Mit 44 Tieren vor dem Ukrainekrieg geflüchtet – Jetzt hilft auch eine Dornbirnerin

Maryna Liapina kämpft von Vorarlberg aus weiter für Tiere in der Ukraine. Warum auch Gertraud Bargehr nicht wegsehen kann.
Klaus „Einer unser Hunde ist vor drei Wochen gestorben und ich denke, er hat uns Frau Bargehr gesendet“, erzählt Maryna Liapina unter Tränen. Sie floh im Jahr 2022 mit Familie, Bekannten und mehr als 44 Tieren aus der Ukraine nach Österreich. Durch einen Artikel in den VN und auf VOL.AT erfuhr Gertraud Bargehr (74) von Liapinas Engagement für den Tierschutz und hat Geld für sie gesammelt. Sobald sie die Spende übergeben hatte und sich anschließend in Liapinas Garten in Klaus setzte, sprang der ukrainische Kater auf ihren Schoß. „Er lässt sich normalerweise nicht einmal von Freunden streicheln“, sagt die 38-Jährige aus Kiew verblüfft.


Hundeliebe
Nachdem Liapina mit den 44 Hunden und Katzen nach Österreich geflüchtet ist, kamen einige bei einer Bekannten und in einem Tierheim unter. Bis vor Kurzem wohnten noch sechs, jetzt nur mehr fünf Hunde und eine Katze bei ihr. In der Ukraine hatte sich die ausgebildete Kamerafrau und Fotografin intensiv für die dortigen Tiere eingesetzt. Nun bringe sie durch ihren Vollzeitjob in Feldkirch sowie diverse Spendenaktionen immer wieder Geld für den Tierschutz in ihrem Heimatland auf.

Bargehr ist von Liapinas Einsatz berührt. Sie selbst liebt Hunde so sehr, dass sie nicht mehr in südliche Länder reist, da sie der Anblick von verwahrlosten Straßenhunden zu stark belastet. „Auch wenn ich Tiere im Fernsehen sehe, die schlecht behandelt werden, muss ich umschalten“, ergänzt die Dornbirnerin.

Schon mit 20 Jahren wollte sie einen Hund, doch ihre Eltern erlaubten es nicht. Deshalb nahm sie sich eine Katze aus dem Tierheim: „Sie war nicht sehr schön, deshalb hätte sie wahrscheinlich keiner genommen.“
Mehr als zehn Jahre später übernahm Bargehr den Hund der Nachbarn, die keine Zeit für ihn hatten. Nach dessen Tod war die Trauer groß und sofort holte sie sich einen aus dem Tierheim. Später lief ihr noch ein weiterer zu. „Seit meinem ersten Hund hatte ich immer einen oder zwei. Aktuell habe ich den fünften. Er war ein Straßenhund in Serbien.“

Jede Hilfe zählt
Bargehr nahm aber nicht nur ihr Leben lang verwahrloste Hunde bei sich auf, sondern half zusätzlich in Tierheimen aus. Außerdem wünschte sie sich bei großen Feiern wie runden Geburtstagen statt Geschenken Geld für Tiere in Not. Auch Spendenaktionen initiierte sie des Öfteren. „Vor über zehn Jahren habe ich einmal einen Tag der offenen Tür bei einem Tierheim veranstaltet, um Geld zu sammeln. Und vor drei Jahren habe ich einen Flohmarkt für eine Igelstation gemacht.“

Für die Spende an Liapina organisierte Bargehr ebenfalls einen Flohmarkt. Gemeinsam mit Edith Spiegel (57) sammelte sie im Mai Gegenstände von sich selbst und Freunden, um diese zu verkaufen. „Der Flohmarkt war enttäuschend. Gerade weil wir mit einem Schild erklärt hatten, wofür das Geld verwendet wird, hätten wir uns mehr erwartet.“ Sachspenden und 1000 Euro kamen zusammen. Liapina zeigt sich sehr dankbar und betont: „Jede Hilfe zählt.“


Die Sachspenden will Liapina einem Tierheim in der Nähe abgeben. Das Schicken in die Ukraine wäre zu teuer und für ihre eigenen Tiere habe sie alles Nötige. Das Geld werde sie zur Gänze an verschiedene ukrainische Tierschutzorganisationen spenden. „Ich kenne dort alle Zuständigen. Eine der Organisationen wird von Frauen betrieben, die selbst aus den schlimmsten Kriegsregionen der Ostukraine Hunde retten“, schildert Liapina. Ihr Hund, der vor drei Wochen verstorben ist und von dem sie glaubt, dass er Bargehr zu ihr geschickt hat, kam von dieser Tierschutzorganisation.

Wer spenden, freiwillig helfen oder ein Tier adoptieren möchte, kann Maryna Liapina via Instagram unter „liapina_photography_art“ kontaktieren.