Prestige-Erneuerung

Die dritte Generation des Audi Q7 setzt weiterhin auf souveräne Quattro-Dynamik.
Audi Die äußerliche Zurückhaltung der Vorgängerbaureihe übernimmt der neue Q7 nicht: Er setzt eindeutig auf optische Dominanz, besonders präsent ist der wuchtige vordere Überhang samt dem massiven Single-Frame-Kühlergrill. Optional projizieren nun nicht nur die Matrix-LED-Scheinwerfer im Dunkeln auf den Asphalt, sondern auch die Blinker und sorgen damit für bessere Erkennbarkeit.
An den Flanken des Q7 fallen die kräftigen Schulterpartien auf, unter denen die breitere Spur und Felgen mit bis zu 23 Zoll Platz finden. Ganz anders gibt sich der Innenraum: Hier herrscht eine beinahe skandinavisch anmutende, moderne Wohnzimmeratmosphäre mit sanft verlaufenden Elementen. Das optional erhältliche helle offenporige Holz ersetzt im S-Trimm mattgrauen Kunststoff, der dagegen aber ein wenig eintönig wirkt. Der Q7 kann wahlweise mit fünf, sechs oder sieben Sitzen konfiguriert werden. Das Basis-Kofferraumvolumen fällt mit 806 Litern SUV-untypisch üppig aus.

Die bewährte Antriebshardware mit V6 TDI und Quattro-Lösung wurde mit dem Modellwechsel in vielen Details aufgebessert. Neu in dieser Baureihe sind der elektrische Vorverdichter des Turboladers, der Quattro-Antrieb mit automatischem Mitteldifferenzial und die 48V-Mildhybrid-Unterstützung, die bis zu 24 PS elektrischen Zusatzschub liefert. Leistungsstufen von 225 oder 299 PS stehen zur Wahl, Achtgangautomatik ist Standard, für die jeweils mit Vierradlenkung kombinierte Luftfederung wird eine Sport- und eine Komfortvariante angeboten.
Fahreindruck: “Der neue Q7 verfeinert die Talente seines Vorgängers: Agiler Antritt, souveräne Traktion, hohe Fahrdynamik und Premium-Reisekomfort.”
Auf den ersten Testfahrten überrascht der 2,5-Tonnen-SUV mit auffallend leichtfüßiger Gangart, die er selbst auf kurvigen Bergstraßen problemlos beibehält. Subjektiv fühlt sich der große Ingolstädter an wie ein Kompaktmodell, reagiert auffallend agil auf jedes Pedal- oder Lenkkommando und beeindruckt selbst bei raschem Lastwechsel mit souveräner Spurstabilität. Das rasche Ansprechverhalten und die homogene Kraftentfaltung des V6-TDI, kombiniert mit der Quattro-Kompetenz, erweisen sich hier erneut als unbestechliche Allzwecklösung auf hohem Niveau. Der Verbrauch stieg bei den Testfahrten auch bei forscherer Gangart nicht über 8,5 Liter. Dazu fällt die Spreizung der Fahrmodi hier deutlich großzügiger aus als bisher und lässt so die Wahl zwischen mehreren völlig unterschiedlichen Ausrichtungen der Gesamtabstimmung. Die Poser-Bereifung mit 23 Zoll mag auf den Bildern gut aussehen, bei Fahrdynamik und Komfort ist sie allerdings keine Verbesserung. Wer Bedenken wegen der Dieselakustik hat: Die außergewöhnlich hochwertige Dämmung macht selbst den großvolumigen TDI zu einer vage säuselnden Erinnerung an die selbstzündende Idee.

Die Preise für das 225-PS-Modell starten in Österreich ab 106.800 Euro, die 299-PS-Variante kostet 3800 Euro mehr. Aufrüstbar sind beide mit einem Sport- und zwei Technologiepaketen. Zum bereits erfolgten Bestellstart wird eine großzügig ausgestattete Signature Edition für 113.576 Euro angeboten, der Preisvorteil gegenüber der Einzelkonfiguration beträgt mehr als 14.000 Euro. Der V6-Benziner und ein Plug-in-Hybrid werden ab Herbst verfügbar sein. PAB
Fakten und Daten:
Motor/Antrieb 3 Liter Turbodieselmotor mit 225 oder 299 PS; 8-Gang-Automatikgetriebe; Allradantrieb L/B/H 5056/2010/1800. Radstand 2994 mm; ab 2455 kg
Fahrleistungen/Verbrauch 0–100 km/h 7,2–6,0 Sek., Höchstgeschwindigkeit 220/235 km/h, l/100 km 7,1–7,8/7,2–8,0, g CO2/km 186–205/188–209
Preis ab 106.800 Euro