Die volle Hingabe an das italienische Auto-Gefühl

Motor / 06.06.2014 • 11:45 Uhr
Ein echter Blickfang: Flott, reizend, charmant – das kleine „Alfa-Tier“ macht richtig an. Fotos: VN/Steurer
Ein echter Blickfang: Flott, reizend, charmant – das kleine „Alfa-Tier“ macht richtig an. Fotos: VN/Steurer

Der MiTo, Alfa Romeos Kleinster, fährt beschleunigte Sympathiewerte ein.

Alfa Romeo. Auch wenn die Automarke leidet, die Italiener wissen immer noch zu betören. Alfa Romeo vermittelt geschickt den Reiz südländischer Lebensart. Edel und feinsinnig, dabei genauso impulsiv und herausfordernd. In jedem Fall Emotionen weckend. Mit dem MiTo klappt das seit knapp sechs Jahren ganz prima.

Vorne gewölbt wuchtig, hinten markant-knackig – der kecke Kleinwagen geht ans Herz. Um die Fangemeinde noch größer werden zu lassen, erfuhr das kleine Alfa-Tier zuletzt eine optische Auffrischung. Mit dem Feinschliff am Blechkleid geht auch eine peppige Aufwertung des Innenraums einher. Beim zum Großteil verwendeten Oberflächenmaterial im Cockpit gilt das Motto: Hartplastik – es kommt drauf an, was man draus macht.

Kurzum: Der Italo-Mini macht Eindruck – und viel wichtiger: Laune! Jedenfalls in der der ersten Reihe. Dort herrscht ein sehr ordentliches Platzangebot vor. Hinterbänkler gehen in dem Vier-Meter-Kleindarsteller indes schnell auf Tuchfühlung. Bei vergleichsweise wenig Kopf- und Beinfreiheit im MiTo-Heck erfordert das auf längeren Strecken schon Durchhaltevermögen. Auch den allzu kritischen Blick aufs Kofferraum-Volumen (270 Liter) sparen wir uns hier. Und denken uns: Wer mit dem Minimalisten unterwegs ist, der braucht maximal zwei mittelgroße Reisetaschen oder Handgepäckkoffer. Dafür reicht der Platz allemal aus.

Kräftiger Vorschub

Was einem bei dem kleinen Alfa Romeo richtig anmacht, ist das Fahrgefühl. Der MiTo ist – bei entsprechender Motorleistung – ein richtiger Spaßmacher. Der 1,4-l-Turbobenziner mit 135 PS, der im VN-Test zur Verfügung stand, setzt sich jedenfalls prächtig in Szene, vor allem wenn die serienmäßige Fahrdynamik­regelung DNA auf Knopfdruck im Sportmodus 206 statt 180 Nm Drehmoment freigibt. Da geht es auf der Landstraße im Antritt richtig wuchtig zur Sache.

Beim Fronttriebler ist die Kraftentfaltung bei engagierter Fortbewegung beim Herausbeschleunigen aus Kurven durchaus auch bis ins Lenkrad und an der Vorderachse zu spüren. Für ein gutes Gefühl sorgen dabei die Sportsitze, die sicheren Halt in allen Lagen bieten. Das Lederlenkrad liegt prima in den Händen. Weil das Vierzylinder-MultiAir-Aggregat auch bei Anstrengungen nahe am Drehzahlgipfel noch ein vergleichsweise gesittetes Laufgeräusch abgibt, machen auch längere Autobahnetappen durchaus Freude.

Weniger fein ist hier allerdings, dass der kleine Dynamiker ganz gerne auch mal Spurrillen nachläuft und so für leichte Unruhe in der sonst angenehmen Fahrt sorgt. Das sind dann eben die kleinen Störfaktoren, die sich durch Breitreifen und ein straff-sportlich abgestimmtes Fahrwerk ergeben.

Negativ: hohe Ladekante, griffungünstige Schalter für Sitzheizung, ein sechster Gang wäre sinnvoll
Negativ: hohe Ladekante, griffungünstige Schalter für Sitzheizung, ein sechster Gang wäre sinnvoll
Positiv: gute Fahrleistungen und Fahrstabilität, durchzugsstarker Motor, üppige Ausstattung, bissige Bremsen
Positiv: gute Fahrleistungen und Fahrstabilität, durchzugsstarker Motor, üppige Ausstattung, bissige Bremsen
Bis ins Detail trendig durchgestyltes Interieur.
Bis ins Detail trendig durchgestyltes Interieur.
Rundum gibt der MiTo den optischen Muntermacher.
Rundum gibt der MiTo den optischen Muntermacher.

Fakten

» Motor/Antrieb: Vierzylinder-Turbobenziner, 135 PS, 206 Nm bei 1750 U/min, Vorderradantrieb, Fünfgang-Schaltgetriebe,

» Fahrleistung/Verbrauch: 0 auf 100 km/h in 8,4 Sek., Spitze: 207 km/h, Verbrauch: 5,6 l (129 g CO2/km), Test: 7,7 l Super

» Preis: Grundpreis: 20.843 Euro, Testwagen: 26.475 Euro