Porsche backt kleinere Brötchen, denkt aber groß

Absatz und Gewinn sinken, Stellen fallen weg. Porsche bleibt dennoch Zeit für Visionen.
Schwarzach Zeitweise konnte Porsche bauen, was das Unternehmen wollte – die Kunden begehrten das Fabrizierte. Abseits des Longsellers 911 konnten sich die beiden Sport Utility Vehicles Cayenne und Macan bestens etablieren. Der Umstieg auf Elektromobilität gelang jedoch nicht so wie geplant. Auch wenn die jeweiligen Elektromodelle in puncto Fahrerlebnis und Qualität im Großen und Ganzen überzeugen konnten, reüssierten Taycan und Macan mit elektrischen Antriebssträngen nicht so wie erwartet.

Zudem kamen globale Verwerfungen wie der sich ändernde chinesische Markt und die dem grenzüberschreitenden Handel nicht eben förderlichen Zollbestimmungen der US-amerikanischen Trump-Regierung. Porsche musste also umdenken, gab den Weg frei für einen neuen Vorstandsvorsitzenden (Michael Leiters folgte Oliver Blume nach, der Letztgenannte bleibt weiterhin der Steuermann des Volkswagen-Konzerns) und für empfindliche Einschnitte beim Personal sowie für einen Strategiewechsel, der den Fokus auf die reine Elektromobilität zurücknahm. Ausfluss dieses Umdenkens ist die “Strategie Sportwagenschmiede ‚35”, die Porsche in diesem Monat vorstellte.
Neue Modelle im Anrollen
Dabei stellte Leiters klar: “Oberstes Ziel ist es, unsere einzigartige Sportwagenmarke weiter zu stärken – über alle Modellreihen hinweg und mit neuen, begehrenswerten Modellen in besonders margenstarken Segmenten.” Vorgesehen sind fürs Erste der vollelektrische 718 (Boxster und Cayman) im kommenden Jahr und ab 2028 ein weiteres SUV mit Verbrennungsmotoren, das parallel zum elektrischen Macan angeboten werden soll.

In höheren Segmenten dürfte noch mehr folgen, darauf weist das kürzlich in New York vorgestellte Concept Car Mission S. Der Entwurf kündigt darüber hinaus Design-Elemente für künftige Serienprodukte an: “Das Visionsmodell zeigt eine grundsätzliche strategische Ausrichtung, die wir zeitnah in unser zukünftiges Produktportfolio übersetzen werden”, erklärt Tobias Sühlmann, Leiter Style Porsche. Damit richtet sich der Blick wieder stärker auf das, was Porsche groß gemacht hat: begehrenswerte Sportwagen. Die Mission ist klar, der Weg hin zu alter Stärke dürfte freilich kein Spaziergang werden.
