksamkeit für ein gesundes Leben

Ihr Blick auf die Welt habe sich jedenfalls verändert. Lea lebt heute vegetarisch, beschäftigt sich intensiv mit Umweltfragen und denkt darüber nach, wo Veränderung möglich ist. “Es ist mir einfach wichtig geworden.”

Kinderrechte und Nachhaltigkeit gehören für sie zusammen. Als Jugendbotschafterin setzt sie sich nicht nur für die 54 Artikel der UN-Kinderrechtskonvention ein, sondern auch für die 17 Nachhaltigkeitsziele der Vereinten Nationen. “Zum Beispiel kein Plastik im Meer, keine Armut oder Frieden – das hängt alles zusammen.”

Neben ihrem Engagement führt Lea ein ganz normales, dicht gefülltes Leben: Gymnasium, zahlreiche Hobbys und eben Engagement. Für die Zukunft kann sie sich vieles vorstellen: von der Schauspielerei bis zur Medizin, vielleicht sogar eine Tätigkeit bei der UNO.