Sportler mit elektrischem Schrittmacher

Der RS5 ist Audis erstes Sportmodell mit Hybridantrieb.
Audi Wer sportliche Fahrzeuge mit konsequentem Leichtbau gleichsetzt, braucht hier nicht weiterzulesen. Der neue RS bringt bis zu 2370 Kilo auf die Waage – allerdings wären es wohl noch deutlich mehr geworden, wenn man sich um allerlei Gewichtsoptimierung bemüht hätte. Verantwortlich für den Hüftspeck ist das neue Technikpaket, dass dem Mittelklasse-Sportler dennoch gehörig Flügel verleiht: Das überarbeitete 2,9 Liter V6-Biturbo-Triebwerk wäre mit 510 PS und 600 Newtonmeter Drehmoment für sich schon eine Wucht, im Kombination mit dem in der Achtgang-Automatik sitzenden E-Motor werden daraus allerdings 639 Pferde und satte 825 Newtonmeter.

Perfekte Kraftverteilung
Der Stromer-Part wird von einer Hochvolt-Batterie mit 22 kWh Netto-Kapazität gespeist, die auch das neue Sperrdifferential mit elektromechanischem Torque-Vectoring versorgt. Das selbstsperrende Mitteldifferential verteilt die Kraft von 70:30 bis maximal 15:85 Prozent zwischen Vorder- und Hinterachse. Audi verspricht bisher in dieser Qualität und Bandbreite nicht gebotene Performance, die sich jedenfalls einem Sprintwert von 3,6 Sekunden von null auf hundert km/h niederschlägt – nur eine Zehntelsekunde weniger als der Vorgänger, der allerdings eben auch gut 450 Kilo leichter war.

Warum Audi den Weg des höheren Aufwands und Gewichts geht, liegt in der immer restriktiveren (Steuer-)Gesetzgebung begründet: In Österreich kommt der RS5 dank des Plug In-Schmähs und immerhin 80 emissionsfrei zurücklegbaren Kilometern mit null Prozent NoVA davon. Der Startpreis für die Limousine liegt so bei 108.300 Euro, beim Avant sind es 110.400 Euro. Ähnlich ist die Mercedes-AMG E-Klasse eingepreist, BMW traut sich für den M5 rund 151.000 Euro auszurufen.

Schüchterne Unauffälligkeit muss sich der neue RS5 nicht nachsagen lassen. Die ohnehin schon dynamische Linie des A5 wurde rundum verschärft, außer Motorhaube, Dach und Kofferraumdeckel hat jedes Anbauteil entscheidende Veränderung erfahren. Seitlich sind je vier Zentimeter Karosseriebreite dazugekommen, unter denen die Felgen bis zu 21 Zoll gut Platz finden. Sie beherbergen wiederrum eine Bremsanlage – optional in Carbon-Keramik-Ausführung – mit der sich die Fahrzeugmasse in rund 30 Metern von hundert km/h in den Stillstand zwingen lässt.

Der massive Kühlergrill trägt nun ein grobmaschiges Netz aus schwarzen Hochglanz-Karos, dahinter arbeitet eine aktives Jalousien-System für die optimale Balance aus Kühlung und Aerodynamik. Passend dazu präsentiert sich der Innenraum in pulstreibender Schwarz-Rot-Kombination, serienmäßig sind Sportsitze mit Heiz, Kühl- und Massagefunktion verbaut, das Multifunktionslenkrad wurde ebenso überarbeitet, wie Grafik und Software von Instrumenten- und Infotainment-Display. Der Vorverkauf für den neuen Ingolstädter Renner läuft bereits, der offizielle Marktstart erfolgt im Sommer.
Fakten und Daten:
Motor/Antrieb 2,9 Liter Biturbo-Benzinmotor + E-Motor (Plug In-Hybrid)
mit 639 PS kombinierter Systemleistung; 22 kWh Li-Ionen Akku;
8-Gang-Automatik; Allradantrieb
Maße 4896/1952/1428-1446 mm; Radstand 2903 mm; 2355-2370 kg Fahrleistungen/Verbrauch 0-100 km/h 3,6 Sek., Höchstgeschwindigkeit
250 km/h (mit Sportpaket 285 km/h),
WLTP-Verbrauch/100 km 3,8-4,3 l 7 17,7-18,4 kWh (Avant 3,9-4,5 l / 17,8-18,7 kWh); 86-98 g (Avant 88-102 g) CO2/km, elektrische Reichweite 80 km
Preis ab 108.300 Euro.
