Gute Fahrt mit dem Spritsparmeister

Motor / 06.06.2014 • 11:45 Uhr / 4 Minuten Lesezeit
Die verbesserte Aerodynamik mit leicht tiefer gelegter Karosserie hilft dem Golf TDi Blue Motion beim Sparen. Fotos: vn/steurer
Die verbesserte Aerodynamik mit leicht tiefer gelegter Karosserie hilft dem Golf TDi Blue Motion beim Sparen. Fotos: vn/steurer

Diesel-Golf auf Öko-Kurs: Solide Fahrleistungen trotz Spar-auflagen.

vw. Der Umwelt zuliebe sehr sparsam und vergleichsweise schadstoffarm unterwegs sein. Wer will das nicht. Als Anreiz für alle Öko-Fans, die trotz allem keine automobile Magerkost hinnehmen wollen, hat VW jetzt den neuen Golf Blue Motion mit einem 1,6-l-TDI-Triebwerk auf die Räder gestellt. 110 PS leistet das Turbodieselaggregat, das von der Performance im Alltagsbetrieb her alles andere als eine rollende Verzichtserklärung ist. Das konnten wir im VN-Test mit dem knausrigen Selbstzünder gleichsam erfahren. Der Knauser-Golf präsentiert sich zwar als gezügelter Vernunfttyp, als Spaßbremse im Straßenverkehr kann man ihn aber wahrlich nicht bezeichnen.

In Bewegung gesetzt, enthüllt das Golf-Sparmodell sein leicht dirigierbares Wesen. Das gefällt schon einmal. Der Vierzylinder-Dieselmotor läuft ziemlich unaufgeregt und kultiviert, werden die exakt schaltbaren sechs Gänge passend sortiert, hält das den Blue Motion respektabel in Schwung. Infolge der verlängerten Getriebeübersetzung ergibt sich natürlich ein schaumgebremstes Temperament.

So soll das beim „Öko“-Golf aber auch sein. Schließlich will er der Spritsparmeister sein. Dazu haben die Wolfsburger ihrem neuen Vorzeigemodell einiges mit auf den Weg gegeben, was dazu befähigen soll, dass man mit dem Blue Motion so manche Tankstelle auf der Strecke gleichsam links liegen lassen kann.

Feinste Motorspartechnik

Neben der aufwendigen Motorspartechnik mit so Feinheiten wie etwa einem speziellen Temperaturmanagement mit getrennten Kühlkreisläufen für Zylinderköpfe und Kurbelgehäuse spielen da auch die Start-Stopp-Automatik sowie das Rekuperationssystem eine gewichtige Rolle. Leichte Vorteile gegenüber dem „Normal“-Golf sollen überdies auch eine Gewichtsreduktion und eine verbesserte Aerodynamik bringen. Dazu zählen etwa die um 15 Millimeter abgesenkte Karosserie, Leichtlaufreifen, ein speziell geformter Dachkantenspoiler, der fast vollständig geschlossene Kühlergrill und die Unterbodenverkleidung.All diese Helferlein sollen den Spar-Golf dahin bringen, dass er auf die 100-km-Distanz im Mittel nicht mehr als 3,2 Liter Dieseltreibstoff verbraucht.

4,7 Liter im Test

Wir haben uns im VN-Test wirklich angestrengt und uns in allen Belangen zu einer sehr moderaten Fahrweise diszipliniert. Bei einem ausgesprochen sanften Umgang mit dem Gaspedal begnügte sich der Blue Motion dabei laut Bordcomputer im Schnitt mit 4,7 Liter und lag damit in Bezug auf die Werksangabe – wohlwollend ausgedrückt – vom Anspruch her noch im grünen Bereich.

Gewohnt hochwertiges Golf-Cockpit.
Gewohnt hochwertiges Golf-Cockpit.
Glattflächig geformte Heckpartie.
Glattflächig geformte Heckpartie.
Negativ: vergleichsweise brummiger Motor, leichte Anfahrschwäche, lange Aufpreisliste.
Negativ: vergleichsweise brummiger Motor, leichte Anfahrschwäche, lange Aufpreisliste.
Positiv: gute Abstimmung von Fahrwerk und Federung, sehr direkte Lenkung, ausgezeichnete Verarbeitung.
Positiv: gute Abstimmung von Fahrwerk und Federung, sehr direkte Lenkung, ausgezeichnete Verarbeitung.

Fakten

» Motor/Antrieb: Vierzylinder-Turbodiesel, 110 PS, 250 Nm/1500-3000 U/min, Vorderradantrieb, Sechsgangschaltung.

» Fahrleistung/Verbrauch: 0 auf 100 km/h in 10,5 Sek., Spitze: 200 km/h, Verbrauch: 3,2 (85 CO2/km), Testverbrauch: 4,7 l Diesel.

» Preis: Grundpreis: 24.392 Euro; Testfahrzeug: 27.737 Euro.

Du hast einen Tipp für die VN Redaktion? Schicke uns jetzt Hinweise und Bilder an redaktion@vn.at.