“Höchste Höhen und tiefste Abgründe”

Kultur / 03.04.2026 • 11:37 Uhr
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Christoph Maria Herbst zählt zu den beliebtesten TV- und Kinoschauspielern im deutschsprachiugen Raum.Christian Hartmann

Christoph Maria Herbst & Moritz Netenjakob bemühen
sich ernsthaft um Albernheit.

Schwarzach Am Montag, 4. Mai, öffnet der Carmen Würth Saal im Würth Haus Rorschach seine Türen für Christoph Maria Herbst & Moritz Netenjakob. Der eine gehört zu den beliebtesten TV- und Kinoschauspielern in Deutschland. Der andere ist Bestseller-Autor und Kabarettist. Und beide haben viele Gemeinsamkeiten: Sie lieben feine Satire, den schnellen Rollenwechsel und Loriot. An diesem exklusiven Abend plaudern sie nicht nur über ihre Leidenschaft für intelligenten Humor, sie geben dem Publikum auch jede Menge Kostproben der satirischen Schreibkultur.

Herr Herbst, Sie bewegen sich an diesem Abend zwischen Loriot, „Stromberg“ und Hörbuchkunst. Was reizt Sie persönlich am meisten an dieser Mischung aus eigenen und fremden Texten?

Christoph Maria Herbst Wir nehmen die Menschen mit auf eine Reise. Immer nur Meer ist auf Dauer langweilig, immer nur Berge ermüdend. Bei uns gibt es das Rundum-Sorglos-Paket bestehend aus Berg- und Talfahrt, höchsten Höhen und tiefsten Abgrüden. Dabei schlagen wir einen großen Bogen. Eine Zeitreise ist es also auch noch.

Sie präsentieren gemeinsam mit Moritz Netenjakob ein „Potpourri“ aus verschiedenen Formen des Humors, wie wählen Sie die Texte und Szenen für einen solchen Abend aus?

Christoph Maria Herbst Sie müssen uns selbst gefallen. das ist betreis zwei Drittel der Miete. Moritz und ich sind lang genug dabei. Das schult das Gefühl, was ankommt oder abtörnt.

In einer Zeit, in der Humor oft sehr direkt und schnell konsumiert wird: Welche Rolle spielt für Sie die feinere, literarische Satire heute?

Christoph Maria Herbst Sie ist zeitloser. Hier möchte ich fast von Kunst sprechen und die überdauert bekanntlich Jahrzehnte. Sie alter einfach besser. Das gilt auch übrigens für Moritz und mich (lacht).

Sie lesen auch ein Entschuldigungsschreiben aus Ihrer Schulzeit, wie viel Christoph Maria Herbst von damals steckt noch im Künstler von heute?

Christoph Maria Herbst Das ist ja das tolle an meinem merkwürdigen Beruf: man wird nicht älter. Ich bin Schauspieler mit der Betonung auf die beiden letzten Silben. Solange ich spiele, bleibe ich jung und geschmeidig. Wenn Sie einem Kind die Förmchen wegnehmen, schreit es auch.

Der Abend verspricht „ernsthaftes Bemühen um Albernheit“. Wie viel Ernst braucht guter Humor tatsächlich, um beim Publikum zu wirken?

Christoph Maria Herbst Wenn ich auf der Bühne oder vor Kamera in einer Komödie agiere, bemühe ich mich stets, die Figur nicht vorzuführen, sondern ihre Nöte ernst zu nehmen. Erst dann stellt sich im besten Fall beim Betrachter dieses “Kenn-Ich-Gefühl” ein. Und das ist es ja, was wir wollen, den Menschen einen Spiegel vorhalten, einen Zerrspiegel. Ernsthaft.