Schnell und gediegen, aber eben auch durstig

Motor / 01.08.2014 • 13:07 Uhr / 4 Minuten Lesezeit
Der Megan Grandtour sieht nicht nur flott aus – er fährt sich auch so. Fotos: VN/Steurer
Der Megan Grandtour sieht nicht nur flott aus – er fährt sich auch so. Fotos: VN/Steurer

Mehr Renault und gleichzeitig weniger Verbrauch – geht
sowas? Na, beinahe.

Renault. Es zählte im 18. Jahrhundert zu den angenehmeren Gepflogenheiten, dass europäische Herrschaften sich in jungen Jahren auf Bildungsrundreisen begaben. Man nannte diese Reisen, die durchaus ein Jahr dauern konnten, „Grandtour“ und bewegte sich vornehmlich mit Kutschen voran. Womit die Anforderungen an Vehikel dieses Namens schon umrissen sind: Bequem muss die Kutsche sein, gut zu beladen, sparsam im Unterhalt und schnell, wenn es gilt, dem Landauer da vorne mal das Heck zu zeigen.

Dickes Plus für die Optik

Ins Heute übersetzt hat Re­nault seinen Kompaktkombi noch einmal bearbeitet und schickt ihn nun mit neuer Front, respektabler Seitenlinie, mit einem kleinen Benzinmotor und Doppelkupplungsgetriebe auf die Straße.

Zunächst zum Äußeren: Der 48-jährige niederländische Autodesigner Laurens van den Acker zeichnet seit 2009 für das Design der neuen Renault-Modelle verantwortlich. Dem Grandtour hat er das inzwischen gängige Markengesicht aufgesetzt, mit hervorgehobenem Renault-Rhombus, damit jeder gleich weiß, wen er da vor sich hat. Die Motorhaube hat er an beiden Seiten auffällig gefaltet. Die Dachlinie neigt sich nach hinten und verleiht dem Wagen zusammen mit der schräg stehenden Heckklappe durchaus sportliche Züge.

Tauglich für die große Fahrt

Schlechte Nachrichten für die Gepäckträger? Es geht so. Der Kofferraum fasst 524 Liter. Legt man die Rücksitzlehnen um, dann werden es sogar 1600 Liter. Damit sind auch kleinere Umzüge drin.

Die Antwort auf die allerwichtigste Frage schlummert freilich am anderen Ende der Karrosse: Wie macht sich der der 1,2-Liter-Vierzylinder-Turbobenziner in Verbindung mit der Doppelkupplung EDC? Die Abkürzung EDC steht für „Efficient Dual Clutch“. Das Getriebe besitzt für die ungeraden und geraden Gänge zwei getrennte Kupplungen. Fährt der Wagen im dritten Gang, hat die Elektronik über die zweite Kupplung bereits den vierten Gang vorgewählt. Das erlaubt laut Techniker einen „Gangwechsel ohne Unterbrechung der Zugkraft“. Und das stimmt auch. Der Megan Grandtour schaltet sich butterweich. Und der Benziner? Der legt schon im Drehzahlkeller mächtig los, die 205 Newtonmeter Drehmomentmaximum kommen schon ab 2000 Umdrehungen pro Minute zur Geltung. Die 132 PS sind so üppig, dass man vergnüglich aufs Gas tritt. Aber das hat den Testverbrauch deutlich über die vom Werk verheißene Grenze: 7,8 Liter auf 100 Kilometer sind ganz schön happig, wenn man die steigenden Spritpreise bedenkt. Für 25.790 Euro steht der Grandtour in dieser Variante zum Verkauf. Wer noch 1240 Euro netto drauflegt, kann sich am R-Link-Infotainment inklusive Parksensorik erfreuen.

Einfach und elegant wirkt das Innenleben.
Einfach und elegant wirkt das Innenleben.
Negativ: Motor und Getriebe passen gut zueinander, der verheißene Spareffekt beim Sprit bleibt aber aus.
Negativ: Motor und Getriebe passen gut zueinander, der verheißene Spareffekt beim Sprit bleibt aber aus.
Positiv: Hervorragend verarbeitet und in punkto Fahrkomfort eine wirklich erfreuliche Erfahrung.
Positiv: Hervorragend verarbeitet und in punkto Fahrkomfort eine wirklich erfreuliche Erfahrung.
Das Design überzeugt.
Das Design überzeugt.

Fakten

» Motor/Antrieb: 1,2-Liter-Vierzylinder-Turbolader, 16 Ventile, Hubraum 1198 ccm, 97 kW (132 PS) bei 5500 U/min, Drehmoment 205 Nm bei 2000 U/min

» Fahrleistung/Verbrauch: Spitze 200 km/h, 0-100 km/ in 9,7 sec, Verbrauch 5,6 l (Text 7,8 l), 130 g CO2/km

» Preis: 25.790 Euro

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