„Rabatte gehören nicht zur Mercedes-DNA“

Mercedes-Benz Österreich-CEO Agnieszka Kühn über die aktuellen und künftigen Herausforderungen des Marktes.
Mercedes „Ich bin eine große Freundin von Herausforderungen“ sagt Agnieszka Kühn, seit vergangenem November Geschäftsführerin von Mercedes Benz Österreich. Bei anderen kann so ein Satz wie aus dem Führungskräfte-Handbuch zitiert klingen, der tatkräftigen Managerin glaubt man ihn jedoch sofort. Seit Mai 2023 war sie in Österreich bei Mercedes für Financial Services und Bank zuständig, bevor sie von Niells Kowollnik die Gesamtleitung übernahm. Der Tag Ende Jänner für das Pressegespräch mit ihr ist nicht zufällig gewählt: Am 29. 1. vor 140 Jahren meldete Carl Benz sein „Fahrzeug mit Gasmotorenbetrieb“ zum Patent an. Dieses Datum markiert somit – und ohne die Leistungen von Siegfried Marcus damit zu schmälern – die Geburtsstunde des Automobils. „Nach 140 Jahren stehen wir vor wichtigen Weichenstellungen für die Zukunft der Mobilität“ sagt Kühn und spielt damit auch auf den künftigen Stellenwert der Elektromobilität an. Mercedes bietet hier seit vergangenem Jahr mit dem CLA erstmals ein wirklich konkurrenzfähiges Produkt mit ansehnlicher Real-Reichweite an. „Entscheidend ist aber nicht die Reichweite, sondern das ultraschnelle Laden“, spricht Kühn als eine der wenigen in der Branche an, wo die eigentlichen Kundenerwartungen liegen. In Österreich segelt die Premiummarke weiterhin auf Erfolgskurs. Mit knapp elftausend Neuzulassungen und einem Marktanteil von 3,9 Prozent verzeichnete Mercedes 2025 ein ansehnliches Plus von 9,9 Prozent. Als Bestseller erwies sich das SUV-Modell GLC, für den laut Kühn weiterhin immense Nachfrage besteht. Das Verhältnis zwischen Privat- und Gewerbe-Kunden insgesamt entsprach mit 40:60 etwa dem Marktschnitt. Den CLA, der mittlerweile nicht nur elektrisch, sondern mit Benzin-Hybrid-Antrieb angeboten wird, bezeichnet Agnieszka Kühn als „weitere Zukunftshoffnung“, sie erwartet hier einen klaren Trend zum Sportkombi Shooting Brake. Alles in allem sieht sie für 2026 eine stabile Marktsituation. Generell schließt das Premiumsegment in Österreich bereits im vergangenen Jahr gut ab, auch die beiden deutschen Mitwerber BMW und Audi haben 2025 hervorragende Zahlen eingefahren, liegen bei den Marktanteilen aber klar vor Mercedes. Kühn führt das vorrangig auf die massiven Preisnachlässe zurück, mit denen hier um Käufer geworben wurde. „Wir gehen da nicht mit, solche Rabatte gehören nicht zur Mercedes-DNA und funktionieren auch nicht lange, sondern nur kurzfristig.“ hält die Geschäftsführerin dazu fest. „Die Kunden habe eine hohe Erwartung an Mercedes-Benz.“ ergänzt sie und macht die künftige Entwicklung vor allem an den Punkten Digitalisierung und E-Mobilität fest. „Wir erfahren hier großen Zuspruch für unseren bisherigen Weg und werden ihn weiter gehen.“ PAB
