Neue Tarifwelt beim Landbus beschäftigt nicht nur den hinteren Bregenzerwald

Mobilität / 19.05.2026 • 10:18 Uhr
Neue Tarifwelt beim Landbus beschäftigt nicht nur den hinteren Bregenzerwald
Im Bregenzerwald wurden Stimmen laut, dass man sich vom Verkehrsverbund benachteiligt fühlt. In vielen anderen Regionen darf man sich je nach Bedarf über Verbesserungen freuen.VN/Rauch

Der neue Lokaltarif stellt für Gelegenheitsfahrer eine Verbesserung dar. Doch bei der Schaffung der Regios wird vor allem aus dem Bregenzerwald Kritik laut.

Feldkirch Der Verkehrsverbund Vorarlberg (VVV) stellt sein Tarifsystem um. Am 1. Juli verschwinden die Dominos, sie werden von drei Angebotsstrukturen ersetzt: Lokal, Regio und das gewohnte Maximo. Vor allem in einer Regio sorgt dies für gewissen Unmut.

Die Regios

Die Rückkehr der Regios, neun ohne das Kleinwalsertal, ist für Einzel-, Tages- und Monatstickets interessant, Jahreskarten gibt es keine. Sie umfassen meist um die neun der bisherigen Dominos. Doch nur eine Regio hat keine Chance, ohne Maximoticket einen Bahnhof oder die eigene Bezirkshauptstadt zu erreichen: der hintere Bregenzerwald ab Mellau. Will man von hier mit den öffentlichen Verkehrsmitteln in eine der Städte des Landes, kostet dies für sie 9,60 Euro für zwei Stunden oder 18,40 für den Tag. Jemand aus Bezau oder Bizau kann um 9,20 ein Tagesticket bis Bregenz lösen.

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Die neuen Regios des VVV. Der Landbus denkt nicht mehr in Dominos, sondern in Lokal- und Regiotarifen. Eine Regio umfasst meist neun oder zehn Dominos.VVV

Betroffen sind etwa 5150 Menschen, behandelt wurde das Gefühl der Benachteiligung etwa in der Gemeindevertretung von Schnifis. Auch in der Regio Bregenzerwald wurde es daraufhin thematisiert. “Wir sind laufend in Gesprächen mit dem Verkehrsverbund, auch zu diesem Thema”, versichert Alois Mätzler von der Regio. Ein neues Tarifsystem sei eine große Umstellung, man sei um die beste Lösung bemüht.

Die Idee hinter den Regios

Grundsätzlich wurde bei der Gestaltung der neuen Tarifwelt in enger Zusammenarbeit mit allen Regionen und Gemeindeverbänden auf Chancengleichheit geachtet, versichert auch der VVV. Jede Regio beinhaltet das nächste regionale Zentrum – im Bregenzerwald ist dies Bezau, nicht Bregenz. “Die ländlicheren Regios sind damit im Vergleich zur Lokalzone dahin gehend angepasst und fallen entsprechend größer aus, damit eben auch dort noch Chancengleichheit zu den anderen Regionen des Landes besteht”, betont der VVV. Zum Vergleich: Das Rheintaler Unterland wird bei Dornbirn und Lustenau in zwei Regios geteilt, aber das Brandnertal und Montafon sind eine gemeinsame Regio. Bludenz, Bregenz und Dornbirn liegen jeweils gleich in drei Regios.

Lokal oder Maximo

Für den Verkehr in die umliegenden Gemeinden gibt es den Lokaltarif, für den auch eine Jahreskarte angeboten wird. Laut dem VVV decken der Lokal- und Regiotarif 94 Prozent aller Einzel- und Tagestickets ab. Gelegenheitsfahrer sollen sich künftig ohne große Tarifkenntnisse in der Lokal- oder Regiozone bewegen können, dies wäre meist günstiger oder zumindest nicht teurer als bisher. Tatsächlich fährt man mit dem Lokaltarif am Tag ab zwei Dominos günstiger, die Regios entsprechen einem Preis von vier Dominos. Die Lokal-Jahreskarte ist günstiger als bisher eine Jahreskarte für zwei oder mehr Dominos.

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Ein Beispiel für einen Lokaltarif: Feldkirch erreicht sechs Dominos in zwei Regios mit dem neuen Lokaltarif.VVV

Doch für keine Gemeinde im Bregenzerwald ist die eigene Bezirkshauptstadt Bregenz über einen Lokaltarif erreichbar. Damit ist die Talschaft nicht allein: Wer etwa von Schruns per Jahreskarte bis nach Bludenz will, kann dies mit der Lokal-Jahreskarte nicht abdecken. Auch Götzner kommen mit dem Lokaltarif nicht bis Dornbirn oder Feldkirch, Menschen in Eichenberg nicht nach Bregenz, Nenzinger nicht nach Feldkirch oder Bludenz. Da es keine Regio-Jahreskarte gibt, benötigt man in solchen Fällen die Maximo für ganz Vorarlberg. Und wer Fahrten über zwei Regios plant, etwa von Hohenems nach Rankweil, ist künftig als Gelegenheitsfahrer teurer unterwegs.

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Die bisherige Tarifwelt des VVV. Ein Quadrat entspricht einem Domino, Regios gab es seit etwa einem Jahrzehnt nicht mehr. Dafür ließen sich bis zu acht Dominos für eine Monatskarte und bis zu drei für eine Jahreskarte kombinieren. VVV

Der Fairness halber muss gesagt sein, dass auch im Domino-System die Maximo meist die sinnvollste Jahreskarte war. Nur bis drei Dominos war die Alternative günstiger, selbst Alberschwende war vier Dominos von Bregenz entfernt. Doch während das neue Tarifmodell etwa für Gaschurn oder Schwarzenberg eine Verbesserung darstellt, bleibt im hinteren Bregenzerwald alles beim Alten.

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Der Tariffinder des VVV

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