Auf dem Weg Richtung Oberklasse

Mobilität / 10.09.2022 • 19:00 Uhr / 4 Minuten Lesezeit

Erste Fahreindrücke: So gut ist der neue Mazda XC-60.

Von Stefan Pabeschitz

Schwarzach Mit solider Technik, aufregendem Design und hochwertigen Innenräumen hat Mazda schon bisher im Premium-Segment angeklopft. Die echte Upper-Class definiert sich aber nach wie vor durch adäquate Fahrzeuggrößen und Motorisierungen. Diese Grenze knackt Mazda jetzt mit dem neuen Marken-Flaggschiff CX-60. Mit 4,75 Metern überragt der japanische Herausforderer Platzhirsche wie BMW X3 oder Audi Q5 und geht auch bei den Antrieben auf Augenhöhe: Als Plug-in-Hybrid markiert er mit der kombinierten Systemleistung von 327 PS und 500 Newtonmetern Drehmoment gar die historische Spitze aller Mazda-Serienmodelle.

Anfang kommenden Jahres rückt ein 3,3-Liter-Sechszylinder-Turbodiesel in zwei Leistungsstufen von 200 und 241 PS nach, Mitte 2023 ein 3-Liter-Turbo-Benziner mit ebenfalls sechs Zylindern. Heck- und Allradantrieb sind so selbstverständlich wie längsverbaute Motoren und 48 Volt Mildhybrid-Unterstützung für die Sechszylinder.

Hochwertig auch die Kraftübertragung bei allen Varianten: Das E-Aggregat – auch das der künftigen Mildhybride – ist zwecks maximaler Effizienz zwischen Motor und der serienmäßigen 8-Gang-Automatik untergebracht. Für eine möglichst verlustfreie Leistungsübertragung wurde der sonst übliche Wandler darin durch eine Mehrscheiben-Nasskupplung ersetzt.

Bulliger und robuster

Für das so gerüstete Hightech-Arsenal setzt Mazda auch auf eine neuerliche Evolution seiner bisherigen Designsprache. Der CX-60 tritt bulliger und robuster auf als seine kleineren Markengeschwister, der Kühlergrill ist markanter hervorgehoben und breiter, die Haubenpartie länger, die Schürze tiefer gezogen. Dazu passt die recht massive Flankenlinie und das Heck mit geringem Überhang, mit dem die Dynamik optisch nach vorne rückt. Im Cockpit wird das bekannte, angenehm reizreduzierte und fahrerorientierte Mazda-Layout neu interpretiert, die Qualitätsanmutung ist auffallend hoch und muss den Vergleich mit den deutschen Premium-Mitbewerbern nicht scheuen. Details, wie etwa die nach Eingabe der Körpergröße und Scan der Gesichtsposition vorgeschlagene Ausrichtung von Sitz, Lenkrad und Spiegeln zeugen von neuen Zugängen zum Thema Komfort.

Ausgewogene Fahreigenschaften

Fahrdynamisch schafft der CX-60 den Spagat zwischen satter Straßenlage und leichtfüßigem Handling. Trotz über zwei Tonnen Kampfgewicht hält der allradgetriebene Plug-in-Hybrid die Fliehkräfte dank schlauer Traktionsregelung auch in flott genommenen Kurven im Zaum. Im Sportprogramm wirkt abgesehen vom kräftigeren Antritt auch das Zusammenspiel des 2,5-Liter-Vierzylinder-Benziners und des E-Motors harmonischer, das sonst ab und zu etwas ruppige Dirigieren der Systeme ist der einzige Kritikpunkt an der Gesamtperformance. Dazu war im Sport-Modus kaum eine Veränderung der Verbrauchswerte gegenüber der Standard-Einstellung feststellbar. So oder so beschränkte sich der Spritkonsum im ersten Test auf knapp über sieben Liter je hundert Kilometer. Bei Einsatz des EV-Modus auf etwa 30 Prozent der Fahrstrecke, bei einer maximalen emissionsfreien Reichweite von 63 Kilometern, fielen sie auf für diese Fahrzeuggröße beachtlich geringe 4,6 Liter.

Für das gebotene Gesamtpaket fallen die Tarife günstig aus: Sie beginnen mit 49.950 Euro, bei 58.700 Euro für die mit feiner Handwerkskunst ausgeführte Takumi-Ausstattung enden sie bereits wieder.

Mazda CX-60

Motor/Antrieb 2,5-Liter-Vierzylinder, 191 PS; E-Motor 175 PS; Systemleistung 327 PS, Drehmoment 500 Nm; Achtgang-Automatik; Allrad

Fahrleistung/Verbrauch 0 auf 100 in 5,8 Sek., Spitze 200 km; elktr. Reichweite 63 km

Preis ab 49.950 Euro