Annäherungen an die menschliche Figur

Kultur / 20.03.2026 • 10:51 Uhr
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Mila Veljaca Plaickner und Andrea Maria Bauer stellen in der Feldkircher Villa Claudia aus.Andrea Maria Bauer

Echt:Mensch II: Eine Ausstellung der künstlerischen Reflexionen über das Menschsein.

Feldkirch Malerische und plastische Annäherungen an die menschliche Figur von Mila Veljaca Plaickner und Andrea Maria Bauer stehen im Zentrum der Ausstellung der Künstler:innenvereinigung „KunstVorarlberg“ im Forum für aktuelle Kunst in der Feldkircher Villa Claudia. Nach ihrer gemeinsamen Präsentation „Echt:Mensch” in der Bregenzer Galerie 9und20 setzen die beiden Künstlerinnen ihren künstlerischen Dialog mit „Echt:Mensch II” fort und führen ihn in einem erweiterten räumlichen und inhaltlichen Zusammenhang weiter.

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Mila Veljaca Plaickner

Was als sensibles Echo zweier eigenständiger Positionen begann, hat sich zu einem intensiven Austausch über das Menschsein, Authentizität und die künstlerische Haltung verdichtet. Beide arbeiten figürlich und prozessorientiert, jenseits gefälliger Oberflächen und gesellschaftlich normierter Zuschreibungen. Ihre Werke kreisen um Zweifel, Brüche und Transformationen sowie um die bewusste Offenheit gegenüber dem Unfertigen.

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Mila Veljaca Plaickner

Mila Veljac’a Plaickner entwickelte ihren künstlerischen Zugang auf Grundlage einer Ausbildung an Kunstakademien in Kroatien, Wien, Salzburg und Stuttgart, die sie über mehrere Jahre hinweg auch durch ihre Tätigkeit als Dozentin für bildende Kunst ergänzte und vertiefte. Ihr Werk umfasst Ölmalerei auf Leinwand ebenso wie Arbeiten auf Papier, wobei sich ihre Malerei in einem spannungsreichen Wechselspiel zwischen figurativen Anklängen und abstrakten Formauflösungen entfaltet. Ihre oft komplex und vieldeutig angelegten Bildwelten bewegen sich zwischen Realität und Imagination und eröffnen Räume, in denen Fragen nach dem modernen Menschen, seiner Umwelt und seinen Beziehungen verhandelt werden. Dabei entstehen Szenen von eindringlicher suggestiver Kraft, die den Betrachter nicht nur ansprechen, sondern in ein stilles Gegenüber hineinziehen. Seit einigen Jahren arbeitet sie bevorzugt auf Naturleinen, dessen Materialität bewusst sichtbar bleibt, während sie malerische Schichten partiell wieder auflöst und so Prozesse von Aufbau und Auflösung miteinander verschränkt.

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Andrea Maria Bauer

Andrea Maria Bauer, 1979 in Bludenz geboren, versteht ihr künstlerisches Arbeiten als einen offenen, forschenden Prozess, der aus der Auseinandersetzung mit dem eigenen Inneren ebenso gespeist wird wie aus der Begegnung mit der Welt. Mit wacher Neugier lässt sie sich auf das ein, was entstehen will, und begreift ihre Arbeiten als Ausdruck eines fortwährenden Dialogs. Ihre Werke in Form, Wort und Bild fungieren als Spiegel und Resonanzraum, die dazu einladen, Wahrnehmung zu vertiefen und in Austausch zu treten. Dabei können sich über das Individuelle hinaus auch zwischenmenschliche und gesellschaftliche Bezüge eröffnen. In ihrer bildnerischen Arbeit nähert sie sich der menschlichen Figur aus einer plastischen Perspektive, wobei ihre häufig fragmentierten Körperformen als bewusste Öffnungen erscheinen und das Unvollständige als Ausdruck eines sich wandelnden Daseins

„Echt:Mensch II“ verstehen Veljac’a Plaickner und Bauer als Einladung zu einer unmittelbaren Begegnung zwischen Werk, Raum und Betrachter.